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Google heuert gewerkschaftsfeindliche Beraterfirma an

Google heuert gewerkschaftsfeindliche Beraterfirma an
Ein Protest-Flyer am Eingang des Google-Kantine in Mountain View, Kalifornien am 1. Mai 2019. Der Flyer wirft dem Unternehmen vor, mit "Vergeltungsmaßnahmen" gegen kritische Mitarbeiter vorzugehen.
Immer wieder kommt es bei Google zu Unruhen, weil Mitarbeiter gegen verschiedene Aspekte der Unternehmenspolitik protestieren. Zwei Mitarbeiter des Technologie-Riesen verrieten nun, mit welchen Mitteln Google offenbar gedenkt, der Aufmüpfigkeit ein Ende zu setzen.

Das Silicon Valley galt lange als ein Ort mit besonders angenehmen Arbeitsbedingungen: Flache Hierarchien, kostenloses Essen und Shuttleservices für die Mitarbeiter waren neben vergleichsweise hohen Gehältern nur einige wenige Merkmale der neuen "Start-up-Kultur". Doch die rosigen Zeiten scheinen vorbei.

Spätestens wenn es um das Thema Mitbestimmung geht, hört der Spaß auch dort offenbar auf. Laut einem Bericht der New York Times soll Google ein gewerkschaftsfeindliches Beratungsunternehmen angeheuert haben, um seine Mitarbeiter endlich wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Symbolbild: Quantenrechner D-Wave 2X im Ames Research Center der NASA in Mountain View, Kalifornien, USA, 8. Dezember 2015.

Es scheint offenbar prädestiniert, das Management zu beraten, da es sich mit weit verbreiteten Arbeiterunruhen befasst, einschließlich der Anschuldigungen, dass es Vergeltungsmaßnahmen gegen die Organisatoren eines globalen Ausschlusses ergriffen und gegen Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Unternehmens vorgegangen ist.

Die Beratungsfirma IRI Consultants arbeitet überwiegend für Krankenhäuser sowie andere Gesundheitseinrichtungen und -organisationen und ist vor allem für eines bekannt: für die effektive Bekämpfung von gewerkschaftlichen Aktivitäten in einem Unternehmen, auf Englisch "Union Busting" genannt.

Hintergrund der Google-Maßnahme dürften die immer wieder aufflammenden Proteste einiger Mitarbeiter gegen verschiedene Aspekte der Unternehmenspolitik von Google sein. So gingen im letzten Herbst Mitarbeiter auf die Straße, um gegen die Art und Weise zu protestieren, wie das Unternehmen mit Vorwürfen über sexuellen Missbrauch umgeht.

Im selben Jahr protestierten die Mitarbeiter auch gegen eine Forschungskooperation des Unternehmens mit dem US-Verteidigungsministerium. Bei dem Projekt ging es um Videoaufnahmen, die von Flugdrohnen erstellt werden und die mittels Künstlicher Intelligenz automatisch und effektiver ausgewertet werden sollen. Die Google-Analyse sollte dabei helfen, dass Waffen besser die vorgegebenen Ziele treffen.

Doch mit derartigen Protesten soll nun offenbar Schluß sein. Google-Mitarbeiter stolperten im Oktober über Kalendereinträge, die darauf schließen lassen, dass sich Google nun die Dienste von IRI gesichert hat. Screenshots, die der New York Times vorliegen, sollen dies belegen.

Ein unbemanntes Kampfflugzeug (UCAV) Modell Harop. Die Drohne wird von Israel Aerospace Industries (IAI) hergestellt. (Symbolbild)

Chloe Cooper, eine Google-Sprecherin, erklärte dazu lediglich, dass das Unternehmen "Dutzende von externen Unternehmen beauftragt hat, uns ihre Ratschläge zu einem breiten Themenspektrum zu geben". Die Beratungsfirma IRI reagierte nicht auf wiederholte Anfragen der New York Times.

Ein weiteres pikantes Detail lässt sich ebenfalls als ein Umschwung bei Google bezüglich der bisher werbewirksam immer als offen beschriebenen Mitarbeiterpolitik deuten. Zum Zeitpunkt der Entdeckung über die Zusammenarbeit mit IRI hatte Google ein Tool in den Webbrowsern der Mitarbeiter installiert, das interne Kalendereinträge mit mehr als 10 Besprechungsräumen oder mehr als 100 Teilnehmern markiert.

Viele Mitarbeiter glauben, dass die sogenannte "Browsererweiterung" in Wirklichkeit ein Überwachungsinstrument ist, um die Organisation der Mitarbeitern zu erschweren. Google erklärte seinerzeit, dass es einfach nur interne Spam-Mails reduzieren wolle und dass das Tool keine personenbezogenen Daten sammelt.

Zudem hatte letzte Woche der CEO Sundar Pichai angekündigt, dass Google seine wöchentlichen Sitzungen – die sogenannten "All-Hand-Meetings", in denen jedes beliebige Thema offen von allen besprochen werden konnte – in Zukunft, was die Agenda betrifft, beschränken werde.

Im August erließ das Unternehmen neue "Community-Richtlinien", die es den Mitarbeitern untersagten, sich in internen Foren gegenseitig zu beleidigen und "den Arbeitstag zu unterbrechen, um eine 'wütende Debatte' über Politik oder die neuesten Nachrichten zu führen". Viele Mitarbeiter sahen darin eine Möglichkeit, interne Debatten gänzlich zu ersticken.

Im Oktober dieses Jahres sorgte das Google-Management in Zürich für Entrüstung, als es versuchte, eine Mitarbeiterdiskussion über die Gewerkschaftsbildung abzubrechen und eine eigene Diskussion über Arbeitsrecht und Arbeitnehmerrechte vorzuschlagen. Damals allerdings ohne Erfolg.

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