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Ausmaß des britischen Programms für saudische Nationalgarde aufgeflogen

Ausmaß des britischen Programms für saudische Nationalgarde aufgeflogen
Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman wird am 7. März 2018 von Königin Elisabeth II. im Buckingham-Palast in London empfangen. Sein Land gehört zu den größten Rüstungsabnehmern Großbritanniens.
Aufgabe der saudischen Nationalgarde ist der Schutz des Königshauses der Al-Saud vor inneren und äußeren Gefahren. Aber sie ist auch im Jemenkrieg involviert. Nun ist das Ausmaß eines Programms des britischen Verteidigungsministeriums für diese Nationalgarde bekannt geworden.

Das Saudi Arabia National Guard Communications Programm (SANGCOM) wurde 1978 ins Leben gerufen, um ein Kommunikationsnetzwerk für die Nationalgarde im gesamten Königreich aufzubauen. Den Zuschlag erhielt Großbritannien, was den Weg für das bis dahin größte Rüstungsgeschäft der beiden Länder Mitte der 1980er Jahre ebnete, die sogenannten Al-Yamamah (die Taube/Anm.)-Verträge. Ende 1994, also 16 Jahre nach dem Start von SANGCOM, arbeiteten 20 britische Soldaten und zivile Mitarbeiter an diesem Projekt.

US-Außenminister Mike Pompeo zu Besuch im Palast Al-Salam bei König Salman bin Abdulaziz in Dschidda am 24. Juni.

Zwanzig Jahre später soll das Team offiziellen Angaben zufolge auf 48 britische Soldaten und zivile Mitarbeiter angewachsen sein, die in Saudi-Arabien stationiert sind, dazu noch ein Zivilist in Großbritannien. Wie umfangreich dieses Programm tatsächlich ist, darüber wurde von Anfang an Stillschweigen vereinbart. Selbst vor britischen Parlamentariern versucht die Regierung in London, die gesamten Ausmaße zu verschleiern, indem beispielsweise das Budget des Programms zur Verschlusssache erklärt wird.

Doch kürzliche Stellenausschreibungen haben Informationen zu SANGCOM enthalten, die als eine Sicherheitspanne des Verteidigungsministeriums gelten. So wurde beispielsweise bekannt, dass es sich um ein Programm mit zwei Milliarden britischen Pfund handelt, an welchem nun "bis zu 800 Beschäftigte" arbeiten. Diese sind auf drei Stützpunkte der Nationalgarde in Saudi-Arabien (Dammam, Dschidda und Riad) sowie einen weiteren Stützpunkt in Großbritannien verteilt. Dabei ist die britische "Niederlassung" von besonderem Interesse: Sie ist in Corsham angesiedelt, dem Hauptsitz des 10. Signal Regiments des Royal Corps of Signals, gleichzeitig einer von zwei Stützpunkten der Joint Cyber Unit.

Die Diskrepanz zwischen den offiziellen Regierungsangaben zu Beschäftigungszahlen und den "bis zu 800 Beschäftigten", die in der Stellenausschreibung erwähnt werden, liegt darin begründet, dass das britische Verteidigungsministerium das SANGCOM-Programm größtenteils "ausgelagert" hat. Es wird hauptsächlich vom "GPT Special Project Management" betrieben, einem 1994 gegründeten Unternehmen, das von Andy Forbes, einem Veteran des Royal Corps of Signals, geleitet wird. Das Unternehmen selbst gehört seit 2014 zur Rüstungssparte von Airbus und beschäftigte im Jahr 2018 allein schon 535 Mitarbeiter. Allerdings soll GPT Ende 2019 nach eigenen Angaben aufgelöst werden, nachdem seit nunmehr über sieben Jahren bereits wegen des Verdachts auf kriminelle Handlungen (nämlich Korruption) gegen das Unternehmen ermittelt wird.

Einen Ersatzauftragnehmer hat das britische Verteidigungsministerium allerdings bereits gefunden. Offiziell hält sich London mit Angaben zurück, doch es war wiederum eine Stellenausschreibung für "Cyber Security"-Spezialisten in Riad, die Licht ins Dunkel brachten. Der Arbeitgeber ist der US-amerikanische Konzern KBR, ein ehemaliges Bauunternehmen, welches seit dem "Krieg gegen den Terror" zu einem der wichtigsten Dienstleister für das Pentagon wurde. In dieser Ausschreibung wurde bekanntgegeben, dass es sich bei dem Auftraggeber um das britische Verteidigungsministerium und um das SANGCOM-Programm handelt, für das die neuen Mitarbeiter tätig sein würden.

Während die eigentliche Hauptaufgabe der saudischen Nationalgarde (SANG) der Schutz des Herrscherclans der Al-Saud ist, nehmen sie auf ausdrückliche Anordnung von König Salman ibn Abd al-Aziz seit 2015 auch am Krieg in Jemen teil, den sein Sohn Mohammed bin Salman (MbS) entfacht hatte. Laut einem geleakten französischen Geheimdienstbericht sollen zwei SANG-Brigaden, ungefähr 25.000 Mann, an dem Krieg teilnehmen.

Unterstützung erhält die Nationalgarde allerdings nicht allein von Großbritannien, sondern auch aus den USA. Im Gegensatz zu London macht Washington aber kein Geheimnis daraus und verweist ohne Probleme auf das Prgramm über 16 Milliarden US-Dollar, das sich das Königshaus dafür leistet. Für Colonel Kevin Lambert, den leitenden Offizier des SANG-"Modernisierungsprogramms", steht fest, dass mit der US-Unterstützung die Nationalgarde ihre Kampfoperationen im Jemen durchstehen wird und damit ihren Teil "zur regionalen Stabilität" beitragen kann.

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