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Rheinsberg: "Fiktion" – Gestrandete Musikgruppe aus Bolivien wirft Medien Verzerrung vor

Rheinsberg: "Fiktion" – Gestrandete Musikgruppe aus Bolivien wirft Medien Verzerrung vor
Ein bolivianisches Panflötenorchester war am 10. März für Konzerte nach Deutschland gereist. Hier angekommen, wurden plötzlich Großveranstaltungen wegen der Corona-Pandemie abgesagt und ihr Heimatland machte seine Grenzen dicht. Seither ist die Gruppe in Rheinsberg gestrandet und ihre Geschichte in zahlreichen Medien. Über die Berichterstattung sind die Musiker allerdings mittlerweile nicht mehr so erfreut, denn es kursieren Falschmeldungen, wie der Orchesterleiter behauptet.

Trotz mehrerer Medienberichte, in denen ihre Situation ja schon märchenhaft umschrieben wurde, ist die reale Situation der Musiker alles andere als idyllisch. Denn das Ensemble ist weder in einem "verwunschenen" Rheinsberger Schloss eingesperrt noch fürchtet es Attacken der "23 Wolfsrudel", die es umzingeln. 

Sie leben in einem Haus am Schloss und ihre Sorgen sind die gleichen, wie vieler anderer in der Corona-Krise. Kaum einer der Musiker macht die Musik hauptberuflich, sondern hat eben auch einen "Brotjob", wie Timo Kreuser, Leiter des Solistenensembles PHØNIX16 im Interview erklärt.

Das Ensemble aus Berlin sollte mit den bolivianischen Musikern zusammen das MaerzMusik-Festival eröffnen.

Die nun festsitzenden Musiker können also nicht ihren regulären Jobs nachkommen, und so haben sie und ihre Familien dementsprechende finanzielle Einbußen. Zudem haben sie alle seit über zwei Monaten ihre Familie und Freunde nicht mehr gesehen und hatten keine Ahnung, wann sie endlich in ihre Heimat Bolivien zurückkönnen. Hinzu kommen die Sorgen um ihre Nächsten im Heimatland, das sich fest im Griff der Corona-Krise befindet. 

Der Leiter des bolivianischen Orchesters, Carlos Gutierrez, ist alles andere als glücklich über das unfreiwillige Stranden in Brandenburg. Auch wenn sein Team viele solcher Kommentare, vor allem aus der Heimat, lesen muss. Er lebe wie eine "Prinzessin in einem Schloss" und solle sich nicht darüber beschweren, hieß es darin. 

Wir haben die ganze Zeit gearbeitet. Es ist nicht umsonst, niemand schenkt uns etwas. Wir sind nicht in einem Schloss. Wir befinden uns in einer schwierigen Situation, einen Ozean weit weg von unseren Familien. Natürlich sehnen wir uns danach zurückzukehren und wissen nicht, wann das sein wird. Deshalb ist es auch [notwendig], diese schwierige Situation zu respektieren.

Zu den "zuckersüßen" Berichten sagte er: 

Nun, diese Erfahrung hat uns auch geholfen zu erkennen, wie diese Art von Nachrichten bei solchen Veranstaltungen funktioniert, wie diese Netzwerke arbeiten. Wir haben mehrere Kommentare erhalten, zunächst aus Unwissenheit, aber auch Falschmeldungen, die behaupten, wir befänden uns in einem Schloss. Man hat alles Mögliche über uns berichtet. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem ich persönlich beschlossen habe, keine weiteren Kommentare mehr zu lesen. Es hat bereits alle möglichen Arten von Kommentaren gegeben. [...] Wir haben ein Niveau erreicht, auf dem man sagen könnte, dass wir uns in einem Spukschloss befinden. Umgeben von 23 Wolfsrudeln, was bedeutet, dass wir von Zäunen umgeben sind, unfähig zu gehen, das ist einfach eine Fiktion in unserem Zustand.

Doch offenbar naht nun die Erlösung für die Musiker. Jüngsten Informationen zufolge sollen sie am kommenden Montag mit dem Flugzeug zurück nach Bolivien gebracht werden und so endlich nach Hause kommen.

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