Nach grausamem Tod eines Fischers: Größte Massenproteste seit dem „Arabischen Frühling“ in Marokko

Nach grausamem Tod eines Fischers: Größte Massenproteste seit dem „Arabischen Frühling“ in Marokko
Der Tod eines Fischers letzten Freitag in Marokko sorgt für Massenproteste in vielen Städten Marokkos. Der 31-Jährige war nach der Beschlagnahmung und Zerstörung seiner Ware ums Leben gekommen, wohl in der Presse eines Müllwagens. Einige Medien behaupten, dass er selbst in den Müllwagen sprang. Fraglich ist allerdings, wer die Presse aktivierte. Unterstützt werden die jüngsten Proteste gegen Polizei-Willkür, wie auch schon 2011, von der "Bewegung 20. Februar".

Auf seinem Laster soll Mouhcine Fikri eine halbe Tonne Schwertfisch geladen haben, dessen Fang zu dieser Jahreszeit in Marokko verboten ist. Ein Video, das den schrecklichen Moment zeigt, in dem die Müllpresse aktiviert und Fikri zerquetscht wird, sorgt für große Empörung unter den Marokkanern. Noch am Samstag kam es zu kleineren Protesten in verschiedenen Städten, die sich bis Montag zu Massenprotesten gegen die Willkür der Polizei entwickelten.

Seit dem "Arabischen Frühling" 2011 hat es in dem Land nicht mehr solche Massenkundgebungen gegeben. Unterstützt werden die jüngsten Proteste, wie schon 2011, von der "Bewegung 20. Februar". Dieser Bewegung geht es aber laut eigenen Aussagen nicht um den Sturz des seit 1999 herrschenden Königs Mohammed VI. oder gar die Abschaffung der Monarchie, sondern um die Beschneidung seiner Macht und demokratische Reformen. Auf der Webseite der Bewegung heißt es:

"Wir sind eine Regenschirm-Organisation, die Platz für diejenigen bietet, die mit der politischen, ökonomischen und sozialen Situation Marokkos nicht zufrieden sind und die diese ändern wollen."

Das Innenminsterium ließ noch am Samstag eine Untersuchung zum Tode des Fischers in Al-Hoceima einleiten. Mittlerweile wurden elf Personen, darunter mehrere Beamte, festgenommen.