Ukraine: Denkmal für Nazi-Opfer gesprengt und Überreste mit SS-Runen beschmiert

Ukraine: Denkmal für Nazi-Opfer gesprengt und Überreste mit SS-Runen beschmiert
Das Denkmal für eines der vielen Massaker an der polnischen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg in der heutigen Westukraine ist von Unbekannten gesprengt und mit Nazi-Symbolik beschmiert worden. Beim Huta-Pieniacka-Massaker, wurden im gleichnamigen Dorf die rund 1.000 Bewohner durch Nationalisten deutscher und ukrainischer Seite, egal welchen Alters oder Geschlechts, auf bestialische Art ermordet, viele davon lebendig verbrannt. Das Dorf selbst wurde in Brand gesetzt und dem Erdboden gleichgemacht.

In dem Buch „Poland´s Holocaust“ von Tadeusz Piotrowski wird einer der Einwohner, Wladislaw Bakowski, folgendermaßen zitiert:

„Ich komme aus Huta Pienacka. Am 28. Februar 1944 wurden die Bürger von Huta Pienacka ermordet und das Dorf niedergebrannt. An diesem Tag wurden, neben vielen anderen, meine Eltern getötet. An diesem Tag wurden über 1.000 Bewohner des Dorfes auf unmenschliche Art getötet. Nicht alle konnten identifiziert werden, die meisten von ihnen wurden lebendig verbrannt. Diese Gräueltaten wurden von den Soldaten und Offizieren der SS-Galizien und den ukrainischen Nationalisten der OUN-UPA begangen.“


Huta Pienacka war nur eines von vielen polnischen Dörfern, die auf diese Art und Weise ausgelöscht worden. Insgesamt sollen den Rechtsradikalen aus Deutschland und der Ukraine über 100.000 Polen zum Opfer gefallen sein. Allein am 11. Juli 1943, dem sogenannten „Blutigen Sonntag“, wurden 99 Dörfer auf die selbe Art und Weise überfallen.

Seit Sonntag sind die Namenstafeln der Opfer zum einen mit den Farben der ukrainischen Flagge übersprüht worden und zum anderen mit den Farben des Rechten Sektors. Hinzu kommt ein großes „SS“. Das dazugehörige Kreuz wurde gesprengt. Das polnische Außenministerium reagierte empört auf den Vorfall und forderte eine „sofortige Untersuchung“ des Verbrechens.

Der ukrainische Präsident, Petro Poroschenko, machte kurze Zeit nach seinem Amtsantritt einen fragwürdigen Schritt. Er versetzte den Feiertag „Tag des Verteidigers der Ukraine“ auf den 14. Oktober, dem Jahrestag der Gründung der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA), per Dekret vor. Viele Rechtsradikale marschieren an diesem Tag über die Straßen, um die UPA zu ehren. Die UPA kollaborierte im Zweiten Weltkrieg zeitweilig mit Hitler und war an Massentötungen von jüdischen und polnischen Zivilisten beteiligt. Hinzu ziehen am 01. Januar regelmäßig Tausende Nationalisten nach Draußen, um Stepan Bandera zu huldigen. Ein Hitler-Kollaborateur dessen geführten militärischen OUN-Verbände während des Zweiten Weltkrieges an den Massentötungen von Juden, Zigeunern, russischen Partisanen und Polen maßgeblich beteiligt waren.