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NATO will in russischen A2/AD-Zonen operieren – Zugang verweigert

NATO will in russischen A2/AD-Zonen operieren – Zugang verweigert
Zugang verweigert: NATO will in russischen A2/AD-Zonen operieren. (Archivbild von US-Kampfflugzeugen des Typs F-35 der Northrop Grumman Corporation. Datum und Ort unbekannt)
Die NATO erarbeitet neue Übungstaktiken für ihre Truppen. Diese sollen Operationen in Gebieten mit russischer Flugabwehr und Eloka-Systemen ermöglichen. So offenbart das Bündnis seine aggressive Natur – und die Unfähigkeit, es mit ebenbürtigen Gegnern aufzunehmen.

Zugangsverweigerung / Gebietssperrung – so in etwa lässt sich das englische Begriffspaar A2/AD (Anti-Access / Area Denial) ins Deutsche übersetzen. Es umschreibt die Vorstellung, die man bei der NATO von den Teilen der Militärdoktrin Russlands hat, die einen massiven Einsatz von Flugabwehrsystemen und Systemen der elektronischen Kampfführung vorsehen, sowie von der Radarüberwachung des russischen Luftraums.

Häufig werden aber auch, je nach Ansicht des jeweiligen Experten, Seeziel-Lenkflugkörper und sogar Landziel-Lenkflugkörper hinzugerechnet. Die Rede ist im NATO-Jargon oft von der sogenannten A2/AD-Blase, mit der das russische Militär seine Truppen, wichtige Objekte und Gebiete schützt: Der Zugang dorthin ist den Flugzeugen und Raketen (in erweiterter Vorstellung auch den Schiffen und Truppen) des Gegners deutlich erschwert bis unmöglich.

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Auf der Website der wissenschaftlich-technischen Organisation der NATO (NATO STO) liegt eine "geplante Aktivität" Namens Wargaming Multi-Domain Operations in the European Theatre vor, die folgende Zustandsbeschreibung enthält:

Es ist wahrscheinlich, dass die A2/AD-Fähigkeit Russlands im Falle von Feindseligkeiten mit NATO-Ländern für diese zu einem unüberwindbaren Hindernis bei der Durchführung von militärischen Operationen wird.

Dort wird auch betont, dass diese Prognose durch zahlreiche Übungen und Simulationen "bestätigt wurde, die von den West-Ländern seit den ukrainischen Ereignissen im Jahr 2014 und früher durchgeführt wurden."

In diesem Zusammenhang sei der Zweck der geplanten Aktivität "die Entwicklung von Programmen und Techniken für militärische Plan- und Stabsübungen sowie die Verbesserung der Basisdaten, die die NATO bei der Planung von Operationen mit mehreren Domänen berücksichtigen muss, um die militärischen Schwierigkeiten im Zusammenhang mit der A2/AD-Fähigkeit Russlands anzugehen."

Dies alles soll den Truppen der NATO-Mitgliedstaaten ermöglichen, sich auf Operationen in Gebieten unter russischem A2/AD-Schutz vorzubereiten.

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Nach Dafürhalten von Militärexperten bezeugen solche NATO-Projekte, dass die USA und ihre Verbündeten bislang nichts in der Hand haben, was den Verteidigungssystemen Russlands gefährlich werden könnte. Denn die Streitkräfte der NATO kämen nicht nur beim Operieren unter der Einwirkung der genannten Systeme in Schwierigkeiten, sondern bereits die Zusammenarbeit von Einheiten verschiedener NATO-Staaten und sogar die von unterschiedlichen Waffengattungen und Teilstreitkräften im Verband, mittels derer man den Durchbruch der "A2/AD-Blase" plant, läuft alles andere als geregelt ab. So wiesen US-Analysten und -Organisationen auch in der Vergangenheit wiederholt auf die russischen A2/AD-Fähigkeiten hin, erklärte Alexei Leonkow, Geschäftsleiter der Zeitschrift "Arsenal des Vaterlands", in einem Gespräch mit RT:

"Russland verfügt neben den Hyperschallwaffen über viele andere verschiedene Typen von Präzisionswaffen, und kann deshalb tatsächlich auf eine Multidomain-Strategie setzen. Der Punkt ist, dass es mehrere militärische Operationsbereiche (im Englischen 'Domains') gibt – Land, Meer, Luft, Cyberraum, Weltraum –, die, wenn sie richtig kombiniert werden, es den US-Streitkräften ermöglichen sollen, diese A2/AD-Zonen zu durchdringen und sich darin frei zu bewegen. Zum Beispiel haben sie versucht, die verschiedenen Operationsbereiche während der Übung 'Trident Juncture 2018' vor der Küste Norwegens zusammenzuführen. Und es stellte sich heraus, dass für eine effektive Interaktion dieser Operationsbereiche viele Probleme zu lösen sind, die zuvor von außen nicht sichtbar waren." Der Experte betonte weiter:

Gleichzeitig geben die US-Amerikaner zu, dass, wenn Russland die Verteidigung einer solchen Zone organisiert, seine Verbände und Mittel der elektronischen Kriegsführung einen solchen Vorteil haben, dass sie dem nichts entgegenstellen können.

NATO will in russischen A2/AD-Zonen operieren – Zugang verweigert
Auch damals war die russische "A2/AD-Blase" ein unüberwindbares Hindernis: Russisches Flugabwehrsystem S-300W von Almas-Antei beim Gefechtsübungsschießen, Übungsgelände Aschuluk in der Oblast Astrachan, Russland, 03. September 2008 (Archivbild).

Fortschrittlichkeit und Kampfleistung

Indes erwägte man beim US-Militär bereits im Jahr 2016, die Verteidigungsmöglichkeiten für einen Kriegsfall in Europa zu stärken und diskutierte eine Modernisierung der eigenen Streitkräfte, um Russlands A2/AD-Systeme zerstören zu können.

Im Jahr 2017 beschlossen die Verteidigungsminister der NATO, alle Verteidigungsfähigkeiten der Allianz zu stärken, von Cyber-Fähigkeiten über Luftverteidigung bis hin zu nuklearer Abschreckung. Der Generalsekretär des Bündnisses Jens Stoltenberg wies darauf hin, dass es sich unter anderem um die Stärkung der Luftwaffe mit Flugzeugen handelt, die unter den Bedingungen starker russischer A2/AD operieren können.

Auch die US-Zeitschrift The National Interest schrieb wiederholt über die Fähigkeiten Russlands im A2/AD-Bereich und stellte fest, dass Russlands Militär bei der Schaffung abschreckender sogenannter Schutzgebiete mit Hilfe von Raketensystemen deutlich vor den USA liegt.

Darüber hinaus betonten die Autoren bei National Interest, die wichtigste Komponente der russischen A2/AD-Zonen sei ein integriertes Luftverteidigungssystem, das wahrscheinlich "das fortschrittlichste und leistungsfähigste der Welt" ist. Laut US-Analytikern hatte die US-Luftwaffe noch nie mit einem Luftverteidigungssystem wie dem russischen zu tun.

Die Verteidigungsministerin befindet sich am Donnerstag und Freitag in Litauen, Estland und Lettland, wo jeweils mehrere Hundert deutsche Soldaten stationiert sind.

Eigene Aufrüstungspläne rechtfertigen

Solche Aussagen über Russland in verschiedenen Projekten und auf unterschiedlichen Plattformen seien notwendig, damit die NATO ihre Pläne zur Aufrüstung und zur Ausweitung der eigenen Einsatzgebiete rechtfertigen kann, erklärte Alexander Bartosch, ein korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Militärwissenschaften, in einem Gespräch mit RT. Der Militärexperte sagte:

Die NATO nutzt diese Geschichten über die neuen Strategien und Taktiken Russlands, einschließlich A2/AD, um ihre eigenen Bemühungen zum Ausbau des militärischen Potenzials der Allianz zu rechtfertigen, insbesondere in den osteuropäischen Ländern an der Grenze zu Russland. Wir sprechen hier über die Dislozierung zusätzlicher Kräfte und Kriegsmaterialien in den baltischen Staaten und Polen, über die Dislozierung von Raketenabwehrsystemen und dem Austritt aus dem INF-Vertrag. Das alles sind Elemente, um den militärischen Druck auf Russland weiter aufzubauen.

Dabei sei Washington ständig bemüht, die Verantwortung für den "Aufbau der militärischen Anspannung" in Europa auf Moskau zu schieben, so Bartosch.

Ferner sollte man sich vor Augen führen, was die Absicht der NATO bedeutet, ungehindert in den russischen A2/AD-Gebieten operieren zu wollen: Zwar wird von Funktionären und Militärs des Bündnisses oft der Teufel eines russischen Einfalls in die baltischen Staaten oder eine Landbrückenherstellung zur Exklave Kaliningrad an die Wand gemalt, denn beide Gebiete werden von der russischen "A2/AD-Blase" erfasst. Jedoch haben weder eine Landbrücke nach Kaliningrad (zumal so leicht wie sie von der NATO wieder zu durchtrennen wäre) noch die baltischen Staaten militärische oder wirtschaftliche Bedeutung für Russland.

Die Folgerungen, die sich aufdrängen, sind alles andere als beruhigend.

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