Wurde er gefeuert? Sie scherzen doch! - Lawrow zu Entlassung von FBI-Direktor Comey

Wurde er gefeuert? Sie scherzen doch! - Lawrow zu Entlassung von FBI-Direktor Comey
Die überraschende Entlassung des FBI-Direktors James Comey hat hohe Wellen in der Presselandschaft geschlagen. Das Warum scheinen die Medien schnell ausgemacht zu haben. Der übliche Verdächtige „Russland“ ist auch wieder dabei. Mitten in der Aufregung ein Treffen zwischen dem US-amerikanischen Außenminister Rex Tillerson und seinem russischen Pendant Sergej Lawrow. Letzterer bekam von all dem Trubel nichts mit.

Als er gemeinsam mit Tillerson vor Pressevertreter trat, bohrte eine Journalistin nach: „Wird die Entlassung Comeys Ihre Gespräche beeinflussen?“ Der US-Außenminister ignoriert die Frage und verlässt den Raum, aber Lawrow horcht überrascht auf. „Wurde er gefeuert? Sie scherzen doch!“ „Ja, er wurde gefeuert“, entgegnet die Journalistin. „Sie scherzen“, wiederholt Lawrow und macht eine wenig überzeugte Mimik.

In Medienberichten heißt es, dass US-Präsident Donald Trump durch die Entlassung „den leidigen Russland-Ermittlungen wohl ein schnelles Ende bereiten wollte“. Comey leitete die Untersuchung über angebliche Russland-Kontakte zu Trumps Wahlkampfteam. Angeblich soll er wenige Tage vor seiner Entlassung eine Ausweitung der Untersuchung gefordert haben, heißt es in Berichten. Diese berufen sich auf Aussagen Abgeordneter, denen Comey von seinen Plänen berichtet haben soll. Seit Monaten hält sich das Gerücht in den Medien, dass Russland die US-Wahl beeinflusst hätte. Einen Beweis dafür gibt es bislang nicht. Dennoch ist die Angst vor einer „Russischen Einmischung“ auch in anderen Ländern stark. So war sie Thema bei den Präsidentschaftswahlen in Frankreich und ist es auch hierzulande im Vorfeld der Bundestagswahlen.

Der US-Präsident Trump dementiert die angebliche Vertuschung. Comey habe „das Vertrauen von fast jedem in Washington verloren, von Republikanern und Demokraten gleichermaßen. Wenn sich die Lage etwas beruhigt, werden sie mir danken“, so Trump via Twitter. Außerdem: „Die Demokraten haben seit Monaten gegen Comey gewettert. Nun, wo er gefeuert wurde, geben sie sich gekränkt. Verlogene Heuchelei!“


Eine US-Journalistin sprach gestern auch den russischen Präsidenten Putin auf die Entlassung Comeys an und wollte wissen, wie diese die bilateralen Beziehungen zu den USA beeinflussen würde. „Es wird keinen Einfluss geben. Bitte verstehen Sie das nicht falsch, aber ich finde Ihre Frage sehr komisch. Wir haben damit gar nichts zu tun. Präsident Trump handelt sicherlich im Rahmen seiner Zuständigkeit und im Rahmen des Rechts und der Verfassung. Was haben wir damit zu tun? Warum wir?“

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