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"Töte ihn, den Hund": Saudische Prinzessin soll Handwerker gedemütigt und schlagen lassen haben

"Töte ihn, den Hund": Saudische Prinzessin soll Handwerker gedemütigt und schlagen lassen haben
Gegen die Tochter des saudischen Königs Salman bin Abdulaziz-Al-Saud werden schwere Anschuldigungen erhoben, in Paris läuft jetzt der Prozess.
Die Pariser Staatsanwaltschaft fordert sechs Monate Haft auf Bewährung gegen Hassa bint Salman, die Schwester des einflussreichen saudischen Kronprinzen MBS. Unter anderem soll sie einen Handwerker gedemütigt und misshandeln lassen haben, der ihre Pariser Luxuswohnung renovieren sollte.

Hassa bint Salman – die Tochter des saudischen Königs Salman und Schwester des einflussreichen Kronprinzen Mohammed bin Salman (MBS) – wird in den saudischen staatlichen Medien gern für ihre Wohltätigkeitsarbeit und ihren Einsatz für die Rechte der Frauen gefeiert.

Jetzt wurde sie jedoch beschuldigt, ihrem Leibwächter Rani Saïdi befohlen zu haben, einen Handwerker zu misshandeln, der im Jahr 2016 in ihrer Pariser Luxuswohnung arbeitete.

Am Dienstag fand die Anhörung vor einem Pariser Gericht statt, der die Prinzessin fernblieb. Frankreich stellte im November 2017 einen internationalen Haftbefehl gegen Hassa bint Salman aus. Ihr Anwalt, Emmanuel Moyne, sagte, dass ihre Teilnahme an der Anhörung am Dienstag in Frankreich aufgrund des internationalen Haftbefehls unmöglich gewesen sei. Auch das Angebot, Ermittlern die Befragung per Videokonferenz zu ermöglichen, wurde jedoch abgelehnt.

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Hassa bint Salman wird Anstiftung zu körperlicher Gewalt mit Einsatz oder Androhung einer Waffe sowie Freiheitsberaubung und Diebstahl eines Mobiltelefons vorgeworfen.

Das mutmaßliche Opfer, der Handwerker Aschraf Eid, wurde im September 2016 mit der Renovierung der Wohnung der Prinzessin in der exklusiven Wohnstraße Avenue Foch im Pariser Westen beauftragt.

Zwecks Erfüllung seines Auftrags habe er laut eigener Aussage das Bad fotografiert, in dem er arbeiten sollte. Die Prinzessin, die in diesem Moment den Raum betrat, habe ihm vorgeworfen, Fotos ihres Spiegelbildes zu machen, um sie an die Presse zu verkaufen.

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Der Handwerker behauptet, daraufhin auf Befehl der saudischen Prinzessin von ihrem Leibwächter geschlagen sowie von ihr gedemütigt und beleidigt worden zu sein. Unter anderem wurde er ins Gesicht geschlagen, seine Hände gefesselt und gezwungen, die Füße der Prinzessin zu küssen.

Der ägyptisch-stämmige Eid teilte der Polizei mit, dass die Prinzessin zu ihm sagte, während er geschlagen wurde:

Du wirst schon sehen, wie du mit einer Prinzessin sprichst, wie du mit der königlichen Familie sprichst."

Laut einem Bericht im französischen Nachrichtenmagazin Le Point behauptete der Handwerker, dass die Prinzessin geschrien habe:

Töte ihn, den Hund, er verdient es nicht zu leben."

Nach seinen Angaben konnte er die Wohnung einige Stunden später verlassen – ohne seine Werkzeuge, die demnach beschlagnahmt wurden.

Die Prinzessin hat die Anschuldigungen gegen sie zurückgewiesen.

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Ihr Anwalt Moyne erklärte gegenüber Reuters, dass sie die angeblichen Anmerkungen über den Handwerker niemals gemacht habe.

Die Prinzessin ist eine fürsorgliche, bescheidene, zugängliche und kultivierte Frau", so Moyne. "Das saudische Recht und die Gewährleistung der Sicherheit der Prinzessin verbieten es, ein Bild von der Prinzessin zu machen."

Leibwächter Saïdi wurde wegen des Verdachts auf bewaffnete Gewalt, Diebstahl und das Festhalten einer Personen gegen ihren Willen unter förmliche Untersuchung gestellt und erhielt im Oktober 2016 eine Kaution.

Er erschien in dieser Woche vor Gericht und stellte den Vorfall anders dar. Er habe die Prinzessin um Hilfe rufen hören. Daraufhin habe er den Raum betreten und gesehen, wie sich die Prinzessin und der Handwerker um das Handy des Handwerkers stritten. Daraufhin habe er ihn gepackt und unter Kontrolle gebracht, da er nicht wusste, was Eid vorhatte.

Sein Anwalt sagte gegenüber der Agence France-Presse: "Wir hoffen, dass die Richter die zahlreichen Widersprüche und Inkohärenzen des Klägers berücksichtigen werden. Die Krankenakten widersprechen der Version der Ereignisse des Klägers und zeigen, dass er gelogen hat."

Der Leibwächter hat einen separaten Fall von Diffamierung gegen den Arbeiter eingereicht.

Die Staatsanwaltschaft hat nun sechs Monate Haft auf Bewährung für die Prinzessin gefordert. Die Anklage verlangte vor dem Pariser Strafgericht in dieser Woche zudem eine Geldstrafe von 5.000 Euro gegen bint Salman. Gegen ihren Leibwächter Rani Saïdi forderte die Staatsanwaltschaft acht Monate Gefängnis und ebenfalls 5.000 Euro Geldstrafe.

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