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Der Ton macht die Musik: Russische Flugzeuge vor Alaska "abgefangen" - oder doch eskortiert?

Der Ton macht die Musik: Russische Flugzeuge vor Alaska "abgefangen" - oder doch eskortiert?
Eine TU-95 über Moskau im Mai 2015
Russische Flugzeuge seien vor Alaska von der US-Luftwaffe abgefangen worden, meldet die dpa. Damit erweckt sie den Eindruck, die Russen hätten sich auf dem Weg nach Alaska befunden. Dass sie von den US-Amerikanern eskortiert wurden, klang wohl zu harmlos.

Die dpa verbreitete am Dienstagabend die Meldung, dass US-amerikanische Kampfflugzeuge russische Bomber und Kampfflugzeuge "beim Eindringen in die Luftraumüberwachungszone Alaskas" abgefangen hätten. Zahlreiche Medien übernahmen diese Nachricht.

Eine russische MiG-29 beim Start.

Die dpa stützte ihre Meldung hauptsächlich auf eine Pressemitteilung des "Nordamerikanischen Luft- und Weltraum-Verteidigungskommandos (Norad)", einer gemeinsamen Einrichtung der USA und Kanadas. Darin ist ebenfalls von "Abfangen" die Rede. Dabei wird jedoch auch erwähnt, dass die russischen Flugzeuge zu keiner Zeit den internationalen Luftraum verlassen hätten.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte dagegen in einer Mitteilung, das die strategischen Bomber planmäßige Flüge über der Beringsee und dem Ochotskischen Meer sowie entlang der Westküste Alaskas und der Nordküste der Aleuten unternommen hätten. Dabei seien sie einige Zeit von US-amerikanischen Kampfflugzeugen eskortiert worden. Derartige Flüge seien Routine, internationale Flugverkehrsregelungen würden genau beachtet, Grenzen nicht verletzt.

Die dpa-Meldung erwähnt zwar die von niemandem bestrittene Tatsache, dass die russischen Flugzeuge sich zu jeder Zeit im internationalen Luftraum befanden, und gibt auch die Stellungnahme des russischen Verteidigungsministeriums wieder. Dennoch erweckt sie durch die Verwendung des Begriffs "Abfangen" den irrigen Eindruck, die Russen hätten sich auf dem Weg nach Alaska befunden und seien nur durch das Eingreifen der US-Luftwaffe gestoppt worden.

Der Ton macht die Musik: Russische Flugzeuge vor Alaska "abgefangen" - oder doch eskortiert?

Unter den Medien, die diese tendenziöse Meldung aufgriffen und noch weiterentwickelten, tat sich die Welt besonders hervor. Im Teaser des Welt-Artikels heißt es wahrheitswidrig, dass die russischen Flugzeuge in den amerikanischen Luftraum eingedrungen seien - obwohl wenige Zeilen später die Aussage der dpa-Meldung aufgegriffen wird, wonach sich die Russen im internationalen Luftraum aufgehalten hätten.

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