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Auslieferung von Assange eine Warnung an Liberale, die an die US-amerikanische Demokratie glauben

Auslieferung von Assange eine Warnung an Liberale, die an die US-amerikanische Demokratie glauben
Auslieferung von Assange eine Warnung an Liberale, die an die US-amerikanische Demokratie glauben
Die Entscheidung Großbritanniens, WikiLeaks Mitgründer Julian Assange an die USA auszuliefern, sollte als Warnung an alle Liberalen verstanden werden, die noch immer an die "amerikanische liberale Demokratie" glauben. Dies sagt der Kulturphilosoph Slavoj Zizek.

Der slowenische Soziologe Slavoj Zizek sagte gegenüber RT, die Unterzeichnung des Auslieferungsbefehls sei eines von zwei sehr beunruhigenden Ereignissen der letzten Zeit. Das andere bedrohliche Ereignis sei die Einladung der ecuadorianischen Regierung an die US-Behörden gewesen, Assanges Eigentum aus der ecuadorianischen Botschaft in London in Besitz zu nehmen, als dieser ins Gefängnis gebracht wurde – einschließlich seiner Buchmanuskripte, Computer und andere persönliche Besitztümer.

"Der Albtraum ist, dass seine Verfolger direkt aufgefordert wurden, all diese Dokumente in Besitz zu nehmen. Dies verstößt gegen elementare Rechtsnormen", erklärte Zizek. "Die Botschaft lautet: 'Ja, wir werden unermesslich brutal sein'". Zizek macht besonders auf diese Art der Brutalität der konzertierten Aktionen gegen Assange aufmerksam. "Es ist immer ein beunruhigendes Signal, wenn derart brutal gegen einen Menschen vorgegangen wird", sagte er.

Was mit Assange passiert, sollte eine Warnung an all jene Liberalen sein, die immer noch an eine Art genetische, beinahe vorrangige amerikanische liberale Demokratie glauben."

Der Philosoph fügte hinzu, er sei "radikal gegen" US-Präsident Donald Trump, wies jedoch auf die widersinnige Situation hin, in der das "liberale Zentrum" wesentlich härter gegen Assange vorgehe, als die Trump-Administration. Der Grund hierfür liege darin, dass "die Liberalen denken, dass Assange Trump bei der Wahl geholfen hat", so Zizek und konterte: "Wir sollten uns fragen: 'Was ist bei den Liberalen selbst so schief gelaufen, dass so etwas wie Trump passieren konnte?'"

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An den Händen der Liberalen sei genauso viel Blut, wenn es um den Missbrauch des militärisch-industrieellen Komplexes ginge, argumentiert er. Dennoch glaubt er, dass die Verfolgung von Assange letztendlich eine Mobilisierung von Befürwortern der Pressefreiheit bedeuten könnte. Er befürchtet aber auch eine "Kultur der Langeweile" angesichts eines derart weit verbreiteten und ungeheuren Machtmissbrauchs.

"Die Öffentlichkeit wird sich der Undurchsichtigkeit immer mehr bewusst. Dies ist unter anderem eine der großen Errungenschaften von WikiLeaks. Wir wurden uns bewusst, wie die Dinge stehen", sagte er. Zizeks Resümee: "Was mich wirklich beunruhigt, ist die Trägheit der breiten Öffentlichkeit. Die Menschen sind sich der Umstände bewusst – und kümmern sich trotzdem nicht wirklich darum."

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