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Die Qual der Wahl: USA und Russland bieten sich als Vermittler für Staudammstreit in Afrika an

Die Qual der Wahl: USA und Russland bieten sich als Vermittler für Staudammstreit in Afrika an
Der russische Präsident Wladimir Putin empfängt seinen ägyptischen Amtskollegen Abdel Fattah al-Sisi zum Afrika-Gipfel in Sotschi (23. Oktober).
Im Streit um das Wasser für den größten Staudamm Afrikas hat sich Russland offiziell als Vermittler zwischen Ägypten und Äthiopien angeboten. Parallel haben sich auch die USA als Vermittler angeboten und wollen in Washington ein Treffen auf Ministerebene ausrichten.

"Wir sind immer bereit", sagte Vizeaußenminister Michail Bogdanow der Agentur Interfax zufolge am Mittwoch in Sotschi. Hier begann am Mittwoch Russlands erster Afrika-Gipfel unter Leitung von Präsident Wladimir Putin und Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi als Vorsitzender der Afrikanischen Union. Russland habe zu beiden Ländern "großartige Beziehungen" und kenne die Problematik. Es wäre das erste Mal, dass ein nicht beteiligter Akteur in dem Streit vermittelt.

Der russische Präsident Wladimir Putin und sein senegalesischer Amtskollege Macky Sall am Rande des G20-Gipfels in St. Petersburg im September 2013

Die USA bemühen sich zeitgleich darum, den Streit zu lösen. Ägypten habe aus Washington eine Einladung zu einem Treffen erhalten, zu dem neben Außenminister Samih Schukri auch die Außenminister Äthiopiens und des Sudan reisen sollen. Ägypten habe die Einladung "sofort angenommen", teilte das ägyptische Außenministerium mit. Ein Termin für das Treffen in der US-Hauptstadt wurde nicht genannt.

Russland organisiert den ersten Afrika-Gipfel in der Schwarzmeer-Metropole Sotschi, weil es sich künftig deutlich stärker auf dem Kontinent engagieren will. Vizeminister Bogdanow äußerte die Hoffnung, dass es zwischen al-Sisi und Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed, dem diesjährigen Friedensnobelpreisträger, zu direkten Gesprächen kommt.

Ägypten befürchtet im Zuge des in Äthiopien geplanten Staudamms Wasserknappheit. Industrie und Landwirtschaft sowie Millionen Haushalte sind dort auf das Nil-Wasser angewiesen. Betroffen ist auch der Sudan. Bei dem äthiopischen Nachbarn fließen der Blaue und der Weiße Nil zusammen. Äthiopien will den Stausee zur Stromgewinnung nutzen.

Die Gespräche für eine Lösung des Konflikts treten auf der Stelle. Es droht Gefahr für die Stabilität in der Region. Moskau hat noch aus Sowjetzeiten Erfahrungen mit Streitigkeiten ums Wasser. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion kam es etwa zu einem Konflikt zwischen den zentralasiatischen Republiken Tadschikistan, wo der Rogun-Staudamm steht, und Usbekistan, das Wassermangel beklagt.

Bei dem zweitägigen Afrika-Gipfel in Sotschi werden bis Donnerstag rund 10.000 Gäste aus mehr als 50 Ländern erwartet, darunter mehr als 40 afrikanische Staats- und Regierungschefs. Russland ist auf dem Kontinent vor allem als Waffen- und Rüstungsexporteur präsent, will aber deutlich aktiver auch in anderen Bereichen werden.

Nach Angaben aus dem ägyptischen Präsidialamt hat der Gipfel in Russland tatsächlich Bewegung in die festgefahrene Situation gebracht. Präsident Abdel Fattah al-Sisi und Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed wollen nun doch wieder direkt verhandeln. Ein Ausschuss aus technischen Experten solle jetzt seine Arbeit umgehend auf "offenere und positivere Weise" als bisher fortsetzen, hieß es dazu am Donnerstag aus Kairo. Ziel sei eine "abschließende Vision" zur Befüllung und zum Betrieb des Staudamms. Beide Seiten hatten die Gespräche im Streit über den Betrieb ausgesetzt.

Äthiopien hatte 2010 mit den Bauarbeiten begonnen und hofft, mit dem umgerechnet 4,3 Milliarden Euro teuren Projekt zum afrikanischen Energie-Umschlagplatz zu werden. Rund zwei Drittel des Staudamms sind bereits fertiggestellt. Nach derzeitigen Plänen soll der Stausee in vier bis sieben Jahren befüllt werden. Strom erzeugen soll das dann größte Wasserkraftwerk des Kontinents schon ab Ende 2020. Fertiggestellt werden soll der Bau im Jahr 2023. Der Wüstenstaat Ägypten deckt rund 90 Prozent seines Wasserbedarf aus dem Nil, weshalb Kairo eine drohende Wasserknappheit befürchtete, die die Landwirtschaft, Industrie und Millionen Haushalte treffen würde.

Mehr zum Thema - Russland strebt Ausbau wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern an

(rt deutsch/dpa)

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