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"Kriegsführung wichtiger, als Krieg zu gewinnen" – IS veröffentlicht Anleitung zum Guerillakrieg

"Kriegsführung wichtiger, als Krieg zu gewinnen" – IS veröffentlicht Anleitung zum Guerillakrieg
Die Erfolge gegen den sogenannten Islamischen Staat präsentierte US-Präsident Donald Trump vor Journalisten am 20. März, doch die Ideologie findet weiterhin Anklang bei vielen Anhängern.
Der sogenannte Islamische Staat hat seinen "Staat" verloren, die Ideologie ist aber nach wie vor lebendig und längst nicht überall diskreditiert. Nach dem Videoauftritt des selbsternannten Kalifen Al-Baghdadi veröffentlichte der IS seine Anleitung für den Guerillakrieg.

Eigentlich waren sich fast alle einig in ihrer Einschätzung, dass selbst nach dem Verlust ihres territorialen "Kalifats" (auf den Staatsgebieten Syriens und des Iraks) die zugrundeliegende Ideologie längst nicht besiegt ist. Mit Terror und militärischen Operationen hatte einst der IS (ISIS, ISIL, Daesh) den Regierungen in Damaskus und Bagdad riesige Gebiete der Kontrolle entrissen, weil diese Länder durch direkte und indirekte Interventionen und subversive Operationen geschwächt waren. Nun, nach dem Verlust dieser Gebiete an eine breite Allianz mit verschiedenen Partikularinteressen, kehrt der IS wieder zum Terror zurück.

Al-Bagdadi im neuen Propagandavideo

Das zeigt sich auch in der Selbstdarstellung des IS-Chefs Abu Bakr al-Baghdadi. Die Unterschiede in den seltenen für die Öffentlichkeit gedachten Auftritten könnten kaum größer sein: Bei der Ausrufung des Kalifats "Islamischer Staat" in der Großen Moschee des an-Nuri in der irakischen Millionenmetropole Mosul war Baghdadi völlig in der Farbe des Dschihad Schwarz gekleidet und geschminkt. Bei dem nun im April veröffentlichten Video erinnert sein Erscheinen, mit einer Kalaschnikow neben sich, eher an Osama bin Laden, den Gründer der Terrororganisation Al-Qaida, als an einen ehrwürdigen Kalifen.

Allerdings ist das kein Zufall. Al-Baghdadi rief in dem Video seine Anhänger auf, den Krieg gegen die "ungläubigen" Feinde fortzuführen und sie nun durch Abnutzung (sprich Terroranschläge) zu schwächen. Die Kriegsführung selbst sei wichtiger, als den Krieg zu gewinnen, sagte er. Da er über kein – wie auch immer geartetes – Staatswesen mehr verfügt, muss er sich jetzt als ein im Kampf gestählter Mudschaheddin präsentieren, was ihm natürlich angesichts der zahlreichen Legenden um seine Verletzungen und diverser Todesmeldungen nicht weiter schwerfällt.

Diesem persönlichen Aufruf folgte nun noch online eine vierteilige Anleitung für einen Guerillakrieg in der IS-Propaganda-Webpublikation Al-Naba. Unter dem Titel "Der vorübergehende Fall von Städten als Arbeitsmethode für die Mudschaheddin" wurde detaillierter dargelegt, wie sich der IS-Chef den Krieg seiner Anhänger in Zukunft vorstellt. So soll jetzt der direkte Kampf mit Soldaten oder Polizisten – und sollen somit auch eigene Opfer – eher vermieden werden. Bislang galt dies ja noch als besonders ehrenvoll. Ein weiterer Schwerpunkt wird offensichtlich auf die verstärkte Beschaffung von Finanzierungsquellen gelegt, nachdem der IS durch den Verlust von Territorium auch wesentliche Einnahmequellen wie Steuern oder Ölgeschäfte verloren hat.

So wird in der Anleitung erklärt, wie sich die potenziellen neuen Terroristen auf weiche Ziele konzentrieren sollen und in ihren Ländern Geld erpressen sollen, beispielsweise durch Entführungen oder Gefangenenaustausch. Bei ihren Entführungsopfern und Gefangenen sollen sie stets auch nach Waffen und Wertgegenständen suchen und diese mitnehmen, um den "Bedarf der Kämpfer abzusichern". Nebst Geld und Waffen stehen auch Medikamente und sogar Nahrungsmittel ganz weit oben in der Prioritätenliste des Bedarfs, weil sich die Kämpfer derzeit in einer "schwachen Position" befänden.

Es gelingt dem IS – zumindest behauptet er das – trotz dieser Schwäche, in zahlreichen Ländern Fuß zu fassen und zuzuschlagen. In Afghanistan, Ägypten, im Kongo, in Libyen, Niger, Nigeria, Pakistan, Sri Lanka und Tschetschenien gab es in den vergangenen Wochen verschiedene Anschläge, die der IS für sich "beansprucht". Damit setzt der IS ein Zeichen, nicht nur an seine Anhänger, sondern auch an die internationale Gemeinschaft gerichtet, dass man durchaus in der Lage ist, global zuzuschlagen und sich daher niemand vor Angriffen sicher fühlen soll.

Laut Rita Katz, einer im Irak geborenen und in Israel aufgewachsenen Mitbegründerin der SITE Intelligence Group, einer aufgrund der vermuteten Nähe zu US- und israelischen Geheimdiensten kontrovers wahrgenommenen Einrichtung, könnte vor allem das Video von Abu Bakr al-Baghdadi weitere Anhänger dazu ermutigen, sich dem IS anzuschließen. Mit der nachfolgend veröffentlichten "Anleitung" haben sie nun auch einen Fahrplan in der Hand, um die Ziele der Terrororganisation unter den neuen Bedingungen umzusetzen.

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