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Mörder oder Held? USA verlangen Auslieferung eines Fahnenflüchtigen von der Ukraine

Mörder oder Held? USA verlangen Auslieferung eines Fahnenflüchtigen von der Ukraine
Craig Lang in der Ukraine
In Florida wollte er mit einem ukrainischen Bekannten Waffen für den "Widerstand" in Venezuela kaufen. Die Übergabe geriet außer Kontrolle, und Craig Lang flüchtete in die Ukraine, wo er als "Held" gefeiert wird. Die USA wollen ihn aber als Mörder vor Gericht sehen.

Craig Lang war Angehöriger der US Army, bevor er sich 2015 entschloss, Fahnenflucht zu begehen und in die Ukraine zu gehen. Dort schloss er sich dem Rechten Sektor an, einer Organisation, der ukrainische Ultranationalisten, Kriminelle und Nazis angehören. Als die Putschistenregierung in Kiew im Frühsommer 2014 einen Bürgerkrieg in der Ostukraine vom Zaun brach, kämpfte der Rechte Sektor an vorderster Front mit und wird für zahlreiche Menschenrechtsverletzungen verantwortlich gemacht.

Regierungschef spricht bei Neonazi-Konzert von der Bühne:

Im April 2016 schloss er sich der Georgischen Nationallegion an, einer paramilitärischen Miliz von mehrheitlich georgischen Freiwilligen, die in die 54. Mechanisierte Brigade der ukrainischen Armee integriert wurde und im Donbass kämpfte. Deren Kommandeur, Mamuka Mamulaschwili, nannte Lang einen "sehr guten Spezialisten" und betonte, dass es aus militärischer Sicht "nichts Schlechtes über ihn zu sagen gibt". Von den Problemen in den USA sei ihm nichts bekannt gewesen. Selbst dem ukrainischen Geheimdienst SBU, der einen Hintergrundcheck von Lang gemacht habe, sei nichts Negatives aufgefallen.

Doch Lang war nicht der einzige Ausländer, der sich dieser gefährlichen Gruppierung anschloss. Dort lernte er Alex Zwiefelhofer kennen, einen weiteren Veteranen der US Army. Als sich der Krieg im Donbass zu einem Stellungskrieg zwischen ukrainischen Streitkräften und den Milizen der selbst ernannten Volksrepubliken Donezk und Lugansk entwickelte, suchten die beiden US-Amerikaner mehr Action. Diese erhofften sie sich in Kenia, wo sie die islamistischen Al-Shabaab-Milizen bekämpfen wollten.

Der Plan sollte allerdings nicht aufgehen. Die beiden Männer wurden von kenianischen Sicherheitskräften verhaftet, als sie 2017 illegal in den Südsudan ausreisen wollten. Bei der Überprüfung Langs und Zwiefelhofers stellten die Behörden in Nairobi fest, dass der US-Inlandsgeheimdienst FBI bereits ein Auge auf Lang geworfen hatte.

Über Facebook kommunizierte er ein Jahr zuvor mit Jarrett William Smith, ebenfalls ein US-Soldat, der sich bei Lang erkundigte, wie er sich dem Asow-Bataillon in der Ukraine anschließen könnte. Wie beim Rechten Sektor, sammeln sich auch im Asow-Bataillon Nazis, Ultranationalisten und Anhänger der Theorie von der Überlegenheit der Weißen. Aber Smith wollte mehr, als sich nur dieser Gruppierung anzuschließen. Er wollte töten.

Laut der Anklageschrift gegen Lang und Zwiefelhofer vor dem Bundesgericht von Florida wies Lang den noch aktiven US-Soldaten Smith darauf hin, dass er bei Asow mit Auftragsmorden konfrontiert werden könnte. 

Du könntest damit beauftragt werden, gewisse Leute zu töten, die bei gewissen Gruppen in Ungnade gefallen sind.

Archivbild: Neue Mitglieder schließen sich dem rechtsextremen ukrainischen Bataillon Regiment Asow an

Demnach soll Smith auch über die Möglichkeit gesprochen haben, Antifa-Mitglieder umzubringen und nicht näher genannte US-Nachrichtensender mit Autobomben in die Luft zu jagen. Das alles – und die Fahnenflucht – war für das FBI Grund genug, Lang im Visier zu behalten. Nach der Festnahme in Kenia, wurde er zusammen mit Zwiefelhofer in die Heimat abgeschoben. 

Für die beiden US-Veteranen war die Episode in Kenia allerdings kein Grund, ihren Wunsch nach Kampfeinsätzen zu begraben. Statt al-Shabaab in Kenia zu bekämpfen, wollten sie sich nun dem bewaffneten Widerstand in Venezuela anschließen. In der Anklageschrift heißt es dazu, dass sie dort "an einem bewaffneten Konflikt gegen die Bolivarische Republik Venezuela teilnehmen" wollten. Ihnen fehlte aber das Geld, um die Reise nach Südamerika überhaupt antreten zu können. 

Aus diesem Grund gaben Lang und Zwiefelhofer ein Inserat auf, in dem sie sich als "Jeremy" ausgaben und die Reise mit einem privaten Waffenverkauf finanzieren wollten. Serafin "Danny" Lorenzo und seine Frau Deana reisten am 9. April 2018 nach Estero im US-Bundesstaat Florida, um sich für 3.000 US-Dollar zwei 9-Millimeter-Pistolen, vier Glocks und neun Sturmgewehre zu kaufen, wie die Washington Postberichtete. Zu einem Handel sollte es jedoch nicht kommen. Das Ehepaar tappte auf dem Parkplatz des Estero Community Parks in ihrem roten Pick-up in eine Falle, als sie in der Nacht unter Beschuss gerieten. Ihr Fahrzeug wurde durchlöchert, beide starben an ihren schweren Verletzungen. Die Mörder nahmen das Geld und verschwanden vom Tatort.

Statt nach Venezuela setzte sich Lang nach Mexiko ab und reiste über Kolumbien nach Spanien, von wo aus er in die Ukraine zurückkehrte. Zwiefelhofer wurde bereits im Mai 2018 im US-Bundesstaat Wisconsin verhaftet, nachdem er dort versucht hatte, eine Waffe zu kaufen. 

Seit Ende September 2019 sitzt der US-Amerikaner in der Ukraine in Untersuchungshaft, nachdem die Regierung in Washington formell einen Auslieferungsantrag an Kiew gestellt hat. Doch die USA haben kein Auslieferungsabkommen mit der Ukraine, und Kiew verlangt vom US-Justizministerium eine Garantie, dass Lang im Falle einer Auslieferung nicht zum Tode verurteilt wird. Dessen Anwalt Dmitri Morgun sagteNBC News:

Wir wissen, dass er in den US-Massenmedien sehr negativ dargestellt wird. In der Ukraine ist das nicht der Fall. In der Ukraine ist er ein Held. Er verteidigt unsere Interessen und unser Land.  

Am Tag der ersten Anhörung vor dem ukrainischen Gericht in Winnyzja heiratete der mutmaßliche Mörder seine schwangere Freundin Anna Osipowitsch, wovon er sich bessere Chancen auf Asyl in der Ukraine erhofft. 

Mehr zum Thema - Projekt "New Ukraine": George Soros und das US-Außenministerium 

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