Berlin: Irakischem Ex-Soldat drohen 15 Jahre Haft für Foto mit Köpfen von IS-Kämpfern

Iraker vor Gericht wegen Foto mit abgetrennten Köpfen von IS-Kämpfern.
Iraker vor Gericht wegen Foto mit abgetrennten Köpfen von IS-Kämpfern.
Ein Ex-Offizier der irakischen Armee musste gestern in Berlin vor Gericht erscheinen. Ihm werden Kriegsverbrechen vorgeworfen. Ein Foto aus seiner Zeit bei einer irakischen Antiterroreinheit soll ihn posierend mit zwei abgetrennten Köpfen von IS-Kämpfern zeigen. Somit habe er die Ehre der getöteten Terroristen herabgewürdigt.

Rami K. soll Ende 2015 als Asylsuchender nach Deutschland gekommen sein. Vorher kämpfte er in Tikrit gegen die Militanten der Terrororganisation. Dort soll Anfang 2015 das besagte Foto entstanden sein. Dieses wurde in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Im August letzten Jahres wurde er verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Lisa Jani, Pressesprecherin für die Berliner Strafgerichte, erklärte: „Sollte sich dieser Vorwurf so tatsächlich nachweisen lassen, dann wären das Kriegsverbrechen gegen Personen, in zwei tateinheitlichen Fällen. Das Gesetz sieht hierfür eine Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu fünfzehn Jahren vor.“

Der 28-jährige Ex-Soldat hat die Echtheit des Fotos bestätigt. Es sei nach einer dreitägigen Schlacht gegen die Terrororganisation entstanden. Er und seine Kameraden durchsuchten die getöteten Terroristen. Zwei seiner Offizierskollegen hatten laut ihm dann von zwei Leichen die Köpfe abgetrennt. Anschließend forderten sie ihn auf, für ein Foto mit den Köpfen zu posieren. Um sein Ansehen in der Truppe nicht zu schädigen, sei er der Aufforderung nachgekommen. Das Urteil wird Anfang März erwartet.