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Nebenklageanwalt über Halle-Attentäter vor Gericht: "Der hat sich lächerlich gemacht"

Nebenklageanwalt über Halle-Attentäter vor Gericht: "Der hat sich lächerlich gemacht"
Am Dienstag hat das Gerichtsverfahren gegen den Halle-Attentäter Stephan Balliet in Magdeburg begonnen. Der Anwalt, der einen Nebenkläger vertritt, gab nun seinen Eindruck von dem Rechtsterroristen vor Gericht wieder. Dieser versuche ihm zufolge, den Prozess als Bühne zu missbrauchen und seine Ansichten zu verbreiten. Wie am Mittwoch bekannt wurde, habe der Angeklagte sogar gegrinst, als sein Tatvideo im Gerichtssaal abgespielt wurde.

Rückblick: Am 09. Oktober machte sich der damals 27-jährige Rechtsextremist Stephan Balliet mit seinem Auto und selbst gebauten Waffen auf den Weg zu einer Synagoge in Halle, in der sich Dutzende Menschen befanden. Er wollte diese stürmen und möglichst viele Menschen töten, doch er scheiterte an der massiven, versperrten Holztür, die seine selbst gebaute Handgranate nicht aufsprengen konnte. Anschließend richtete er eine Passantin, die an der Synagoge vorbeiging, mit mehreren Schüssen in den Rücken hin. Er stieg zurück ins Auto und fuhr los, hielt dann vor einem Dönerladen und betrat diesen. Zweimal ging er hinein und schoss auf einen Kunden, der ebenfalls verstarb. Währenddessen eröffnete er mehrmals das Feuer auf Passanten. Kurz danach lieferte er sich einen Schusswechsel mit einer Streifenwagenbesatzung und ergriff die Flucht. 

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Das gesamte Tatgeschehen zeichnete Balliet via Livestream mit. 

Nebenklageanwalt Onur Özata, der den Besitzer des Dönerlades vertritt, erlebte Balliet gestern vor Gericht und schildert seinen Eindruck vor der Kamera. 

Er ist ein Rassist, ein Antisemit und Islamhasser, und er hat hier versucht, auch seine kruden Ideen im Gericht zu erzählen und das Gericht als Bühne zu nutzen. Wir haben aber eine Vorsitzende und ein Gericht erlebt, das interveniert hat an den Stellen, wo er versucht hat, Propaganda zu betreiben. Und es ist ihm nicht gelungen, seine Ideen hier weiterzuverbreiten. Er hat sich eher lächerlich gemacht. Die Vorsitzende hat ihn entlarvt, hat aufgezeigt, dass er Lügen erzählt, dass die Dinge, die er über Muslime, über Juden, über Schwarze sagt, Hirngespinste sind. Und von daher ist dieser Prozess eigentlich für unsere Gesellschaft sehr gelungen. Also der erste Prozesstag ist sehr gelungen in dieser Hinsicht. 

Balliet muss sich vor Gericht unter anderem wegen zweifachen Mordes, versuchten Mordes in 68 Fällen, schwerer räuberischer Erpressung mit versuchten Todesfolgen, gefährlicher Körperverletzung, der fahrlässigen Körperverletzung und auch der Volksverhetzung verantworten. 

Wie Özata außerdem meint, sei der Prozess gerade in der heutigen Zeit besonders wichtig, in der Hass, Spaltung und Rassismus zunehmen würden. 

Warum ist dieser Prozess wichtig? Wir haben eine schreckliche Tat erlebt, bei der zwei Menschen getötet worden sind. Aber darüber hinaus haben wir auch den Angriff auf eine Synagoge erlebt, auf das Judentum in Deutschland, auf Muslime, bedrohte Minderheiten. Minderheiten, die sich zunehmend Angriffen in Deutschland und in Europa ausgesetzt sehen. Wir müssen natürlich als Gesellschaft und als Staat mit aller Härte und aller Macht dagegen vorgehen und zeigen, dass wir das nicht zulassen wollen, dass wir uns nicht spalten lassen als Gesellschaft.

Als das Tatvideo heute vor Gericht abgespielt wurde, soll Balliet dabei gegrinst haben. Mehrere Nebenkläger verließen den Raum, andere verdeckten sich ihre Augen. 

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