icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Nach "Sophia" kommt jetzt "Irini" – EU-Staaten starten neue Libyen-Mission

Nach "Sophia" kommt jetzt "Irini" – EU-Staaten starten neue Libyen-Mission
Bewaffnete Kämpfer, die der von der UN anerkannten Regierung von Ministerpräsident Fayiz as-Sarradsch nahestehen, versammeln sich im Süden von Tripolis (Bild vom 15. März).
Nachdem die Berliner Libyen-Konferenz nicht zum erhofften Durchbruch im Krieg in Libyen geführt hat, verständigten sich die EU-Staaten nun auf eine weitere Maßnahme, um das Waffenembargo effektiver durchsetzen zu können: eine neue Marinemission im Mittelmeer.

Die EU einigte sich auf ein Mandat für die neue Mission "Irini" (Griechisch für "Frieden") zur Durchsetzung des UN-Waffenembargos gegen Libyen. Die Botschafter der 27 EU-Staaten verständigten sich am Donnerstag in Brüssel darauf, dass die neue Operation das Embargo aus der Luft, per Satellit und auf dem Meer überwachen soll, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Diplomatenkreisen erfuhr. Damit kehrt die Staatengemeinschaft nach einjähriger Abwesenheit mit Schiffen zurück ins Mittelmeer. Die Entscheidung muss noch im schriftlichen Verfahren bestätigt werden.

Längst wird das libysche Schlachtfeld mit modernen Waffensystemen geflutet, Tripolis, Libyen, 30. Dezember 2019

Im Grundsatz hatten sich die Außenminister bereits im Februar auf eine solche Mission geeinigt, die die Ende März auslaufende Operation "Sophia" ablösen soll. Dennoch kam die Einigung vom Donnerstag nur mühsam zustande. Umstritten war vor allem der maritime Teil der Mission.

Österreich, aber auch andere Länder wie Ungarn hatten Bedenken, ein solcher Einsatz könnte dazu führen, dass mehr Migranten die gefährliche Überfahrt von Afrika nach Europa wagen, weil sie davon ausgehen könnten, gerettet zu werden. Diesen Bedenken trug die Einigung der Außenminister Rechnung. Danach sollen die Schiffe nicht im zentralen Mittelmeer, sondern deutlich weiter östlich eingesetzt werden, fernab der Fluchtrouten, etwa vor Bengasi oder dem Sueskanal.

Dennoch blockierten Ungarn und Österreich in den vergangenen Wochen zunächst die Verhandlungen. Zuletzt ging es auch um die Frage, welche Länder potenziell Gerettete aufnehmen würden und wo sie zunächst anlanden dürften.

An dieser Frage war bereits der maritime Teil der Operation "Sophia" gescheitert und deshalb vor einem Jahr eingestellt worden. Ursprünglich sollte die Mission Schmuggel und Menschenhandel im Mittelmeer eindämmen. Daneben wurden aber immer wieder Migranten aus Seenot gerettet – dazu verpflichtet das internationale Seerecht.

Durch die Verlagerung Richtung Osten soll dies bei der neuen Mission "Irini" umgangen werden. Sie soll neben der Überwachung des Waffenembargos auch organisierte Kriminalität im Auge haben, die für Migration verantwortlich ist. Außerdem will die EU weiter die libysche Küstenwache und Marine ausbilden.

Nach dem Berliner Libyen-Gipfel im Januar hatte die EU sich dazu bereit erklärt, die Überwachung des UN-Waffenembargos zu übernehmen. Das Embargo gilt seit 2011, ist aber weitgehend unwirksam. In Berlin hatten sich im Januar 16 Länder darauf verständigt, das Eingreifen von außen in den Libyen-Konflikt zu unterlassen und keine Waffen mehr zu liefern. Doch keine der Seiten hat sich an diese Vereinbarungen gehalten.

Mehr zum Thema - Libyen-Konflikt mit der Türkei: Zypern ist der Schlüssel 

(rt/dpa)

Folge uns aufRT
RT
Kriegstrauma loslassen lernen

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen