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Fauxpas der UN: Picasso malte "Guernica" angeblich aus Protest gegen "Gräueltaten der Republik"

Fauxpas der UN: Picasso malte "Guernica" angeblich aus Protest gegen "Gräueltaten der Republik"
Eine Reproduktion aus Wandfliesen des berühmten Antikriegsgemäldes "Guernica" von Pablo Picasso in der Stadt Guernica (auf baskisch: Gernika) selbst, die 1937 von der deutschen und italienischen Luftwaffe bombardiert wurde.
Spanien fordert von der UN die umgehende Richtigstellung der Falschinformationen auf deren Webseite zur Beschreibung des weltberühmten Antikriegs-Gemäldes "Guernica" von Pablo Picasso. Die Darstellung der UN spricht den realen historischen Begebenheit um das Gemälde Hohn.

Für die Vereinten Nationen hat Pablo Picasso sein berühmtes Antikriegsgemälde aus Protest gegen die "Gräueltaten der Republik" gemalt.

Auf der Webseite der UNO, die Picassos Werk "Guernica" beschreibt, hieß es:

Im Januar 1939 wurde Guernica als künstlerischer Protest gegen die Gräueltaten der Republik während des Spanischen Bürgerkrieges vorübergehend in der Galerie ausgestellt.

Eine Unterschriftenaktion im Internet fordert von den Vereinten Nationen die umgehende Richtigstellung dieses Eintrages, den sie auf dem nachfolgenden Screenshot dokumentiert:

Fauxpas der UN: Picasso malte "Guernica" angeblich aus Protest gegen "Gräueltaten der Republik"
Dokumentation der Falschinformation auf der Webseite der UNO zur Beschreibung des Picasso-Gemäldes "Guernica".

Die zu korrigierende Webseite der Vereinten Nationen selbst war zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Beitrages nicht zu erreichen, stattdessen hieß es dort:

Fauxpas der UN: Picasso malte "Guernica" angeblich aus Protest gegen "Gräueltaten der Republik"
"Webseite wird gewartet".

Die Webseite der Unterschriftenaktion bezeichnet diese Falschinformation auf der offiziellen Internetpräsenz einer internationalen Organisation wie den Vereinten Nationen als "absoluten Unsinn" von "besonderer Schwere" und unterstreicht, dass das Werk von Picasso ein Protest gegen die Gräueltaten des Faschismus in Spanien war und dass es die Regierung der Spanischen Republik selbst war, die das Werk bei Picasso in Auftrag gab:

Es war gerade die Regierung der Republik, die den Künstler über den Generaldirektor für Bildende Kunst, Josep Renau, mit der Produktion des Werkes beauftragte.

Doch dies sei nicht die einzige falsche offizielle Darstellung. Auf der UNO-Seite hieß es zum Wunsch Picassos über eine mögliche Heimkehr seines Werkes nach Spanien:

Picasso bat darum, dass das Gemälde in sein Heimatland Spanien gelangt, 'wenn die öffentlichen Freiheiten wieder hergestellt seien'.

Die Initiatoren der Unterschriftenaktion schreiben hingegen zu Picassos Wunsch nach dem Verbleib seines Bildes,

dass sein Werk 'mit der Rückkehr der Republik' nach Spanien gelangt.

"Guernica" zählt zu den bekanntesten Gemälden Pablo Picassos. Er malte es 1937 als Reaktion auf die Zerstörung der spanischen Stadt Guernica (baskisch Gernika) durch den Luftangriff der deutschen Legion Condor und der italienischen Corpo Truppe Volontarie, die während des sogenannten Spanischen Bürgerkrieges (1936–1939) auf Seiten Francisco Francos kämpften. Am 12. Juli 1937 wurde das Bild zum ersten Mal auf der Weltausstellung in Paris öffentlich präsentiert. Obwohl das heutige Spanien nach der Franco-Diktatur nicht zur Republik, sondern – gemäß Francos eigener Bestimmung – zur Monarchie zurückkehrte, befindet sich Picassos Werk zusammen mit einer umfangreichen Sammlung von Skizzen im Museo Reina Sofía in Madrid.

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