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Unter deutscher Führung: NATO-Marine übt für Ostseekrieg

Unter deutscher Führung: NATO-Marine übt für Ostseekrieg
Auch das Minenjagdboot "Weilheim" der deutschen Marine, das in den Minenabwehrverband der NATO eingebunden ist, nimmt an "Northern Coasts" 2019 teil (Bild: die "Weilheim" 2015 beim Auslaufen zu NATO-Übungen).
Mit rund 3.000 Soldaten aus 18 Staaten beginnt am Freitag in der Ostsee die Übung "Northern Coasts", bei der diesmal Deutschland das Kommando übernimmt. Einziger Ostsee-Anrainer, der nicht mitübt, ist Russland. Laut Marine richtet sich das Manöver aber nicht gegen Moskau.

Am Dienstag begann mit dem Einlaufen von mehr als 40 Schiffen in Kopenhagen bereits die 13. Auflage des Marine-Herbstmanövers "Northern Coasts", gefolgt von Konferenzen und anderen Veranstaltungen.

Am Freitag geht es in die "Seephase" über, bis zum 18. September proben im Übungsszenario Einheiten und 3.000 Soldaten aus 18 Nationen die Verteidigung einer Insel und den Schutz der Seewege in der westlichen Ostsee, wie es bei der Marine heißt, genauer, der Seewege zwischen Kiel und der dänischen Insel Bornholm.

Aus maritimer Sicht sprechen wir von der Ostsee als der nassen Flanke unseres Operationsgebietes", erklärt der deutsche Flottillenadmiral Stephan Haisch, der das Kommando in diesem Jahr innehat.

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Bei "Northern Coasts", die seit 2007 jährlich unter wechselnder Leitung der jeweiligen Gastnation stattfindet, proben zusammen mit 15 NATO-Staaten auch die offiziell neutralen Nicht-NATO-Staaten Schweden, Finnland sowie die Schweiz. Die Bundeswehr stellt mit 1.300 Soldaten das größte Kontingent – und übernimmt auch das Kommando.

Unter deutscher Führung: NATO-Marine übt für Ostseekrieg

Szenario: Ein Anrainer bedroht den Frieden

Bei der aktuellen Übung wird ein Szenario geprobt, in dem ein Anrainer Ansprüche auf eine Insel eines anderen Staates erhebt und die Seewege bedroht – die "Lebensader vieler Bündnispartner", betont Flottillenadmiral Haisch, der den Verband aus der Operationszentrale der Marine in Glücksburg leitet.

In diesem fiktiven Fall mit einem UN-Mandat ausgestattet, sollen die Schiffe und ihre Besatzungen nicht nur die Seewege schützen, auch "klassische" Aufgaben von See- und Seeluftstreitkräften im multinationalen Rahmen sollen geprobt werden.

Etwa 90 Kameraden unterstützen den Task Force Commander bei "Northern Coasts", davon 20 aus Partnernationen. Insgesamt kommen 47 Schiffe und Boote, ein U-Boot, sieben Flugzeuge sowie fünf Hubschrauber der Marine zum Übungseinsatz, bei dem unter anderem Minenabwehr, Seegefechte und U-Boot-Jagd geprobt werden. Als "besonderes Highlight" werde der Schutz von Konvois geprobt.

Die Ostsee sei mit ihren Meerengen und Inseln sowie der geringen Wassertiefe ein anspruchsvolles Operationsgebiet. Man sei immer auf die enge Zusammenarbeit mit den anderen Einheiten angewiesen, so Haisch.

Ausgenommen von der "Zusammenarbeit" ist jedoch der Ostsee-Anrainer Russland, womit ersichtlich zu sein scheint, wem die Rolle des Anrainers zufällt, gegen den die Militärübung sich richtet.

Probelauf nach den Trockenübungen

Haisch ist außerdem stellvertretender Kommandeur des Einsatzstabs der Deutschen Marine DEU MARFOR (für German Maritime Forces Staff), der im Januar dieses Jahres in Rostock aufgestellt wurde.

Mit DEU MARFOR verfügt die Deutsche Marine erstmals über einen nationalen Stab mit internationalem Anteil, der maritime Operationen an der Nordflanke der NATO planen und führen kann. Dieser kann zu einem deutlich größeren internationalen Führungsstab anwachsen, heißt es bei der Marine.

Am diesjährigen Manöver Sea Breeze ist unter anderem der Lenkflugkörperzerstörer USS Carney beteiligt. Bild: USS Carney (DDG 64) bei einer Übung.

Für Kommandeur Haisch und seinen Stab ist "Northern Coasts" ein erster Testlauf zur Führung eines maritimen Verbandes dieser Größenordnung: 

Wir haben nun als Stab erstmalig die Gelegenheit, uns in der Praxis zu beweisen. Das ist so ein bisschen wie die erste Fahrstunde nach Absolvieren der Theorieausbildung.

Die Übung soll zeigen, was bei DEU MARFOR in Sachen Ausbildung, Ausrüstung oder Personal angepasst werden muss.

Das ist der erste Schritt zu einer späteren NATO-Zertifizierung des Stabes.

Wie der Leiter der Pressestelle der Deutschen Marine, Kapitän zur See Johannes Dumrese, gegenüber RT Deutsch erklärte, heißt dies lediglich, dass somit eine Prüfung bestanden werde. Da man aber immer im Verband agiere, bedeute dies nicht, dass es künftig immer eine deutsche Leitung gebe.

Angesprochen auf das aktuelle Szenario, betonte der Kapitän, dass der ausgeschlossene Anrainer nicht das Ziel der Übung sei, man richte sich nicht gegen Russland.

Wir üben in der Ostsee genauso, wie Russland es auch tut.

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