USA: Polizei geht mit Gummigeschossen und Tränengas gegen Pipeline-Gegner und Indigene vor

USA: Polizei geht mit Gummigeschossen und Tränengas gegen Pipeline-Gegner und Indigene vor
Am Conanball River im Südwesten des US-Bundesstaates North Dakota ist die Polizei gestern mit Tränengas und Gummigeschossen gegen Demonstranten vorgegangen. Die Protestler hatten sich zum Protest gegen den Bau der DAPL-Erdölpipeline im Fluss versammelt. Die Pipeline wird in der Nähe des sechstgrößten Indianerreservats der USA, dem „Standing Rock Reservation“, gebaut.

An dem Protest beteiligten sich Hunderte der direkt betroffenen Nachfahren der Ureinwohner und ihrer Anhänger. Die Bewegung bildete sich kurz nach Bekanntwerden der Baupläne. In den letzten Monaten wurden sie immer stärker und es kam erst im September zu landesweiten Solidaritätsveranstaltungen. Hunderte Aktivisten wurden allein in den letzten Monaten festgenommen. Unter ihnen befand sich am 10. Oktober auch die US-Schauspielerin Shailene Woodley. Ihr drohen nun im schlimmsten Fall zwei Monate Haft. Doch sie setzt ihren Protest gegen die Pipeline fort und startete eine Verkaufsaktion von T-Shirts. Die Einnahmen sollen dem Umweltschutz zu Gute kommen. Die Öl-Pipeline soll nur 500 Meter an der Grenze zum geschützten Indianergebiet vorbeilaufen. Die Ureinwohner befürchten, dass im Falle einer Panne oder eines Lecks ihr Gebiet unbewohnbar wird. Zudem seien durch die Bauarbeiten wichtige Grabstätten zerstört worden. Die Pipeline der Firma „Energy Transfer Pertners“ soll nach Fertigstellung eine Länge von 1.880 Kilometern haben und durch die US-Bundesstaaten North Dakota, South Dakota und Iowa bis nach Illinois täglich 450.000 Barrel Öl transportieren.