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Iranischer Außenminister über die Haltung der USA: "Wir haben den Verhandlungstisch nie verlassen"

Iranischer Außenminister über die Haltung der USA: "Wir haben den Verhandlungstisch nie verlassen"
Der iranische Außenminister Dschawad Sarif, New York, USA, 24. April 2019.
In einem ersten Interview mit US-Medien seit Monaten äußerte sich der iranische Außenminister zu den derzeitigen Spannungen zwischen Teheran und Washington. Den Verhandlungstisch hätten allein die USA verlassen, nicht aber der Iran. Er glaube nicht daran, dass Trump Krieg wolle.

Nur einen Tag vor der geplanten Reise des iranischen Außenministers Dschawad Sarif wurde ihm und seiner Delegation ein Visum für die Vereinigten Staaten erteilt. Ein weiterer Affront gegen die iranische Regierung durch Washington. Zudem ist das erteilte Visum mit Einschränkungen verbunden. Sarif und seine Entourage dürfen sich nur innerhalb von sechs Wohnblöcken in New York zwischen dem Sitz der Vereinten Nationen, der Ständigen Vertretung des Iran und dem Wohnsitz des iranischen UN-Botschafters bewegen. 

Erstmalig seit Monaten gab er einem US-Nachrichtenportal ein Interview. Der redegewandte Sarif ließ sich vom US-Journalisten Lester Holt nicht in die Enge treiben und konterte den Fragen geschickt. Der Journalist der NBC-Nachrichten vergeudete keine Zeit und fragte Sarif gleich zu Beginn danach, wie "nah wir einem Krieg sind".

Der iranische Außenminister Dschawad Sarif bei den Vereinten Nationen in New York, USA, 28. November 2018.

Mit einem Lächeln antwortete Sarif: 

Wir sind nicht nahe eines militärischen Krieges, aber wie ich es vorher gesagt habe, zielen die Sanktionen auf die gewöhnlichen (iranischen) Bürger, Zivilisten, Menschen, die Medizin benötigen, Menschen, die behandelt werden müssen. 

Sarif verweist auf die Frage, ob das US-Militär einen Krieg vorbereite, damit, dass er nicht glaube, US-Präsident Donald Trump wolle Krieg. Er sei jedoch von Leuten umgeben, die nichts gegen einen Krieg hätten. Den Verhandlungstisch hätten allein die USA durch ihr Scheiden aus dem 2015 geschlossenen Nuklearabkommen verlassen. Die verbliebenen europäischen Länder sowie Russland und China hielten hieran fest. Auch der Iran sei noch Teil des Abkommens. 

Die USA spielen mit dem Feuer und sind "süchtig nach Sanktionen"

Teheran hatte die Urananreicherung über das vorgeschriebene Limit des Nuklearabkommens hinaus erhöht. Der Journalist: 

Sind Sie nicht in Sorge, dass sie hier mit dem Feuer spielen? 

Für Sarif sind es die USA, die mit dem Feuer spielten. Denn der Iran habe ein Jahr gewartet, bis die Regierung gegen die Sanktionen der USA handelte. Der Iran könnte innerhalb der nächsten Stunden seine gesteigerte Urananreicherung erneut zurückfahren. Es handle sich, so Sarif, um einen reversiblen Prozess. Die USA seien "süchtig nach Sanktionen". Abkommen mit den USA könnten nicht nach jeder neuen Regierung erneut verhandelt werden. So könne man keine Beziehungen unterhalten. 

US-Präsident Donald Trump und der britische Politiker Boris Johnson, Vereinte Nationen, New York, USA, 18. September 2017.

Der NBC-Journalist versucht, das ballistische Programm des Iran zu diskutieren. Sarif aber kontert, man müsse die Verteidigungsausgaben in der Region genauer betrachten. So seien die Ausgaben der Vereinigten Arabischen Emirate viel höher als die des Iran, obwohl sie nur über eine Bevölkerung von knapp zehn Millionen verfügen. Genauso gestalte es sich im Bezug auf Saudi-Arabien. 

Es gibt Länder in der Region, die an einer Eskalation interessiert sind 

Auf die Vorwürfe, der Iran mische sich außerhalb seiner Grenzen ein, fragte Sarif: 

Lassen Sie mich fragen, wer bombardiert den Jemen? Wer fällt in Bahrain ein? (...) Sind wir in irgendeiner Weise in Nordafrika involviert? Warum gibt es Chaos in Nordafrika, warum gibt es Chaos im Jemen? (...) Die USA müssen ihre eigenen Alliierten beäugen, nicht den Iran. 

Auch die vermeintlich iranischen Angriffe auf Öltanker kamen zur Sprache. Der Journalist amüsiert Sarif. Natürlich würden wir einen japanischen Tanker nicht angreifen, während der japanische Premierminister sich mit unserem Regierungschef trifft. Die Bilder der US-Navy bewiesen rein gar nichts, so Sarif.

Ein Öltank des staatlichen Ölriesen Saudi Aramco bei der Förderanlage von Shaybah.

Die iranische Navy war mit der Rettung der Seeleute beschäftigt. Ohne diese genauer zu nennen, sagte Sarif, es gebe Länder in der Region, die ein Interesse an der Eskalation der Situation zwischen Washington und Teheran hätten. 

Gerade weil es der Persische Golf sei und er nicht anders heiße, wolle der Iran Sicherheit: 

Keiner kann in diesen Gewässern ohne den Iran die Sicherheit aufrechterhalten. 

Die Islamische Republik Iran müsse als Partner gesehen werden, um Stabilität in der Region zu gewährleisten. Die Geschichte des Iran habe gezeigt, dass das Land in der Lage sei, trotz Sanktionen zu wachsen. Während des Irak-Iran-Krieges, als sich die Welt gegen den Iran gestellt hat, habe der Iran seine eigenen Waffen entwickelt. 

Der iranische Vertreter glaubt daran, dass am Ende des Tages die Klugheit siegen werde und die Trump-Regierung zur Vernunft käme. Dies habe sich auch darin gezeigt, dass Trump in letzter Minute einen Angriff auf den Iran abgesagt habe, denn es hätte sich nicht um einen einmaligen Vergeltungsschlag ohne Reaktion gehandelt: 

Der Iran ist ein großes, stolzes Land. Wir werden einen militärischen Angriff nicht einfach so hinnehmen. 

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