Armenien: Mindestens 45 Verletzte nach schweren Zusammenstößen wegen Geiseldrama in Jerewan

Armenien: Mindestens 45 Verletzte nach schweren Zusammenstößen wegen Geiseldrama in Jerewan
Während in einem Polizeigebäude in Jerewan seit Sonntag durch Regierungsgegner Geiseln gehalten werden, versammeln sich Tag und Nacht Menschen vor dem Gebäude, um eine Stürmung durch die Polizei zu verhindern. Dabei kommt es vermehrt zu schweren Zusammenstößen, wie auch gestern Abend wieder. Bei einer regelrechten Straßenschlacht zwischen Aktivisten und Polizisten wurden mindestens 45 Menschen verletzt, davon 25 Polizisten.

Am Sonntag Morgen stürmten laut lokalen Medien etwa 25 schwerbewaffnete Geiselnehmer das Gebäude und nahmen Geiseln, darunter der stellvertretende Polizeichef Armeniens, Generalmajor Wardan Jegiasarjan, und der stellvertretende Polizeichef Jerewans, Oberst Waleri Ossipjan. Bei der Erstürmung durch die Regierungsgegner wurde ein Polizist getötet. Das Gebäude ist von Polizisten umstellt, während die Verhandlungen mit den Geiselnehmern weiterlaufen, durch die bereits zwei Geiseln freigelassen worden sind. Die Forderungen der Regierungsgegner sind zum einen die Freilassung des Oppositionellen, Schirajr Sefiljan, der seit Juni wegen illegalen Waffenbesitzes in U-Haft sitzt sowie weiterer inhaftierter Regierungsgegner und der Rücktritt des Präsidenten Sersch Sargsjan. Die Polizei erklärte diese allerdings schon für unerfüllbar.