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Iran kündigt Vervierfachung seiner Urananreicherung an

Iran kündigt Vervierfachung seiner Urananreicherung an
Iranische Arbeiter vor dem Kernkraftwerk Bushehr, etwa 1.200 km südlich von Teheran, 26. Oktober 2010.
Nach den Drohungen folgen nun offenbar Taten: Nach dem Teilausstieg des Iran aus dem sogenannten Atomabkommen hat die iranische Atombehörde bekanntgegeben, Teheran werde seine Produktion von angereichertem Uran vervierfachen.

Die Erhöhung wurde am Montag von dem Sprecher der iranischen Atombehörde Behrouz Kamalvandi angekündigt. Kamalvandi sagte gegenüber iranischen Medien, dass die Entscheidung getroffen worden sei, "offensiven Sanktionen entgegenzuwirken". Er stellte jedoch gleichzeitig klar, dass der Iran die Zahl seiner Zentrifugen nicht erhöhen werde und das angereichterte Uran vorerst mit etwas mehr als 3,5 Prozent auf dem derzeitigen Niveau der Anreicherung bleiben wird.

Im Rahmen des Abkommens aus dem Jahr 2015 erklärte sich der Iran bereit, seinen Vorrat an niedrig angereichertem Uran auf 300 Kilogramm zu begrenzen. Überschussmengen sollten zur Lagerung ins Ausland transportiert oder verkauft werden. Anfang diesen Monats begannen die USA jedoch, diese Transporte zu blockieren. Anstatt sein Atomprogramm komplett einzustellen, hat der Iran die Anreicherung fortgesetzt, auch wenn die Menge die im Abkommen festgelegte Obergrenze überschreitet.

Der iranische Außenminister Dschawad Sarif (Moskau, 8. Mai 2019).

Obwohl nicht klar ist, wie viel spaltbares Material der Iran derzeit gelagert hat, sagte Kamalvandi, es würde "innerhalb weniger Wochen 300 Kilogramm erreichen". Der Sprecher warnte auch davor, dass der Iran damit beginnen werde, Uran zusätzlich zu der erhöhten Produktionsrate auf ein höheres Anreicherungs-Niveau zu bringen, wenn die noch offenen Fragen nicht innerhalb von 60 Tagen gelöst würden. Kamalvandi sagte, dass der Iran eine 20-prozentige Anreicherung "innerhalb von vier Tagen" erreichen könnte.

Vor der Vereinbarung hatte der Iran die Kapazität, Uran bis zu 20 Prozent anzureichern - deutlich unter den für eine Atomwaffe benötigte 90-prozentige Anreicherung, aber noch immer über der in der Vereinbarung geforderten Grenze von 3,6 Prozent. Die US-Regierung zog sich im vergangenen Jahr einseitig aus dem Atomabkommen zurück und hat seitdem wieder Sanktionen gegen die iranische Wirtschaft eingeführt.

Die Aufhebung von Sanktionen war ein wichtiger Motivator für den Iran bei den Verhandlungen über das Abkommen. Obwohl US-Präsident Donald Trump den Iran beschuldigt, seine Versprechen nicht gehalten zu haben, überprüft die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) der Vereinten Nationen weiterhin, ob das Land die Vereinbarung eingehalten hat. So auch in seiner jüngsten Bewertung im Februar.

Der Iran behauptet, dass die Zunahme der Urananreicherung keinen Verstoß gegen das Abkommen darstellt und argumentiert, dass alle Parteien ihren Verpflichtungen gleichermaßen nachkommen müssen.

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