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Kein Grönland-Kauf – kein Staatsbesuch: Trump sagt Dänemark-Reise ab

Kein Grönland-Kauf – kein Staatsbesuch: Trump sagt Dänemark-Reise ab
Objekt der Begierde: Die Stadt Tasiilaq in Grönland im Juni 2018
Bisher konnte man den Vorschlag Donald Trumps, den Dänen Grönland abzukaufen, noch als Scherz des US-Präsidenten verstehen. Doch nun hat er nach der klaren Abfuhr Kopenhagens seinen Besuch in Dänemark abgesagt – und den kleinen "Verbündeten" auf das Schärfste brüskiert.

US-Präsident Donald Trump hat seinen für September geplanten Staatsbesuch in Dänemark abgesagt. Auf Twitter begründete er dies damit, dass die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen nicht über einen Verkauf Grönlands reden wolle. Wörtlich schrieb er am Dienstagabend :

Dänemark ist ein ganz besonderes Land mit unglaublichen Menschen, aber nach den Bemerkungen von Premierministerin Mette Frederiksen, dass Sie kein Interesse daran hätte, über den Kauf Grönlands zu sprechen, werde ich unser Treffen in zwei Wochen auf ein anderes Mal verschieben.

Die Premierministerin habe Dänemark und den USA viel Zeit gespart, dafür danke er ihr. Er freue sich auf ein Treffen irgendwann in der Zukunft, so der Präsident in einem ergänzenden Tweet.

Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte später, dass der gesamte Besuch am 2. und 3. September abgesagt sei. Trump und seine Frau Melania wollten mit der Reise nach Kopenhagen einer Einladung von Königin Margrethe II. Folge leisten. Geplant waren bilaterale Gespräche und Treffen mit Wirtschaftsvertretern. Der Besuch sollte auf einen Aufenthalt Ende kommender Woche in Polen folgen.

Trumps wiederholte Bekundungen, Grönland kaufen zu wollen, hatten dort und im dänischen Mutterland Befremden und Verwunderung ausgelöst. Der Plan erinnert an den Kauf Alaskas durch die USA von Russland 1867. Keine dänische Regierung könnte heute einen derartigen Verkauf, sofern er rechtlich überhaupt möglich wäre, gegenüber der eigenen Bevölkerung rechtfertigen.

Dementsprechend ablehnend waren die Reaktionen dänischer und grönländischer Politiker. Der ehemalige Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen sprach auf Twitter von einem Aprilscherz zur falschen Jahreszeit. Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen sagte zu Trumps Gedankenspielen:

Grönland steht nicht zum Verkauf. Grönland ist nicht dänisch. Grönland gehört zu Grönland. Ich hoffe sehr, dass dies nicht ernst gemeint ist.

Am Montagabend bekräftigte Trump seinen Vorschlag mit der Veröffentlichung eines launigen Tweets. Eine Fotomontage zeigte ein golden glänzendes Hotelhochhaus mit der Aufschrift "Trump" in einer grönländischen Einöde inmitten kleiner auf Geröll stehender Holzhäuser am Meer zeigt. Dazu schrieb er: 

Ich verspreche, das Grönland nicht anzutun.

Die Absage des Staatsbesuchs in Kopenhagen verdeutlicht nun, dass es sich bei dem vorgeschlagenen Grönlandkauf keineswegs um einen Scherz des Präsidenten handelt, wie man bisher vielleicht noch annehmen konnte. Dänemark hat sich eng an die USA gebunden, auch zum Schutz vor dem immer noch als übermächtig wahrgenommenen südlichen Nachbarn Deutschland. In der Ostsee blockieren die Dänen derzeit ganz im Sinne Washingtons den Fortgang der Bauarbeiten an der Gaspipeline Nord Stream 2. Die kurzfristige Absage des Staatsbesuchs ist als denkbar scharfe Brüskierung Dänemarks zu verstehen.

Grönland hat etwa 56.000 Einwohner, die meisten sind dänische Staatsbürger. Mehr als 80 Prozent der über 2,1 Millionen Quadratkilometer großen Insel ist von Eis bedeckt. Unter dem Eis verbirgt sich ein enormer Reichtum an Bodenschätzen, dennoch benötigt Grönland noch massive wirtschaftliche Unterstützung von Dänemark. 

Die Insel gehört seit Jahrhunderten zu Dänemark, genießt aber seit 1979 weitgehende Autonomie. Die Regierung der Insel hat die Kontrolle über ihre gesamten inneren Angelegenheiten, während Kopenhagen für Verteidigung und Außenpolitik zuständig ist. Dennoch gibt es unter den Grönländern, die überwiegend von den Inuit abstammen, Bestrebungen nach noch mehr Unabhängigkeit von Kopenhagen.

Im Norden Grönlands befindet sich der US-Luftwaffenstützpunkt Thule, der Teil des Raketenwarnsystems ist. Im Jahr 1951 hatten die Vereinigten Staaten und Dänemark ein Verteidigungsabkommen geschlossen. Im Zweiten Weltkrieg nutzten die USA die Insel für die Luftbrücke über den Atlantik.

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