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Russland-Afrika-Gipfel: Russland erlässt Afrika Schulden in Höhe von 20 Milliarden Dollar

Russland-Afrika-Gipfel: Russland erlässt Afrika Schulden in Höhe von 20 Milliarden Dollar
Der russische Präsident Wladimir Putin hält eine Rede auf der Plenarsitzung des Russland-Afrika-Gipfels 2019 in Sotschi, 23. Oktober 2019.
Bei dem ersten Russland-Afrika-Gipfel wurden bereits am ersten Tag eine Vielzahl von Kooperationsthemen abgesteckt. Neben dem Ausbau der Beziehungen in den Bereichen Wirtschaft, Energie, Rüstung und Diplomatie benannte der russische Gastgeber zudem die Summe des Schuldenabbaus.

Während hiesige Medien feststellen, dass in Sachen Nahost-Diplomatie nichts mehr ohne Russland geht, beginnt in Sotschi der erste Russland-Afrika-Gipfel unter dem gemeinsamen Vorsitz des russischen Präsidenten Wladimir Putin und des ägyptischen Staatschefs Abdel Fattah al-Sisi, der eines der einflussreichsten Länder des Kontinents und die Afrikanische Union vertritt.

Eingeladen sind alle 54 afrikanischen Staats- und Regierungschefs, mehr als 40 von ihnen haben ihre persönliche Teilnahme bestätigt, andere senden Vertreter. Auch acht große afrikanische Integrationsverbände und -organisationen nehmen an dem Gipfel teil.

Der russische Präsident Wladimir Putin und sein senegalesischer Amtskollege Macky Sall am Rande des G20-Gipfels in St. Petersburg im September 2013

Russland erlässt Schulden

Der Gesamtbetrag der Schulden afrikanischer Länder gegenüber der Russischen Föderation, die Moskau bereits abgeschrieben hat, liegt bei mehr als 20 Milliarden Dollar (ca. 18 Milliarden Euro), sagte Präsident Wladimir Putin auf der Plenarsitzung des Russland-Afrika-Gipfels am Mittwoch.

Mehr zum Thema - Russlands Handelsumsatz mit afrikanischen Staaten wuchs im Jahr 2018 um über 17 Prozent

Wir gewähren Handelspräferenzen, arbeiten im Rahmen internationaler Strukturen zusammen, zum Beispiel durch das Welternährungsprogramm, die Internationale Zivilschutzorganisation und die Weltgesundheitsorganisation. Unser Land beteiligt sich an der Initiative zur Schuldenerleichterung für afrikanische Länder. Ab sofort überschreitet der Gesamtbetrag des Schuldenerlasses 20 Milliarden Dollar", so der russische Präsident.

Schulden hindern die Entwicklung des afrikanischen Kontinents enorm. Große Teile der Einnahmen vieler afrikanischer Staaten werden ausgegeben, um Schulden zurück zu zahlen. Die britische Organisation Jubilee Debt Campaign beschreibt, dass Schulden in einigen Fällen unzulässig sind und vor allem der Selbstbereicherung reicherer Staaten auf Kosten ärmerer Menschen dienen. Ein bedenkliches Beispiel sei der Schuldenberg von 27 Millionen Pfund, den das indonesische Volk der britischen Regierung zahlen sollte, obwohl ein Großteil davon genutzt wurde um britische Waffen zu finanzieren, die der damalige Machthaber gegen sein eigenes Volk eingesetzt habe.

Diversifizierung des Handels zwischen Russland und afrikanischen Ländern

Der Handel zwischen Russland und Afrika wuchs 2018 um 17 Prozent auf 20 Milliarden Dollar. In den letzten fünf Jahren hat sich das Handelsvolumen zwischen Russland und dem afrikanischen Kontinent verdoppelt, sagte der russische Wirtschaftsminister Maxim Oreschkin am Rande des Gipfels zu RT. Bisher beschränke sich dieser Austausch auf eine überschaubare Palette von Waren, daher liege der Fokus bei der Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen zu Afrika in der Diversifizierung. 

Russland arbeitet an der Realisierung gemeinsamer Projekte, die die Entwicklung und Verbesserung der Lebensqualität in Afrika erleichtern werden. Ein solcher kooperativer Ansatz unterscheidet Russland von anderen Ländern", sagte Oreschkin.

Unter anderem werden auf dem Gipfel die Eurasische Wirtschaftsunion (EAEU) und die Afrikanische Union ein Memorandum über künftige Zusammenarbeit unterzeichnen. Tigran Sargsian, Vorsitzender des Vorstands der Eurasischen Wirtschaftskommission sagte gegenüber der russischen Zeitung RBC

Wir sind an der Afrikanischen Union interessiert, weil es sich um einen sich dynamisch entwickelnden großen Wirtschaftsmarkt mit einer Bevölkerung von 1,3 Milliarden Menschen handelt. 

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Bei einem Treffen mit dem Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik, Faustin-Archange Touadera, schlug der russische Präsident Wladimir Putin vor, eine Liste vielversprechender bilateraler Projekte zu erstellen. Als Beispiele für aussichtsreiche Bereiche nannte er Landwirtschaft, Energie und die Lieferung von Industriegeräten.

Außerdem haben bereits alle afrikanischen Staats- und Regierungschefs, die sich mit dem russischen Präsidenten auf dem Russland-Afrika-Gipfel getroffen haben, sich bereiterklärt, bei der Entwicklung der Kernenergie für friedliche Zwecke mit Moskau zusammenzuarbeiten, so Alexei Lichatschow, Leiter des Rosatom-Konzerns.

Diplomatie und Kampf gegen Terrorismus

Laut dem Botschafter Nigerias in Moskau ist Präsident Muhammadu Buhari interessiert, auf dem Gipfel ein Abkommen über militärische Ausbildung und Rüstungszusammenarbeit zu unterzeichnen, um den Kampf gegen den jahrzehntelangen Aufstand von Boko Haram im unruhigen Nordosten des Landes zu unterstützen.

Weiterhin sei Moskau bereit, als Vermittler im Dialog zwischen Kairo und Addis Abeba über die Frage des Renaissance-Dammprojekts Äthiopiens am Blauen Nil zu fungieren, sagte der russische Sonderbeauftragte für den Nahen Osten und Afrika, und stellvertretender Außenminister, Michail Bogdanow, am Mittwoch am Rande des Gipfels in Sotschi.

Wir sind jederzeit bereit zu vermitteln, sofern wir dazu aufgefordert werden. Wir haben ausgezeichnete Beziehungen zu Addis Abeba und zu Kairo. Wir kennen dieses Thema. Wir haben es oft diskutiert. Wenn unsere Dienste eines Mediators willkommen sind, werden wir immer bereit sein, bei diesem und vielen anderen Fragen eine helfende Hand zu reichen", so Bogdanow.

Irina Filatowa, Professorin für afrikanische Geschichte an der Moskauer Higher School of Economics, sagte gegenüber der Financial Times:

Sicher, Russen sind Ausländer, aber sie sind anders. . . Es gibt eine geteilte, gemeinsame Haltung gegenüber dem Westen, nämlich dass die globale Struktur, wie sie heute ist, verändert werden muss.

Außerdem würde das, was Russland an Geldern zu bieten hat, ihrer Ansicht nach willkommen sein, da es an weniger Bedingungen geknüpft ist.

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