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Apple, Microsoft, Tesla: 14 Familien aus Kongo klagen wegen tödlicher Kinderarbeit

Apple, Microsoft, Tesla: 14 Familien aus Kongo klagen wegen tödlicher Kinderarbeit
(Archivbild). Ein Kind neben einem Lastwagen mit Steinen aus einer Kobalt-Mine. Demokratische Republik Kongo am 23. Mai 2016.
Fünf der weltweit größten Technologieunternehmen müssen sich demnächst vor einem US-Gericht verantworten. Eine Klägergruppe aus kongolesischen Familien wirft den Unternehmen vor, den Tod und die Verletzung von Kindern bei der Kobaltgewinnung in Kauf genommen zu haben.

Im Namen von 14 Familien aus dem Kongo reichte am Sonntag die US-amerikanische Menschenrechtsorganisation International Rights Advocates eine Klage gegen Tesla Inc., Apple Inc., Alphabet Inc., Microsoft Corp. und Dell Technologies Inc. ein. Die Kläger werfen den Unternehmen vor, den Tod und die Verletzungen von Kindern wissentlich in Kauf genommen zu haben, die in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) in Kobaltminen arbeiten müssen.

Symbolbild: Kakaobohnen, Caruao, Venezuela, 24. Oktober 2017

Es ist die erste Klage ihrer Art. Bilder aus Gerichtsunterlagen, die beim Bundesbezirksgericht in Washington D.C. eingereicht wurden, sollen unter anderem verstümmelte und verletzte Kinder zeigen. Sechs der betroffenen 14 Kinder in dem Fall wurden bei Tunnelzusammenbrüchen getötet, die anderen sollen laut der Klageschrift lebensgefährliche Verletzungen, einschließlich Lähmungen, erlitten haben.

Terrence Collingsworth, ein Anwalt, der die Familien vertritt, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters:

Diese Unternehmen – die reichsten Unternehmen der Welt, diese schicken Gerätehersteller – haben es ermöglicht, dass Kinder verstümmelt und getötet werden, um ihren billigen Kobalt zu bekommen.

Kobalt ist noch immer unerlässlich für die Herstellung wiederaufladbarer Lithium-Batterien, die in Millionen von Produkten verwendet werden. Mehr als die Hälfte des weltweiten Kobalts wird im Kongo produziert. Laut einer Studie der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2018 wird die weltweite Nachfrage nach dem Metall in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich um 7 bis 13 Prozent jährlich steigen.

Laut der Klage sind die betroffenen Kinder bereits im Alter von sechs Jahren wegen der extremen Armut ihrer Familien gezwungen, die Schule zu verlassen und im Kobaltbergbau der britischen Minengesellschaft Glencore zu arbeiten. Dem Rohstoffriesen wurde schon öfter Kinderarbeit vorgeworfen. Die Kläger werfen den Unternehmen vor, dass sie alle in der Lage seien, ihre Kobalt-Lieferketten zu modifizieren, um sicherere Arbeitsbedingungen zu gewährleisten. Die betroffenen Kinder im Kongo sollen nur 1,50 Dollar (rund 1, 35 Euro) pro Tag erhalten haben – bei sechs Wochenarbeitstagen.  

"Ich habe noch nie eine schwerwiegendere Asymmetrie bei der Verteilung des Einkommens zwischen der Spitze der Lieferkette und der Unterseite erlebt oder dokumentiert", sagte Siddharth Kara, ein Forscher für moderne Sklaverei und Sachverständiger für die kommende Gerichtsverhandlung. "Es ist diese Trennung, die dies vielleicht zur schlimmsten Ungerechtigkeit von Sklaverei und Kinderausbeutung macht, die ich in meinen zwei Jahrzehnten Forschung gesehen habe", so Kara weiter.

Kupfer- und Kobaltmine im Tagebau Tenke Fungurume im Kongo

Schätzungen zufolge sind mehr als 40 Millionen Menschen weltweit Opfer von moderner Sklaverei. Dazu gehören unter anderem Zwangsarbeit und Zwangsheirat. Dell erklärte in einer Stellungnahme, dass es "nie wissentlich Operationen" mit Kinderarbeit durchgeführt und eine Untersuchung der Vorwürfe eingeleitet habe. Ein Sprecher von Glencore sagte: "Glencore nimmt die Vorwürfe zur Kenntnis, die in einer am 15. Dezember 2019 eingereichten US-Klage enthalten sind. Die Kobaltproduktion von Glencore in der DRK ist ein Nebenprodukt unserer industriellen Kupferproduktion. Glencore in der DRK kauft weder handwerklich gewonnenes Erz noch wird es verarbeitet. Glencore toleriert keine Form von Kinder-, Zwangs- oder Pflichtarbeit."

Apple erklärte, das Unternehmen sei der verantwortlichen Auswahl der Quellen für das Material, das in Apple-Produkte gehe, zutiefst verpflichtet. "Wir haben die Industrie bei der Etablierung strenger Standards für unsere Zulieferer angeführt und wir arbeiten kontinuierlich daran, die Messlatte für uns und die gesamte Industrie höher zu legen."

Und weiter: Im Jahr 2014 habe Apple als erste Firma die eigene Kobalt-Lieferkette bis hinunter auf die Ebene der Minen dargestellt. Seit 2016 habe sie zudem jedes Jahr eine komplette Liste aller Kobaltraffinerien veröffentlicht, die für Apple arbeiten – alle dieser Zulieferer würden sich unabhängigen Audits unterwerfen. "Falls eine Raffinerie nicht fähig oder nicht willens ist, unsere Standards einzuhalten, wird sie aus der Lieferkette ausgeschlossen. Im Jahr 2019 habe Apple die Zusammenarbeit mit sechs Kobaltraffinerien beendet", so das Unternehmen.

 

 

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