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Arzt aus Italien: Die eigene Corona-Infektion ist eine "sehr harte und lehrreiche Erfahrung"

Arzt aus Italien: Die eigene Corona-Infektion ist eine "sehr harte und lehrreiche Erfahrung"
Medizinisches Personal des Krankenhauses Cervello in Palermo, Sizilien, berichtete am Dienstag über die Ereignisse an vorderster Front im Kampf gegen das Coronavirus auf der italienischen Insel. Dr. Antonio Taormina, der sich selbst mit dem Virus infiziert hatte, war optimistisch und meinte, es sei eine "sehr lehrreiche Erfahrung" für ihn als Fachmann.

"Das Drama war, sich des Risikos vollkommen bewusst zu sein, das besteht, wenn man an die Schläuche des Beatmungsgerätes angeschlossen wird, weil mir die Ereignisse, die passierten und noch auf mich zukamen, völlig klar waren."

Tiziana Maniscalchi, die die neu geschaffene Abteilung COVID-19 leitet, sagte: "Wir haben das Problem sofort in Angriff genommen und dabei berücksichtigt, dass es bestimmte Patienten gibt, die zu gegebener Zeit von Nicht-COVID-Patienten getrennt werden sollten."

"Unser Ziel war es, uns einzuschließen und die ausgewählten Patienten so gut wie möglich zu betreuen, und hier muss ich sagen, dass wir eine wunderbare Arbeit geleistet haben", betonte sie.

Italien ist eines der am schlimmsten vom Coronavirus befallenen Länder in Europa. Mit über 135.000 bestätigten Fällen und der weltweit höchsten Zahl von Toten. Es waren mehr als 17.000 Menschen die aufgrund der mit dem Coronavirus in Zusammenhang stehenden Ursachen starben, so die jüngsten von der Johns Hopkins University veröffentlichten Daten.

Über hundert Priester an Corona gestorben

Über hundert Priester sollen in den letzten Wochen in Italien am Coronavirus gestorben sein. Das erklärt die Zeitung "Il Giornale" am Dienstag. Sie beruft sich dabei auf Zahlen aus allen italienischen Bistümern. Die Priester stammten aus allen Teilen des Landes; der jüngste der Verstorbenen sei 45 Jahre alt gewesen. Nicht eingegangen in die Statistik ist die Zahl der am Virus verstorbenen Ordensfrauen und Diakone.

Von einer Lockerung, wie sie nun Österreich für die Zeit nach Ostern plant, ist man in Italien daher noch weit weg. So erwägt die Regierung in Rom derzeit, die Schulen erst im September wieder zu öffnen. Doch gleichzeitig ist auch klar, dass das Land weitere Wochen oder gar Monate unter Lockdown-Bedingungen kaum durchhalten würde.

Allein der großflächige Produktionsstopp bei den italienischen Unternehmen bedeutet einen Umsatzverlust von 100 Milliarden Euro monatlich.

Es werde bald "einen neuen Frühling für Italien" geben, sagte der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte voraus. Ein neues Maßnahmenpaket komme hinzu, welches die Regierung bereits im März angekündigt hatte. Es habe ein Volumen von 340 Milliarden und sei durch staatliche Darlehen für Unternehmen abgesichert.

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