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Luxusbunker, Vorräte und privates Krankenpersonal: Superreiche in der Corona-Krise

Luxusbunker, Vorräte und privates Krankenpersonal: Superreiche in der Corona-Krise
Im Privatjet mit dem eigenen Krankenpersonal zum Luxusbunker ans andere Ende der Welt fliegen – so gehen einige Superreiche durch die Corona-Krise (Symbolbild, Palexpo, Schweiz, 2019).
Angesichts der Corona-Krise bereiten sich auch die Superreichen auf den Ernstfall vor. Neben dem Anlegen von Vorräten bedienen sie sich allerdings einiger Maßnahmen, die für die große Mehrheit der Bevölkerung nicht einmal denkbar erscheinen.

Weit gefehlt, wer dachte, dass Krankheiten und Epidemien einen demokratisierenden Effekt haben, weil plötzlich alle Menschen davon betroffen sein könnten. Vielmehr spiegelt sich die zunehmende Ungleichheit auch in der Vorsorge ums Überleben während der Pandemie wider. Während viele Menschen versuchen, sich mit Desinfektionsmitteln, Toilettenpapier und einigen Lebensmitteln einzudecken, sieht das Vorgehen bei den Superreichen ganz anders aus.

Vor dem Eingang eines Krankenhauses in Codogna am 11. März

Die Möglichkeiten dazu haben viele Wohlhabende dieser Welt bereits seit Längerem vorbereitet – für alle Fälle. Doch aktuelle Nachfragemuster zeugen von einer gewissen Panik unter den Superreichen.

Sie chartern Privatjets, um zu ihren Ländereien oder gar bereits speziell vorbereiteten Katastrophenbunkern in teils fernen Gefilden aufzubrechen, die von dem Ausbruch des neuartigen Virus bisher weniger betroffen sind.

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Robert Vicino, Gründer und Geschäftsführer der Vivos Group, eines US-Unternehmens, das unterirdische Luxus-Bunker anbietet – auch in Deutschland –, sagte gegenüber dem Guardian, dass seine Firma seit Beginn der Corona-Krise eine erhöhte Nachfrage erfahren habe.

Kris Jenner beispielsweise, deren Familie weder durch harte Arbeit noch durch besonderes Talent, sondern mit der Reality-Fernsehserie Keeping up with the Kardashians sehr reich geworden ist, sagte einst, sie sei "die erdbebensicherste Person", die sie kennt, da sie einen "Bunker" mit allen Vorräten habe, die ihre Familie jemals benötigen könnte – nur für den Fall, dass ihre Heimatstadt Los Angeles jemals von einer Naturkatastrophe bedroht sein sollte. Dazu habe sie Feuerlöscher und Rucksäcke voller Vorräte, Taschenlampen und Wasser.

Gut gelaunt: Jens Spahn und Angela Merkel vor ihrer Pressekonferenz am Mittwoch in Berlin.

Der US-amerikanische Investor deutscher Herkunft, Peter Thiel, der regelmäßig die Bilderberg-Treffen besucht, zu den großzügigen Unterstützern Donald Trumps zählt und nach eigenen Aussagen stolz ist, US-Amerikaner zu sein, hat sich Hunderte Hektar unberührtes Land in Neuseeland zugelegt. Auch andere Millionäre und Milliardäre, Hedgefondsmanager oder Tech-Profiteure aus Silicon Valley gehören schon länger zu den professionellsten Preppern, die mit Konserven und vollgetankten Hubschraubern sowie Wohnungen in atombombensicheren Bunkern, gern auch mit Häusern und Grundstücken in Neuseeland, bereit für jegliche große Apokalypse sein wollen.

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Wer keine eigenen Flieger, aber über genügend Mittel verfügt, nimmt buchbare Privatjet-Dienstleister wie PrivateFly in Anspruch, die einen Anstieg in der Nachfrage verzeichnen, weil wohlhabende Leute Evakuierungsflüge aus Hochrisikoländern heraus arrangierten. Jene, die nicht ganz in der Liga sind, private Jets zu besitzen oder zu buchen, arrangieren sich Zugang zu privaten Flughafen-Lounges, um das Risiko zu vermeiden, mit einer großen Zahl von Reisenden in Kontakt zu kommen. Wer es sich leisten kann, lässt sich gesondert abfertigen und isoliert zum Flugzeug bringen, um Interaktionen mit anderen Passagieren auf dem Weg zu ihrem Sitzplatz zu minimieren.

Laut dem Guardian fordern Superreiche Zugang zu Ärzten in Privatkliniken und private Coronavirus-Tests, die für normale Bürger zumal in Großbritannien, aber auch in anderen Ländern nicht so einfach durchzuführen sind. Der Geschäftsführer einer privaten Klinik in London bestätigte, dass somit die Anfrage jener gestiegen ist, die sich private Tests leisten können. Zwar habe das Gesundheits- und Sozialministerium angeordnet, dass alle Tests durchgeführt werden müssten.

Andererseits hätten einige Privatkliniken Wege gefunden, die Proben von Virus-Tests reicher Klienten ins Ausland zu senden. Außerdem würden einige Menschen, die es sich leisten können, Dienstleistungen wie Vitamininjektionen für umgerechnet rund 400 Euro annehmen. Der 84-jährige Milliardär Ken Langone wusste sich zu helfen, indem er Spitzenmediziner der nach ihm benannten Klinik NYU Langone Health konsultierte, wie Bloomberg berichtete. Und einige der Wohlhabenden buchen sich zumindest privates Krankenpersonal oder nehmen dieses gar bei ihren Charterflügen gleich mit.

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