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Mach mal nicht den harten Kerl! – Trump schreibt Erdoğan einen Brief

Mach mal nicht den harten Kerl! – Trump schreibt Erdoğan einen Brief
(Archivbild). US-Präsident Donald Trump (links) mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan (rechts), am 11. Juli 2018 beim NATO-Gipfel in Brüssel.
In einem Brief an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan versucht US-Präsident Donald Trump seinem Amtskollegen nach dem Einmarsch in Nordsyrien ins Gewissen zu reden – auf seine eigene unnachahmliche Art und Weise, wie immer.

Im Deutschen sagt man: "Jetzt mach mal hier nicht den Larry!" Im Englischen lautet das entsprechende Pendant: "Don't be a though Guy". Mit solchen und anderen Formulierungen ähnlichen Kalibers überrascht US-Präsident Donald Trump einmal mehr die Welt. Der eigentümliche und wenig diplomatische Sprachstil des US-Präsidenten ist daher auch schon länger gezielter Gegenstand von Analysen. Das jüngste Beispiel für die speziellen "Communication Skills" des US-Präsidenten ist sein Brief an den türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan.

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In seinem Schreiben an Präsident Erdoğan versucht Trump, sein Gegenüber "behutsam" zu einer friedlichen Lösung des gemeinsam heraufbeschworenen Konflikts in Nordsyrien zu bewegen. Der US-amerikanische Nachrichtensender Fox News veröffentlichte am Mittwoch eine Kopie jenes Schreibens, das mittlerweile auch andere US-Medien für echt halten. Datiert ist der Brief auf den 9. Oktober – also auf jenen Tag, an dem die Türkei mit ihrer Militäroffensive gegen Kurdenmilizen im Norden Syriens begann.

Das Schreiben ist eine Melange aus einem Appell an das Gewissen und offenen Drohungen. So ermahnt Trump in seinem Brief Erdoğan, er wolle doch sicherlich nicht für den Tod tausender Menschen verantwortlich sein. Im gleichen Atemzug droht er damit, andernfalls die türkische Wirtschaft zu "zerstören". Und er habe Erdoğan ja in dieser Hinsicht schon eine "Kostprobe" gegeben, nämlich im Zusammenhang mit der Verhaftung des US-amerikanischen Geistlichen "Pastor Brunson", so Trump.

Symbolbild: Der deutsche Außenminister Heiko Maas bei einer Pressekonferenz in Ankara, Türkei, 5. September 2018.

Im August 2018 hatten die USA und die Türkei sich gegenseitig mit Sanktionen belegt, nachdem der US-Pastor Andrew Brunson in der Türkei verhaftet worden war. Die Türkei hatte Brunson daraufhin zwei Jahre lang festgehalten, weil ihm unter anderem Spionage sowie Terrorunterstützung vorgeworfen wurde. Brunson konnte schließlich am 12. Oktober 2018 wieder aus der Türkei ausreisen. Die Affäre hatte seinerzeit zu starken Verstimmungen zwischen Washington und Ankara geführt.

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In seinem jüngsten Schreiben an Erdoğan weist Trump darauf hin, dass die kurdische Seite zu Verhandlungen bereit sei. "General Mazoum" (gemeint ist wohl der militärische Führer der SDF, Mazlum Kobanê, auch Mazlum Abdi genannt) sei bereit, Zugeständnisse "wie nie zuvor in der Vergangenheit" zu machen, so Trump. Und weiter: "Sie können ein großartiges Abkommen schließen."

Gleichzeitig appelliert Trump an das Geschichtsbewusstsein des türkischen Präsidenten. Dieser könne entweder auf positive Weise in die Geschichte eingehen, wenn er in dem Konflikt richtig und menschlich handele, oder aber als Teufel, wenn "good things don't happen" – also eben keine "guten Dinge" geschehen würden. Weiter schreibt Trump: "Seien Sie kein harter Kerl. Seien Sie kein Narr!". Der Brief endet mit einem lapidaren: "Ich rufe Sie später an."

Doch mit seinem Brief erreichte Trump offenbar das Gegenteil. Erdoğan habe das Schreiben "komplett abgelehnt", der Brief sei im Papierkorb gelandet. Das berichtete der Türkei-Korrespondent der BBC, Mark Lowen, unter Berufung aus das Büro des türkischen Präsidenten. Erdoğan habe seinen Entschluss zur Syrien-Offensive bereits zuvor gefällt, Trumps Brief habe ihn darin nur bestärkt. 

Trump selbst steht wegen des Truppenabzugs der USA aus Syrien seit Tagen im eigenen Land massiv in der Kritik. Zunächst von Vertretern der "Demokratischen Partei", doch mittlerweile auch aus Teilen seiner eigenen "Republikanischen Partei". Der Vorwurf unisono: Er habe mit dem Abzug der Soldaten aus Nordsyrien überhaupt erst den Weg für Erdoğans Militäroffensive geebnet. Und die USA ließen damit Verbündete im Stich.

Der US-Präsident weist diese Vorwürfe zurück und erklärt, er wolle nur die US-Soldaten aus den "endlosen Kriegen" zurückholen.

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