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Bedrohlicher Konflikt um Erdgas im Mittelmeer: Griechen wollen NATO gegen Türkei einschalten

Bedrohlicher Konflikt um Erdgas im Mittelmeer: Griechen wollen NATO gegen Türkei einschalten
Der Streit um die Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer weitet sich aus. Nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärt hat, die türkischen Sondagen vor Zypern fortzuführen, will der griechische Ministerpräsident Mitsotakis jetzt die NATO einschalten.

Vertreter der griechischen Regierung, die am Samstag in eine türkische Grenzstadt kamen, um die Inbetriebnahme der Teilstrecke einer von der EU geförderten Erdgaspipeline beizuwohnen, verließen verärgert die Veranstaltung, nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan erklärt hatte, weiterhin vor den Küsten Zyperns nach Erdgas bohren zu lassen.

Der von der UNO und auch von Deutschland anerkannte Ministerpräsident Libyens Fayiz as-Sarradsch am 27. November zu Besuch beim türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan in Istanbul

Der griechische Premierminister Kyriakos Mitsotakis teilte derweil am Sonntag mit, auf dem bevorstehenden NATO-Gipfel die Beschwerden seines Landes gegen die Türkei vorzubringen, in der Hoffnung, dass sich die Allianz auf die Seite Griechenlands stellen wird.

Griechenland verurteilte die Erdgasbohrungen der Türkei in der Nähe von Zypern und das jüngste Abkommen Ankaras mit Libyen zur Festlegung der Grenzen der jeweiligen ausschließlichen Wirtschafszone im Mittelmeer unter Umgehung Griechenlands und Ägyptens.

Das Bündnis dürfe nicht tatenlos zusehen, wenn eines seiner Mitglieder internationale Regeln missachtet und einen Konflikt mit einem anderen Mitgliedsstaat verursacht, erklärte Mitsotakis auf einem Kongress seiner konservativen Regierungspartei.

Die Türkei erkennt den EU-Inselstaat Zypern nicht an, dessen Nordhälfte sie besetzt hält. Sie behauptet, dass die Europäische Union die Interessen der türkisch-zyprischen Bevölkerung ignoriert, die unter türkischer Protektion im Norden einen international nicht anerkannten eigenen Staat gegründet hat.

Die Ankündigung des türkisch-libyschen Abkommens in dieser Woche hat die Spannungen im östlichen Mittelmeer noch weiter verschärft, weil darin unter anderem die griechische Insel Kreta ignoriert wird. Athen argumentiert, dass der Pakt die wirtschaftlichen Rechte anderer Nationen im östlichen Mittelmeerraum verletzt.

Der griechische Außenminister Nikos Dendias erklärte, dass "Dutzende" Urteile internationaler Gerichte gegen die türkische Position sprechen. Er hinterfragte zudem die Autorität des libyschen Vertreters, derartige Abkommen zu unterzeichnen. Das libysche Parlament werde das Abkommen voraussichtlich zurückweisen, so Dendias. Er drohte zudem mit der Ausweisung libyscher Diplomaten aus Griechenland.

Mehr zum Thema - Türkischer Außenminister zu EU-Sanktionen: Die können wir nicht ernst nehmen

Als Reaktion auf den Schritt Ankaras will Griechenland jetzt die Gespräche mit Ägypten über die Festlegung der jeweiligen ausschließlichen Wirtschaftszone beschleunigen. Auch Ägypten lehnt das libysch-türkische Abkommen ab.

Die EU hatte bereits Anfang November im Zusammenhang mit dem Streit um die Ausnutzung der Erdgasfelder vor Zypern Sanktionen gegen die Türkei verhängt.

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