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Spargelernte: Hilfsarbeiter protestieren wegen nicht gezahlter Löhne und katastrophaler Zustände

Spargelernte: Hilfsarbeiter protestieren wegen nicht gezahlter Löhne und katastrophaler Zustände
Rund 50 Spargelerntehelfer haben am Montag in Bornheim bei Bonn erneut gegen schlechte Lebens- und Arbeitsbedingungen protestiert. Die überwiegend rumänischen Landarbeiter versammelten sich um das Containerdorf für Saisonarbeiter in Bornheim, prangerten unhygienische Lebensbedingungen an und warfen dem Insolvenzverwalter des Landwirtschaftsbetriebs Spargelhof Ritter vor, ihnen den Lohn vorzuenthalten.

Der landwirtschaftliche Betrieb Ritter in Bornheim ist einer der größten Spargel- und Erdbeerproduzenten in der Region. Seit Anfang März läuft ein Insolvenzverfahren. Der Betrieb sei vor allem wegen Dürre und Sturmschäden der vergangenen Jahre in die finanzielle Krise geraten. 

Wie die rumänischen Protestler vor der Kamera beanstanden, würde man sie nun ständig auffordern, Papiere zu unterschreiben, die sie gar nicht verstünden. Auch seien die Zustände in den Wohncontainern katastrophal, der hygienisch gebotene Schutz nicht gegeben. Ihnen würde Essen verabreicht, das "noch nicht einmal als Schweinefutter geeignet" wäre. 

Hinzu kommt, dass die Gläubigerversammlung die Erntearbeiten für den Spargel eingestellt hat, da die vielen Corona-bedingten Schließungen von Restaurants den Spargelabsatz einbrechen lassen haben. Erntehelfer, die die Kündigung erhielten, sitzen also nun ohne Arbeit fest, denn es fehle teilweise das Geld für die Rückreise, mit dem man durch die Arbeit gerechnet hat. 

Die Basisgewerkschaft "Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Bonn" (FAU) behauptet auf Facebook

Der zu diesem Zeitpunkt bereits insolvente Spargel- und Erdbeerenproduzent Ritter hatte seinen Erntehelfer/innen drei Monate Arbeit vertraglich zugesichert. Nun sollen sie nach einem Monat bereits auf eigene Kosten nach Rumänien abreisen, dabei kostet schon eine Strecke die Hälfte des unvollständig gezahlten Lohns. Am Dienstag müssen die Erntehelfer/innen ihre Unterkünfte verlassen und müssen zusehen, wo sie bleiben. Die ca. 250 Personen stehen vor der Obdachlosigkeit und stehen kurz davor, ohne das dringend benötigte Geld für sich und ihre Familien heimreisen zu müssen. 

Der Insolvenzverwalter wiegelt ab und verspricht, dass nach der Ernte alle ihre Löhne bekommen werden – bis dahin gäbe es Taschengelder. Niemand werde nach Hause geschickt, dem eine Rückreise nicht möglich ist.

Allerdings kommt es auch zu Kritik vonseiten der ehemaligen Betreiber des Spargel- und Erdbeerhofs Ritter an dem Insolvenzverwalter, wonach die Erntehelfer viel zu wenig Geld bekämen und man ihre Proteste unterstütze, so der Schwiegersohn der Betreiberfamilie Ritter und langjähriger Mitarbeiter Moritz Lorek, gegenüber dem Express. Man arbeitete teilweise schon 25 Jahre mit den Erntehelfern aus Rumänien zusammen und genoss bei ihnen bislang einen guten Ruf. 

Nach Bekanntwerden der Misstände waren Räumlichkeiten gereinigt worden und von zuständiger Amtsseite abgenommen worden. Arbeiter, die noch vor Ort sind, sollen bei der Erdbeerernte aushelfen können. 

Die FAU bestätigte gestern Abend einen kleinen Teilerfolg und kündigte an, weiterhin die Erntehelfer zu unterstützen: 

Heute kam es zu einer ersten Tranche von Lohnauszahlungen bei der insolventen Firma Spargel Ritter. Keiner der Saisonarbeiter/innen wurde der vertraglich zustehende Lohn ausgezahlt. Dennoch variierte die Höhe der Lohnzahlungen erheblich. Zum Teil wurden 500 Euro ausbezahlt, zum Teil nur 50. Eine Einzelperson erhielt nur 5 Euro. Einige Saisonarbeiter/innen verfügen damit nicht einmal über genug Geld, um in ihre Heimat zurückzukehren.

Die Stadt Bornheim möchte zudem schauen, ob man die Helfer aus Rumänien unterstützen kann, etwa durch Vermittlung in andere Betriebe. 

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