Viral: Landwirt vs. Handelsketten - "Wegen fehlender Plastikfolie muss Bauer Ernte vernichten"

Viral: Landwirt vs. Handelsketten - "Wegen fehlender Plastikfolie muss Bauer Ernte vernichten"
Ein Video aus Segnitz in Bayern erzürnt Internetnutzer bundesweit. Es zeigt den Gurken-Bauer, Franz Hagn, der behauptet, dass er seine Ernte vernichten muss, weil große Marktketten verweigern, die Gurken ohne Plastikfolie anzunehmen. Deshalb muss er die ungespritzten Lebensmittel von Top-Qualität vernichten beziehungsweise zu Spottpreisen verkaufen. Das Video sorgt für wütende Reaktionen und Solidaritätskäufen unter Internetnutzern.

„Wir produzieren jetzt 14 Jahre Mini-Gurken auf der gleichen Fläche, die gleichen Mengen, kontinuierlich täglich drei Paletten. Nun aber hat plötzlich mitten bei Erntebeginn im Mai Rewe zum Beispiel gesagt: 'Das bestimmen irgendwelche jungen Leute in Köln, die einen Bachelor oder Master gemacht haben, die bestimmen nun von dort aus, dass es nur noch abgepackte Ware bei ihnen in den Läden gibt, also nur noch abgepackte Ware in Plastikfolie oder -schälchen.' Also keine offene Ware mehr, wie wir sie die ganze Zeit in 5 Kilogramm lose geliefert haben“, so Hagn.

Mittlerweile würden Rewe und Kaisers Tengelmann nur noch sehr eingeschränkt unverpackte Ware annehmen, Aldi und Lidl laut dem Bauern ausschließlich abgepackte Ware. Durch den weggefallenen Absatz, erklärt er, ist er gezwungen, 2.000 Kilogramm Ernte am Tag zu vernichten. Das Wasser für die heranwachsenden Gurken hat er bereits abgestellt. Der Anbau muss eingestellt werden und er habe bereits einen Schaden über 100.000 Euro. Er gibt dennoch nicht auf. Die mittlerweile welken Jungpflanzen sollen in wenigen Wochen durch eine andere Gurkensorte ersetzt werden, die wohl leichter unverpackt vermarktet werden können.


Das Video, das in wenigen Tagen fast Hunderttausend mal auf Facebook geteilt und weit über drei Millionen mal aufgerufen wurde, hat viele Menschen dazu bewegt, Gurken bei Hagn zu kaufen. Sein Hof erlebt einen regelrechten Ansturm auf die Gurken.

Die Ladenketten Rewe und Edeka widersprechen den Vorwürfen und erklärten, dass sie beide Varianten an Gurken, verpackt und unverpackt, annehmen und verkaufen würden. In der Stellungnahme bei nordbayern.de behauptete Rewe, dass ihnen durch die „Erzeugergenossenschaft versichert wurde“, dass Hagns gesamte Minigurken-Ernte „über sie hätte vermarktet werden können“.

Viele Menschen machten sich auf zu dem Hof von Hagn, um Gurken zu kaufen:

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