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China knickt vor USA ein und zieht sich aus Milliarden-Gasprojekt im Iran zurück

China knickt vor USA ein und zieht sich aus Milliarden-Gasprojekt im Iran zurück
Am 8. November 2016 waren die Hoffnungen noch groß, als in Teheran die Verträge für ein Milliarden-Gasprojekt unterzeichnet wurden. Nach fast drei Jahren ist nur noch die iranische Petropars übriggeblieben.
Obwohl China von den gegen den Iran verhängten Sanktionen profitiert und öffentlich angekündigt hat, sich von den USA nicht vorschreiben zu lassen, mit wem Peking Geschäftsbeziehungen unterhält, zieht sich das Reich der Mitte nun aus einem für den Iran wichtigen Projekt zurück.

Das South-Pars-Gasfeld im Persischen Golf gehört zusammen mit dem North Dome, das im Hoheitsgebiet von Katar liegt, zum größten Gasfeld der Welt. Es sind aber Investitionen nötig, um die veraltete Fördertechnologie zu modernisieren und damit die Effizienz zu steigern. Das Ergebnis wären erhöhte Fördermengen und entsprechende Mehreinnahmen, die der Iran nach den erneuten US-Sanktionen dringend benötigt.

Eigentlich wollten der französische Energieriese Total und die China National Petroleum Corporation (CNPC) fünf Milliarden US-Dollar in Phase 11 des Projekts investieren, wofür Total Anteile von 50,1 Prozent erhielt und CNPC 30 Prozent. Das iranische Unternehmen Petropars erhielt die übrigen 19,9 Prozent an diesem Projekt.

Doch nachdem die USA völkerrechtswidrig aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen waren und neue Sanktionen gegen Teheran verhängt hatten, erhöhte Washington auch den Druck durch Erpressung auf alle anderen Länder, die Handel mit dem Iran betrieben. Indem die US-Regierung ausländische Unternehmen und Banken ebenfalls unter Sanktionsandrohung und Ausschluss vom US-amerikanischen Markt dazu zwang, sich aus dem Geschäft mit dem Iran zurückzuziehen, stiegen Ende 2018 nacheinander die allermeisten aus. China zählte aber zu jenen Ländern, die vollmundig erklärten, sich dem US-Diktat nicht beugen zu wollen.

Arbeiter der Flüssiggasanlage Cameron in Hackberry, Louisiana, während des Besuchs von US-Präsident Donald Trump am 14. Mai 2019.

Nachdem auch Total das Handtuch geworfen hatte, übernahm nach iranischen Angaben CNPC die Anteile der Franzosen und wurde dadurch zum Projektbetreiber von Phase 11. Eine Rolle, die China aus Sorge vor möglichen US-Reaktionen eigentlich nie haben wollte.

Dass diese Bedenken nicht unbegründet waren, sollte sich im Verlauf der letzten Monate bewahrheiten. Nachdem Washington zuerst die Finanzplätze in der Türkei und in den Vereinigten Arabischen Emiraten für Finanztransaktionen mit dem Iran geschlossen hatte, drohte das US-Finanzministerium auch der CNPC-eigenen Bank of Kunlun mit Sanktionen, wenn sie weiterhin Geschäfte mit Teheran abwickelt.

Aus diesem Grund entschied der chinesische Energiekonzern, sich aus diesem Projekt zurückzuziehen. Petropars übernimmt dadurch das Projekt in Eigenregie, kann damit aber die Modernisierung nicht vorantreiben.

Hiermit gab Peking endgültig dem Druck der Finanzmacht der Vereinigten Staaten von Amerika nach und warf sein Engagement im Iran vorerst hin. Dieses Einknicken vor den USA zeigt sich auch in anderen Bereichen: Zwar importiert China nach wie vor iranisches Erdöl, doch das Volumen hat sich um mehr als zwei Drittel reduziert. Statt 700.000 Barrel, wie vor den erneuten US-Sanktionen, importierte Peking im Zeitraum von Mai bis Juli 2019 rund 233.000 Barrel pro Tag. Das hat natürlich auch auf die Handelszahlen zwischen den beiden Ländern Auswirkungen. Im Juli fiel der Handel unter die Zwei-Milliarden-USD-Marke, wobei Teheran für chinesische Produkte mit Erdöl bezahlte. Im selben Zeitraum im vergangen Jahr bewegte sich der Handel auf einem Niveau von 3,5 Milliarden US-Dollar.

Diese Zahlen dürften noch weiter sinken, nachdem das US-Finanzministerium Ende September zwei weitere chinesische Unternehmen (Kunlun Shipping und Kunlun Holding) mit Sanktionen belegt hatte, die ebenfalls zu CNPC gehören und von Washington beschuldigt wurden, iranisches Erdöl transportiert zu haben. Ähnlich erging es COSCO Shipping, einer der größten Reedereien der Welt und in staatlicher Hand, die vom Justizministerium aus denselben Gründen zwar noch nicht sanktioniert, aber dafür auf die Schwarze Liste gesetzt wurde.

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