Moldawien: „Judas!“ - Wütender Mob attackiert Ex-Präsident und NATO-Befürworter Ghimpu

Moldawien: „Judas!“ - Wütender Mob attackiert Ex-Präsident und NATO-Befürworter Ghimpu
Moldawiens Ex-Präsident, Mihai Ghimpu, der als scharfer Gegner der russischen Sprache in Moldawien gilt und im August 2009 in einer umstrittenen Parlamentswahl zum Parlamentspräsidenten gewählt wurde und sich stets für eine NATO-Mitgliedschaft Moldawiens eingesetzt hat, ist gestern von einem wütendem Mob aus Eu-Gegnern in der moldawischen Hauptstadt Kischinau in der Nähe des Parlaments attackiert worden.

Der Angriff kam kurz nach der Parlamentsabstimmung einen pro-europäischen Politiker als Ministerpräsidenten zu ernennen. Tausende wütende Bürger stürmten daraufhin das moldawische Parlament und etlichen gelang es sich Zutritt ins Gebäude zu verschaffen und dort weiter zu wüten. Die vorherige pro-europäische Führung war in einen Korruptionsskandal verwickelt, bei dem 1,3 Milliarden Euro verschwanden, was zur Herabsenkung des Lebensstandards und einer starken Inflation in Moldawien führte. Moldawien teilt sich förmlich in zwei Lager, dem pro-europäischen und dem pro-russischem. Kurz vor den Wahlen im Jahr 2014 verbot man die laut Umfragen stärkste pro-russische Partei, was vermutlich dem pro-europäischen Lager den Wahlsieg mit 44% gegenüber 38% der restlichen pro-russischen Parteien einbrachte. Die erneute Wahl eines pro-europäischen Ministerpräsidenten brachte das Fass bei den Demonstranten sprichwörtlich zum Überlaufen und der friedliche Protest wandelt sich zunehmend in einen brutalen. Mihais Ghimpu wurde nach der Attacke mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus gebracht.