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USA und Nordkorea uneins über Bilanz der Atomgespräche in Stockholm

USA und Nordkorea uneins über Bilanz der Atomgespräche in Stockholm
USA und Nordkorea uneins über Bilanz der Atomgespräche in Stockholm (Symbolbild)
Nach einer monatelangen Unterbrechung haben Washington und Pjöngjang wieder über eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel gesprochen. Doch nach den mehrstündigen Verhandlungen am Samstag in Stockholm verkündeten die Parteien völlig unterschiedliche Ergebnisse.

Nordkorea und die USA haben nach monatelanger Funkstille erstmals wieder über atomare Abrüstung in dem ostasiatischen Land verhandelt. Doch die beiden Parteien zogen eine höchst unterschiedliche Bilanz der gut acht Stunden langen Gespräche im schwedischen Stockholm: Während der Unterhändler Pjöngjangs von einem Scheitern sprach, bezeichnete das US-Außenministerium die Gespräche hingegen als gut.

Der nordkoreanische Unterhändler Kim Myong-gil ließ vor Journalisten in Stockholm kein gutes Haar an der Gesprächsrunde. Nun liege es an Washington, den Dialog wieder aufzunehmen.

Wir sind enttäuscht von den USA. Die Verhandlungen haben unsere Erwartungen nicht erfüllt und wurden deshalb abgebrochen", erklärte er nach Angaben der schwedischen Zeitung Dagens Nyheter.  

Das US-Außenministerium erklärte daraufhin, die Bemerkungen der Nordkoreaner deckten sich nicht "mit dem Inhalt und dem Geist der Gespräche". Die USA und Nordkorea könnten nicht an einem Tag "70 Jahre Krieg und Feindseligkeit auf der koreanischen Halbinsel" beseitigen. Um eine Lösung für die "gewichtigen Themen" zu finden, bräuchten beide Seiten Entschlossenheit und Ausdauer. Die USA nähmen die schwedische Einladung an, in zwei Wochen erneut zu verhandeln.

US-Außenminister Mike Pompeo hatte sich vor den Gesprächen noch zuversichtlich gezeigt, dass dort erste Fortschritte erzielt werden könnten. Der Austausch solle die Grundlage für weitere Verhandlungen "in den kommenden Wochen und Monaten" bilden. Die USA hätten zu den Gesprächen in Stockholm eine Reihe von Ideen mitgebracht.

Passanten verfolgen eine Nachrichtenübertragung zu den jüngsten nordkoreanischen Waffentests, Seoul, Südkorea, 2. Oktober 2019.

Es waren die ersten Verhandlungen seit einem Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un im Februar in Vietnam, das an der Frage der atomaren Abrüstung gescheitert war. Trump und Kim hatten die neuen Verhandlungen auf Arbeitsebene Ende Juni bei einem Treffen an der innerkoreanischen Grenze vereinbart.

Die USA fordern eine Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und eine Einschränkung der Raketen- und Waffenprogramme des ostasiatischen Landes. Nordkorea hat grundsätzlich den Willen zur Abrüstung bekundet, besteht aber vor Zugeständnissen auf einer schrittweisen Aufhebung der Sanktionen. Nordkorea verfügt Experten zufolge über erste Atomwaffen und treibt die Entwicklung ballistischer Raketen weiter voran. Das Land hat zuletzt mehrere Kurz- und Mittelstreckenraketen getestet. (dpa)

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