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Ukraine geht trotz US-"Beweisen" weiterhin von einem Absturz der Maschine im Iran aus

Ukraine geht trotz US-"Beweisen" weiterhin von einem Absturz der Maschine im Iran aus
Der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij legte im Flughafen Borispil in Kiew Blumen zu Ehren der Todesopfer des im Iran verunglückten Passagierflugzeugs nieder.
Obwohl die Untersuchungen zum Flugzeugunglück im Iran noch gar nicht richtig begonnen haben, gehen Länder wie die USA, Kanada und Großbritannien davon aus, dass es sich um einen versehentlichen Abschuss handelt. Die Ukraine ist davon trotz der "Beweise" nicht überzeugt.

Zuletzt schloss sich auch NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Rande eines Sondertreffens der EU-Außenminister in Brüssel am Freitag der Meinung an, dass das Passagierflugzeug der Ukrainian International Airlines am 8. Januar abgeschossen wurde. Es gebe keinen Grund, den Berichten mehrerer NATO-Partner nicht zu glauben, sagte er. Gleichzeitig betonte Stoltenberg, dass es jetzt aber gründlicher Ermittlungen bedarf.

Mitarbeiter des Roten Halbmonds kontrollieren Plastiktüten an der Stelle, an der das Flugzeug der Ukraine International Airlines nach dem Start vom iranischen Flughafen Teheran-Imam Chomeini am Stadtrand aus bisher unbekannter Ursache abgestürzt war, 8. Januar 2020

Damit legte sich die transatlantische Allianz bereits auf ein Szenario – und damit auch auf einen Schuldigen – fest, ohne überhaupt die offiziellen Untersuchungen abgewartet zu haben, die gerade erst anrollen. Dass es "gründlicher Ermittlungen" bedürfe, erscheint wie ein Lippenbekenntnis, da kaum anzunehmen ist, dass Stoltenberg diese Aussage revidieren würde, sollten die Ermittlungen zu einem anderen als dem bereits festgelegten Ergebnis führen.

Die EU wollte sich denn auch nicht wie Stoltenberg oder die USA festlegen, sondern rief den Iran dazu auf, bei der Aufklärung und Ermittlung transparent mitzuhelfen, wie es die Iranische Zivile Luftfahrtbehörde versprochen hatte. Auch ein weiteres Land wollte sich nicht an den Spekulationen und Beschuldigungen beteiligen: die Ukraine.

Als Herkunftsland des Flugzeugs und von elf Todesopfern fällt der Ukraine eine wichtige Rolle bei der Aufklärung zu. Deshalb forderte der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij die USA auf, die vermeintlichen Beweise zur Verfügung zu stellen, die dazu geführt haben, dass die US-Regierung von einem Abschuss spricht. Selenskij und sein Außenminister Wadim Pristajko holten die "Beweise" persönlich am Freitag in der US-Botschaft in Kiew ab. Diese wurden anschließend von ukrainischen Experten analysiert und es sollte um 15 Uhr ein Gespräch zwischen dem ukrainischen Präsidenten und US-Außenminister Mike Pompeo stattfinden, schrieb Pristajko auf Twitter. 

Doch das, was die Ukrainer von den US-Amerikanern erhalten haben, scheint sie nicht überzeugt zu haben. Denn nach dem Telefongespräch zwischen Selenskij und Pompeo erklärte der ukrainische Außenminister gegenüber Journalisten, dass Kiew "zum jetzigen Zeitpunkt keine Schlussfolgerungen zur Ursache des Absturzes" des ukrainischen Flugzeugs bei Teheran ziehen möchte. Das heißt, die Ukraine behandelt die Tragödie weiterhin als Absturz und nicht als Abschuss.  

Selenskij selbst vermeldete nach dem Gespräch mit Pompeo lediglich, dass die "Daten der USA wichtige Informationen für die Untersuchung enthalten" und er bedankte sich für das "Mitgefühl des amerikanischen Volkes und die wertvolle Unterstützung der Vereinigten Staaten bei der Untersuchung der Ursache der Katastrophe".

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