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Vorwurf des "Kolonialismus": Ex-Präsident Joseph Blatter geht wegen Afrika auf FIFA los

Vorwurf des "Kolonialismus": Ex-Präsident Joseph Blatter geht wegen Afrika auf FIFA los
Der ehemalige FIFA-Präsident Joseph "Sepp" Blatter verlässt das Court of Arbitration for Sports (CAS), nachdem er am 25. August 2016 in Lausanne, Schweiz, im Schiedsverfahren mit der FIFA angehört wurde.
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat Vorwürfe seines Vorgängers Joseph Blatter über einen angeblich kolonialistischen Umgang mit dem afrikanischen Fußball-Kontinentalverband CAF zurückgewiesen. Doch der Umgang der FIFA mit der CAF wirft Fragen auf.

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"Ich muss darüber lachen", sagte Infantino am Donnerstag bei der Generalversammlung des skandalumtosten CAF in Kairo. Vor vier Wochen war Fatma Samoura, Generalsekretärin des Weltverbandes FIFA, für die Zeit von Anfang August bis Ende Januar 2020 zur Generaldelegierten für den afrikanischen Fußball aufgestellt worden. Dabei soll sie die Arbeit des CAF überwachen.

Dies hatte Ex-FIFA-Chef Blatter zuletzt bei der BBC als "neuen Gesichtspunkt eines Kolonialismus" bezeichnet. Dazu wies der derzeit gesperrte Schweizer via Twitter darauf hin, dass die Kontinentalverbände nicht Mitglied der FIFA seien und die Statuten respektiert werden sollten.

"Ich muss sagen, dass ich sehr verblüfft von einigen Kommentaren bin", sagte Infantino. "Was bedeutet das, Kolonialisierung? Ich weiß es nicht. Das ist nicht Teil meines Vokabulars. Aber ich weiß, was es bedeutet, sich zusammenzuschließen. Wir alle leiden, wenn wir sehen, was hier los ist."

CAF-Präsident Ahmad Ahmad steht selbst im Fokus diverser Anschuldigungen, darunter Korruption. Diese wies er stets zurück, gab aber zu, dass sein Verband ernsthafte Probleme habe. "Wir liegen in allen Bereichen hinter allen anderen Konföderationen zurück." Der Funktionär aus Madagaskar ist als FIFA-Vizepräsident einer der Stellvertreter Infantinos. Der afrikanische Verbandsboss wurde im Juni in Paris wegen Korruptionsverdachts kurzzeitig in Gewahrsam genommen.

Aufnahme während des Champions League Halbfinale Rückspiels Liverpool gegen FC Barcelona, Anfield, Liverpool, Großbritannien, 7. Mai 2019.

Obwohl Infantino die Vorwürfe zurückweist, sorgte der Eingriff der FIFA in die Belange des afrikanischen Verbandes für große Entrüstung bei Aleksander Čeferin, dem Präsidenten der Europäischen Fußball-Union (UEFA). "Niemals in der Geschichte unserer Institutionen wurde der FIFA-Generalsekretär, der laut Statuten die Organisation leitet, zu einem anderen Verband abgeordnet, um dessen Kontrolle zu übernehmen, auch wenn es mit dessen Zustimmung geschieht", schrieb Čeferin in einem Brief an Infantino und beschwerte sich über die kurzfristig gesetzte Frist an die Mitglieder des FIFA-Council-Büros. Laut Čeferin habe er Infantinos Vorschlag um 1.50 Uhr am Donnerstag, dem 20. Juni erhalten und eine Antwort sei bis 10.30 Uhr gefordert worden.

Auch die Umstände rund um den diesjährigen Afrika-Cup sind chaotisch. Die Organisation des Turniers war für Ägypten schwierig und glich einem Wettlauf gegen die Zeit. Erst Anfang Januar wurde Ägypten als Ersatz-Ausrichter benannt, nachdem Kamerun signalisierte, es nicht zu schaffen. Eine absolute Herausforderung, zumal das Turnier auch noch auf 24 Mannschaften aufgestockt wurde.

Auch beim diesjährigen afrikanischen Champions-League-Finale zwischen Casablanca und Tunis kam es zu Ungereimtheiten und Tumulten. Der Videobeweis funktionierte wegen technischer Probleme nicht, die Marokkaner weigerten sich nach einer strittigen Situation, weiterzuspielen. Von den Tribünen flogen Flaschen. Das Spiel wurde abgebrochen und soll nach dem Afrika-Cup wiederholt werden. Das wurde am Rande des FIFA-Kongresses in Paris entschieden.

Das Thema Korruption lässt den afrikanischen Fußball nicht los. In den vergangenen Monaten sind mehrere hochrangige Verbandsoffizielle in afrikanischen Ländern ihrer Ämter enthoben und von der FIFA zum Teil lebenslang wegen Korruption gesperrt worden. "Der afrikanische Fußballverband hat es in den vergangenen Jahren verpasst, wirklich aufzuräumen und sich neu zu strukturieren", sagt James Dorsey, der in seinem Fußballblog Mideastsoccer die Fußballwelt im Nahen Osten und in Nordafrika analysiert.

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(rt deutsch/dpa)

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