Türkei: Festnahmen von pro-kurdischen Spitzenpolitikern folgt Autobombenanschlag in Diyarbakir

Türkei: Festnahmen von pro-kurdischen Spitzenpolitikern folgt Autobombenanschlag in Diyarbakir
In der türkischen Stadt Diyarbakir hat es heute morgen vor einer Polizeistation eine massive Explosion gegeben. Am Himmel der mehrheitlich von Kurden bewohnten Stadt war eine große Rauchsäule zu beobachten. Die Explosion soll durch eine Autobombe verursacht worden sein. Mindestens 30 Menschen wurden verletzt und und mehrere sollen ums Leben gekommen sein.

In der Nacht zuvor hatten türkische Behörden die beiden Vorsitzenden der prokurdischen und drittgrößten Partei im Parlament HDP, Selahattin Demirtas und Figen Yüksekdag, festgenommen. Die Festnahmen erfolgten im Rahmen einer „Anti-Terror-Operation“. Auch in anderen Städten soll die Polizei HDP-Politiker festgenommen haben.

Den Festnahmen folgen Proteste von Kurden in der Türkei, aber auch in anderen Ländern. Auch in Deutschland sind kurdische Menschen zum Protest gegen die „Säuberungen“ der türkischen Regierung nach dem Putschversuch im Juli auf die Straße gegangen. Die türkischen Behörden ließen in den letzten Monaten über 100 Medien schließen, darunter viele pro-kurdische. Tausende Journalisten wurden arbeitslos, hinzu kommen Tausende Verhaftungen und weit Hunderttausend Staatsbedienstete, die entlassen wurden.

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