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Nordische Solidarität? Islands Premierministerin sagt Treffen mit US-Vizepräsident Pence ab

Nordische Solidarität? Islands Premierministerin sagt Treffen mit US-Vizepräsident Pence ab
Nordische Solidarität? Islands Premier sagt Pence-Meeting ab, während Trump mit Dänemark ringt (Archivbild: Islands Premierministerin Katrín Jakobsdóttir beim informellen jährlichen Nordic Premier Ministers-Treffen am 20. August in Reykjavik)
Islands Premierministerin Katrín Jakobsdóttir plant, anstehende Gespräche mit dem US-Vizepräsidenten Mike Pence abzusagen. Dies fällt zeitlich mit der Absage Donald Trumps für seinen Dänemark-Besuch zusammen – weil man sich dort weigert, ihm Grönland zu verkaufen.

Jakobsdóttir bestätigte, sich nicht mit Mike Pence treffen zu wollen. Dieser soll am 2. September in Reykjavik ankommen, um über Sicherheit und Verteidigung zu sprechen. Die Premierministerin ließ jedoch wissen, dass der Schritt keineswegs dafür gedacht sei, Pence zu brüskieren. Sie präzisierte, sie werde einfach verhindert sein, durch ihre Rede vor dem Council of Nordic Trade Unions (NFS), einem einflussreichen regionalen Gewerkschaftsverband.

"Es versteht sich von selbst, dass ich vor sehr langer Zeit eingeladen worden bin, die Eröffnungsansprache zu halten", erklärte sie dem isländischen öffentlich-rechtlichen Sender RUV. "Und wie jeder weiß, habe ich mir in der letzten Zeit Sorgen um den Arbeitsmarkt gemacht."

"Tatsache ist auch, dass dieser vom Außenministerium organisierte Besuch viel im Kalender herumgeschoben wurde, so dass es sehr schwierig war, [meine anderen Termine] um ihn herum zu organisieren."

Es gab Berichte, denen zufolge der Besuch von Pence für Katrín Jakobsdóttir problematisch sein könnte, weil ihre Partei, die Links-Grüne Bewegung (VG), dringend fordert, dass Island die NATO verlässt und bündnisfrei wird.

Die Premierministerin machte deutlich, dass ihre Abwesenheit während des Besuchs von Pence "absolut nicht" mit irgendeiner politischen Kritik verbunden sei, die ihr zuteil werden könnte, hätte sie ihn empfangen.

Jakobsdóttirs Entscheidung fällt dennoch – zumindest zeitlich – mit einer sich zuspitzenden diplomatischen Auseinandersetzung zusammen, nämlich der zwischen Trump und Dänemark als einem weiteren Land auf der Nordhalbkugel. Der US-Präsident sagte bekanntlich seine Reise dorthin nach einem bizarren Vorfall ab, nachdem er vorgeschlagen hatte, Dänemark die arktische Insel Grönland abzukaufen, und sowohl Kopenhagen als auch Grönland selbst dies ablehnten.

Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen nannte den Vorschlag, Grönland verkaufen zu sollen, "absurd" – woran Trump wiederum Anstoß nahm.

"Ich fand es nicht schön, wie sie [das Treffen mit mir] abgeblasen hat", erklärte Trump am Mittwoch gegenüber Journalisten.

Auch Island wurde bis 1944 vom dänischen Monarchen als Oberhaupt in Personalunion regiert, bevor es schließlich unabhängig wurde. Die beiden Länder unterhalten jedoch weiterhin enge politische und wirtschaftliche Beziehungen.

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