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München: "Kurz vor Milchkrise" – Milchbauern fordern EU-weite Drosselung der Überproduktion

München: "Kurz vor Milchkrise" – Milchbauern fordern EU-weite Drosselung der Überproduktion
Milchbauern haben sich am Montag auf dem Münchner Odeonsplatz versammelt, um eine EU-weite Reduzierung der Milchüberschüsse zu fordern. Aufgrund der Corona-Pandemie sind auch hier Absatzmärkte eingebrochen, und die Überproduktion ließe die Milchpreise stark sinken. Statt der Öffnung der privaten Lagerhaltung für Milchpulver, die die Probleme nur verlagert, müsse die Produktionsmenge insgesamt gedrosselt werden, heißt es vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter.

Die EU hatte auf Druck der Milchindustrie Anfang Mai die private Lagerhaltung mit Zuschüssen von rund 80 Millionen Euro geöffnet. So sollen Einlagerungen von Milchpulver, Käse und Butter bei den Milchverarbeitern bezuschusst werden. Das sei aber keine wirkliche Lösung für ein solch grundlegendes Problem, heißt es vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM). Der BDM-Landesvorsitzende Manfred Gilch warf der Politik vor, nicht an die Ursache der Probleme heranzugehen, und forderte:

Dass wir jetzt marktwirtschaftlich reagieren, das heißt, wir dürfen nur so viel Milch jetzt produzieren, wie der Markt jetzt aufnehmen kann. Wir haben Märkte, Absatzmärkte, die uns weggebrochen sind. Wir müssen darauf reagieren, dass wir die Mengen EU-weit verbindlich zwei bis drei Prozent zurückfahren. 

Es bahne sich auch durch die Corona-Pandemie eine Krise in der Milchbranche an: 

Wir rutschen immer mehr in eine Milchkrise ab. [...] Der Milchpreis in Deutschland liegt zwischen 32 und 33 Cent [pro Liter]. Prognosen gehen davon aus, dass wir deutlich in Richtung 30 Cent und darunter marschieren werden, und das ist ein Signal, ein deutliches Signal, jetzt müssen wir die Reißleine ziehen.

Damit sich das Milchgeschäft für die Milchbauern rechnet, muss der Literpreis für Milch mindestens 40 Cent betragen, erklären die Bauern.

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