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Richter und Jury: Facebook-Richtlinie erlaubt Morddrohungen gegen "gefährliche Personen"

Facebook samelt nicht mehr nur Daten, sondern erweitert seine vermeintlichen Kompetenzen nun auch in eine sehr spezielle Richtung. Das kalifornische Unternehmen unterscheidet anhand fragwürdiger Kriterien, wann Mordrohungen gegen Nutzer akzeptabel sind.
Richter und Jury: Facebook-Richtlinie erlaubt Morddrohungen gegen "gefährliche Personen"Quelle: Reuters

Längst hat das Unternehmen seine Unschuld verloren, und etliche "User" sind Facebook nunmehr in treuer Hassliebe verbunden. Etliche Skandale ranken sich um die um sich greifende Einflussnahme und Datenmacht des Zuckerberg-Konzerns, doch was nun ans Tageslicht geriet, stellt einen neuen Höhepunkt in der an Skandalen nicht armen Geschichte des Silicon-Valley-Sprösslings dar.

Stein des Anstoßes ist eine aktualisierte Richtlinie innerhalb der sogenannten "Gemeinschaftsstandards". Aufrufe zu "schwerer Gewalt" werden demnach nicht geahndet, sofern sich diese gegen Personen richten, die "unter die Richtlinie für gefährliche Personen und Organisationen fallen".

Damit nicht zu verwechseln, jedoch eng verbunden ist die fragwürdige Richtlinie über "gefährliche Individuen". Im Rahmen dieser kann schon die Erwähnung eines der entsprechenden Individuen ausreichen, um den Benutzer zu sperren – es sei denn, die Erwähnung war abwertend. Bekannte Persönlichkeiten, die sich "schuldig" machten, ohne zu erfahren, warum sie denn nunmehr "gefährlich" sind, waren etwa der selbst ernannte Infowars-Krieger Alex Jones und Kommentator Paul Joseph Watson. Nun reicht es aus, auf Instagram ein T-Shirt einer "gefährlichen Person" zu tragen, um von Facebook selbst zu einer erklärt zu werden.

Die gefährlichen Individuen können wiederum nicht damit rechnen, von Facebook vor Todesdrohungen geschützt zu werden. So heißt es bei Facebook unter dem Punkt "1. Gewalt und Anstiftung" u.a.:

Folgende Inhalte sind untersagt: Bedrohungen, die zum Tod (und zu anderen Formen schwerer Gewalt) einer oder mehrerer Zielperson(en) führen können. Hierbei wird Bedrohung wie folgt definiert: (…) Aussagen, die die Absicht der Ausübung von schwerer Gewalt oder ihre Androhung unter gewissen Bedingungen enthalten (es sei denn, das Ziel ist eine Organisation oder eine Person, die unter die Richtlinie zu gefährlichen Personen und Organisationen fällt).

Dazu sagte der genannte konservative britische YouTuber, Radiomoderator und Autor Paul Joseph Watson:

Facebook hat ein neues Richtlinien-Update herausgegeben, in dem es heißt, dass es akzeptabel ist, Morddrohungen zu senden und zu Gewalt gegen mich aufzurufen, obwohl es sich dabei um ein Verbrechen im Vereinigten Königreich handelt.

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