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Völkerball soll abgeschafft werden: "Entmenschlicht" angeblich die Schüler und fördert Mobbing

Völkerball soll abgeschafft werden: "Entmenschlicht" angeblich die Schüler und fördert Mobbing
Völkerball im Sportunterricht in Fukushima, Japan, 28. Februar 2014.
Kanadische Wissenschaftler fordern die Abschaffung des Völkerballs. Nach einer Studie führte das beliebte Ballspiel im Sportunterricht von Schulen zur "Entmenschlichung" und zu Mobbing. Stärkere Schüler würden dazu verleitet, sich an Schwächeren auszulassen.

In vielen Teilen der Welt wird im Sportunterricht Völkerball gespielt, und es ist als "Dodgeball" sogar ein Wettkampfsport. Doch wenn es nach dem Willen einiger kanadischer Forscher ginge, sollte sich das bald ändern, das Spiel würde künftig zumindest aus den Sporthallen von Schulen verbannt werden. Sie sehen nach Ergebnissen ihrer Studie die Spielidee nicht als Spaß, sondern als "Mittel der Unterdrückung". Die Ergebnisse der Studie wurden in Vancouver im Rahmen des Congress Humanities and Social Sciences vorgestellt. 

Das Ballspiel "Völkerball" basiert tatsächlich historisch auf der Idee eines Kriegsspiels und sollte – nach seinem Erfinder Friedrich Ludwig Jahn (1778-1852) – einen wehrertüchtigenden Charakter haben. Zwei Mannschaften treten beim Völkerball gegeneinander an. Mittels eines Balls (oder auch bis zu drei Soft- oder Schaumstoffbällen) sollen alle Spieler im gegnerischen Spielfeld durch Treffer am Körper "abgeschossen" werden. Dabei darf der Ball zuvor nicht den Boden berührt haben.

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Die beiden Felder der Mannschaften sind durch eine Linie in der Mitte getrennt. Pikant: bisweilen bestimmt jede Mannschaft auch einen "König". Dieser positioniert sich auf dem gegenüberliegenden Außenfeld. Alle abgeworfenen Spieler müssen das Innenfeld verlassen. Sobald alle Spieler einer Mannschaft ausgeschieden sind, muss der König in das Innenfeld. Er hat drei Leben. Wird er dreimal getroffen, ist sein Königreich gefallen. Es gibt zahlreiche Variationen des Spiels. 

Der Mitautor der kanadischen Studie, Stephen Berg

In der Schule reden wir viel über Freundlichkeit, Empathie und Mitgefühl. Im Sportunterricht verschwinden alle diese Begriffe. 

Die Aggressionen sollten im Sportunterricht kontrolliert und nicht ausgelebt werden. Bei Völkerball jedoch handele es sich um ein Werkzeug der "Unterdrückung". Joy Butler Professorin für Pädagogik an der Universität British Columbia stimmt mit Berg in der Kritik an dem Spiel überein, das Spiel sollte dennoch nicht unbedingt aus dem Curriculum genommen werden. Sie meint jedoch:

Es ist gleichbedeutend mit der Legalisierung von Mobbing. 

Sportlehrer sollten stattdessen ein Augenmerk auf die schwächeren Schüler haben, die sich in den hinteren Reihen der Spieler verkriechen.

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