USA: Erneut erschießt Polizei einen Afroamerikaner und löst schwere Proteste und Krawalle aus

USA: Erneut erschießt Polizei einen Afroamerikaner und löst schwere Proteste und Krawalle aus
Gestern Abend ist erneut ein Afroamerikaner in den USA durch die Polizei erschossen worden. Keith Lamont Scott war 43 Jahre alt und siebenfacher Vater. Sein Auto war an einem Wohnkomplex in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina geparkt, wo die Polizei gerade auf der Suche nach einem anderen Mann war.

Als die Beamten eintrafen, soll er „seinen Wagen, bewaffnet mit einer Pistole, verlassen haben“, erklärte der Polizeichef von Charlotte, Kerr Putney. Er soll zudem „laute, klare verbale Befehle“ die Waffe fallen zu lassen, ignoriert haben, woraufhin der Polizist Brentley Vinson das Feuer eröffnete und ihn tötete.

Scotts Familie bestreitet die Polizei-Version und ist sich sicher, dass Scott nicht bewaffnet war, sondern ein Buch in der Hand hatte, das er gerade las, während er auf seinen Sohn wartete, den er von der Schule abholen wollte. Scott soll zudem gehandicapt gewesen sein.

Noch am selben Abend ist es zu schweren Protesten in der Stadt gekommen, bei denen mindestens 16 Polizisten verletzt wurden. Die Demonstranten warfen mit Steinen auf die Polizisten, brachen in einen Walmart Supermarkt ein, plünderten und setzten einen Anhänger in Brand. Zudem wurde ein Highway blockiert und mehrere Polizeiwagen zerstört.

Allein in diesem Jahr sind laut Polizeidatenbank 842 Menschen durch US-Polizisten erschossen worden.