Berlin: Studenten-Aufstand an Humboldt-Universität wegen Entlassung von Stadtsoziologen Holm

Berlin: Studenten-Aufstand an Humboldt-Universität wegen Entlassung von Stadtsoziologen Holm
Dutzende von Studenten haben gestern ein Gebäude der Humboldt-Universität in Berlin besetzt, nachdem das Präsidium bekannt gab, Andrej Holm als wissenschaftlichen Mitarbeiter entlassen zu wollen. Ihm wird vorgeworfen, dass er über seine Vergangenheit in der DDR gelogen hätte. Die Studenten kündigten an, auch über Nacht zu bleiben.

Die Studentin Zoe Geiselmann übte Kritik am Präsidium der Universität, das behaupte, dass Holms Entlassung rechtlich unumgänglich sei. „Das ist falsch, denn nicht nur wir, sondern auch Juristen sagen, dass es andere Möglichkeiten gegeben hätte“, so die Studentin. Andrej Holm soll hauptamtlicher Stasi-Mitarbeiter gewesen sein, was er in einem Personalfragebogen an der Humboldt-Universität verneinte. Holm erklärte seine falsche Antwort damit, dass er Erinnerungslücken gehabt habe und keine wissenschaftlich falschen Angaben gemacht hätte. Er habe vor, gegen seine Entlassung zu klagen.

Er war erst vor wenigen Wochen zum Staatssekretär für Wohnen unter der rot-rot-grünen Landesregierung in Berlin ernannt worden. Als seine Ernennung wegen seiner DDR-Vergangenheit breit kritisiert wurde, kündigte Berlins regierender Bürgermeister, Michael Müller, seine Entlassung wegen mangelnder Vergangenheitsbewältigung an. Holm entging der Entlassung, indem er vorher zurücktrat.