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Handy von Amazon-Chef Bezos gehackt? Saudi-Arabien weist Vorwürfe als "absurd" zurück

Handy von Amazon-Chef Bezos gehackt? Saudi-Arabien weist Vorwürfe als "absurd" zurück
Amazon-Gründer Jeff Bezos, hier beim 70. Internationalen Astronauten-Kongresses am 22. Oktober 2019 in Washington D.C., soll Opfer eines Hacker-Angriffs geworden sein.
Wurde das Handy des Amazon-Gründers Jeff Bezos von Saudi-Arabien gehackt? Dies zumindest berichtet die britische Zeitung "Guardian" unter Berufung auf anonyme Quellen. Die Botschaft des saudischen Königreichs in den USA wies die Vorwürfe als "absurd" zurück.

Das Handy von Jef Bezos, Amazon-Gründer und Eigentümer der Washington Post, für die auch der ermordete Journalist Jamal Khashoggi gearbeitet hatte, soll 2018 gehackt worden sein. Passiert sei es offenbar durch ein Video unbekannten Inhalts, das mit einem Schadprogramm infiziert war. Laut einem Bericht der britischen Zeitung Guardian sollen Bezos als der offiziell reichste Mann der Welt und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman im Mai 2018 WhatsApp-Nachrichten ausgetauscht haben. Im Verlauf des Chats soll Bezos dann eine schadhafte Videodatei erhalten haben, durch die mit "hoher Wahrscheinlichkeit" sein Telefon gehackt wurde.

Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman während des G20-Gipfels in Buenos Aires, Argentinien 30. November 2018.

Bin Salman traf sich mit Bezos wenige Wochen zuvor

Dies würden demnach digitale forensische Analysen ergeben, die das Sicherheitsteam von Bezos später durchgeführt hätte. Innerhalb von Stunden seien massenweise Daten von dem Mobiltelefon heruntergeladen worden. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf anonyme Quellen.

Wenige Wochen vor dem Vorfall mit der WhatsApp-Nachricht hatten sich die beiden Männer auf einer Veranstaltung in Hollywood getroffen und ihre Telefonnummern ausgetauscht. Der 32-jährige Kronprinz befand sich damals zu einer Charmeoffensive in den Vereinigten Staaten von Amerika. Neben den Treffen mit US-Präsident Donald Trump und dem Ex-Präsidenten Bill Clinton traf er auch den Microsoft-Gründer Bill Gates und kam eben auch mit dem Amazon-Gründer zusammen. Der saudische Thronfolger warb im Rahmen der Initiative "Kingdom Vision 2030" (Visionen des Königreichs 2030) für den Golfstaat als Business-Standort.

Wenige Monate nach dem mutmaßlichen Hack wurde der saudi-arabische Journalist Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet. Seine sterblichen Überreste wurden nie gefunden. Er soll nach einem brutalen Verhör zerstückelt worden sein. In Riad wurden mittlerweile für diesen Mord unter anderem fünf Personen zum Tode verurteilt. Der Kronprinz bestritt stets, selbst die Ermordung angeordnet zu haben. Khashoggi galt als scharfer Kritiker des saudischen Königshauses und lebte im selbstgewählten Exil in den USA. Er arbeitete unter anderem als Kolumnist für die Zeitung Washington Post, deren Eigentümer Jeff Bezos ist. Seit dem Mord galt das Verhältnis zwischen dem Miliardär und Riad als angespannt.

Im Bericht des Guardian steht, dass die Zeitung keine Kenntnisse darüber habe, welche Daten vom Telefon des Amazon-Gründers abgezogen worden seien. Doch Anfang Januar 2019 hatte die US-Boulevardzeitung National Enquirer intime Details über das Privatleben des Multimilliardärs veröffentlicht. Die Artikel enthielten etwa unter anderem Nachrichten, die Bezos wenige Tage nach dem mutmaßlichen Hack an seine damalige Geliebte verschickt hatte.

Außenminister von Saudi-Arabien: Vorwürfe "absolut lächerlich"

Die saudische Botschaft in den USA wies die Vorwürfe über die Verwicklung des Landes in den Hacker-Angriff auf den Amazon-Chef als "absurd" zurück und forderte eine Untersuchung der Behauptung, damit alle Fakten ans Licht kämen.

Auch Saudi-Arabiens Außenminister Prinz Faisal bin Furhan A. F. Furhan Al Saud äußerte sich am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. In einem Interview mit der  Nachrichtenagentur Reuters sagte er: "Ich denke, das Wort 'absurd' passt genau." Der Gedanke, der Kronprinz würde Jeff Bezos' Telefon hacken, sei absolut lächerlich.

Am Mittwoch forderten zwei UN-Experten eine dringende Untersuchung des Falls. Dabei müssten US- und andere relevante Behörden ermitteln, ob der saudische Kronprinz bin Salman persönlich in Versuche involviert sei, vermeintliche Gegner ins Visier zu nehmen, teilte die UN-Sonderberichterstatterin für willkürliche Hinrichtungen, Agnès Callamard, und ihr für Meinungsfreiheit zuständiger Kollege David Kaye mit.

Die Information, die wir bekommen haben, deutet auf die mögliche Beteiligung des Kronprinzen an der Überwachung von Bezos hin", schrieben Callamard und Kaye.

Diese Hinweise seien für die Ermittlungen zum Tod von Khashoggi relevant.

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