icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Interventionen zum Klimaschutz? Macron denkt laut über "internationalen Status" am Amazonas nach

Interventionen zum Klimaschutz? Macron denkt laut über "internationalen Status" am Amazonas nach
Ein Teil des brennenden Amazonas-Dschungels in Canarana, Bundesstaat Mato Grosso, Brasilien, 26. August 2019.
Der französische Präsident Macron nimmt eine Anregung von verschiedenen Nichtregierungsorganisationen auf: Sollten politische Führer Entscheidungen treffen, die dem Planeten schaden, so Macron, müsse man über einen "internationalen Status" des Amazonas nachdenken.

In einer indirekten Anspielung auf den brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro brachte der französische Präsident Emmanuel Macron einen "internationalen Status" für das Amazonasgebiet ins Gespräch. Falls politische Führer der Region Entscheidungen träfen, die dem Planeten schaden, müsse man darüber nachdenken, so Macron auf dem G7-Gipfel in Biarritz.

Die Idee, dem Amazonas einen "internationalen Status" zu verleihen, stammt tatsächlich ursprünglich von verschiedenen Verbänden und NGOs. "Dies ist nicht der Rahmen der Initiative, die wir ergreifen, aber es ist eine echte Frage, die sich stellt, wenn ein souveräner Staat konkrete Maßnahmen ergreift, die offensichtlich dem Interesse des ganzen Landes und dem Planeten entgegenstehen", erklärte Macron.

Der französische Präsident Emmanuel Macron (l.) und der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hier am 28. Juni 2019 beim G20-Gipfel in Osaka bei einem Treffen über digitale Wirtschaft.

Die brasilianische Regierung will derweil selbst über die Verwendung der von den G7-Staaten zugesagten Hilfsgelder für den Kampf gegen die verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet entscheiden. "Das brasilianische Volk und die brasilianische Regierung entscheiden, wie die Mittel eingesetzt werden", sagte Umweltminister Ricardo Salles am Montag in São Paulo. "Auf jeden Fall ist Hilfe immer willkommen." Allerdings sagte Bolsonaros Präsidialamtschef Onyx Lorenzoni laut einem Blog im Nachrichtenportal G1, das Geld sei möglicherweise besser in Europa angelegt. 

Zuvor hatten die Industriestaaten beim G7-Gipfel in Biarritz eine Soforthilfe von 20 Millionen US-Dollar (rund 17,9 Millionen Euro) für den Kampf gegen die Feuer im Regenwald zugesagt. Die Mittel sind vor allem für die Bereitstellung von Löschflugzeugen bestimmt. Frankreichs Staatschef Macron hatte die Brände kurzfristig auf die Agenda des Treffens gesetzt.

"Wir danken, aber vielleicht sind diese Gelder wichtiger, um Europa wieder aufzuforsten", zitiert der Journalist Gerson Camarotti in seinem Blog auf dem Nachrichtenportal G1 Lorenzoni. "Macron schafft es nicht einmal, einen vorhersehbaren Brand in einer Kirche zu vermeiden, die zum Welterbe der Menschheit gehört – was will er unserem Land zeigen?", soll Lorenzoni dem Blogger zudem in Anspielung auf das verheerende Feuer in der Pariser Kathedrale Notre-Dame gesagt haben. Und fügte laut Blog hinzu: "Er (Macron) hat zu Hause und in den französischen Kolonien viel zu tun".

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hatte sich darüber empört, dass die G7-Staaten sich in die inneren Angelegenheiten Brasiliens einmischten. "Wir können nicht hinnehmen, dass Präsident Macron unangebrachte Angriffe auf das Amazonasgebiet fährt und seine Absichten hinter einer "Allianz" der G7-Staaten zur "Rettung" des Amazonasgebiets versteckt, als ob wir eine Kolonie oder Niemandsland wären", schrieb der Staatschef am Montag auf Twitter.

"Der Respekt vor der Souveränität eines Landes ist das Mindeste, was man in einer zivilisierten Welt erwarten kann", schrieb Bolsonaro weiter. In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Januar stieg die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach den jüngsten Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE um 78 Prozent auf mehr als 80.000 Brände. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

Umweltschützer und indigene Gruppen werfen Brasiliens Präsidenten Bolsonaro vor, ein Klima geschaffen zu haben, in dem sich Farmer, Holzfäller und Goldgräber zu immer weiteren Rodungen ermutigt fühlen. So sollen Medienberichten zufolge Bauern im Bundesstaat Pará große Waldflächen in Brand gesteckt haben, nachdem sie sich zu einem "Tag des Feuers" verabredet hatten. "Es besteht der Verdacht auf eine orchestrierte Aktion. Es gibt den Verdacht, dass das von langer Hand geplant wurde", sagte Generalstaatsanwältin Raquel Dodge. Sie leitete strafrechtliche Ermittlungen gegen die mutmaßlichen Brandstifter ein.

Der örtliche Bauernverband bestritt unterdessen eine koordinierte Brandrodung in der Region. "Wenn es so etwas gegeben hat, war es ein Einzelfall. Wir wissen nichts von einer orchestrierten Aktion", sagte der Präsident des Verbands in Novo Progresso, Agamenon da Silva Menezes, der Nachrichtenagentur Agência Brasil. "Niemand will Brände, die außer Kontrolle geraten könnten. Das schadet allen."

Folge uns aufRT
RT

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen