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Terroranschlag in Neuseeland: Zahl der Todesopfer bei Moschee-Massaker steigt auf 49

Terroranschlag in Neuseeland: Zahl der Todesopfer bei Moschee-Massaker steigt auf 49
Ein Opfer des Terroranschlags in Christchurch am 15. März 2019 wird ins Krankenhaus eingeliefert, Neuseeland
Im neuseeländischen Christchurch haben schwerbewaffnete Täter zwei Moschee gestürmt und gezielt Menschen erschossen. Laut Polizeiangaben liegt die Zahl der Todesopfer bei 49. Die Regierung spricht von Terrorismus. Drei verdächtige Männer und eine Frau wurden festgenommen.

Der Schütze betrat die Masjid Al Noor-Moschee, in der sich bis zu 300 Gläubige aufgehalten haben sollen, zehn Minuten nach Beginn des Gebets und feuerte "dutzende, wenn nicht sogar hunderte von Schüssen" ab. Dies schilderte der Augenzeuge Ahmad al-Mahmoud gegenüber dem neuseeländischen Medienportal Stuff. Er beschrieb den Mann als weißhäutig mit kurzen blonden Haaren. Er war mit einem Helm sowie einer kugelsicheren Weste ausgerüstet und soll laut weiteren Augenzeugenberichten auch auf Kinder gezielt haben. Eine zweite Schießerei fand in der Linwood-Moschee statt, wo ein Zeuge sagte, dass sie einen Mann gesehen haben, der eine Tarnausrüstung und einen Motorradhelm trug, während unbestätigte Berichte darauf hindeuten, dass in der Nähe der Moschee auch eine Bombe gefunden wurde.

Ein muslimischer Einheimischer soll Berichten zufolge einen Angriff der Bewaffneten auf die Linwood-Moschee verhindert haben. Er soll selbst Schüsse gegen die Angreifer abgefeuert haben, als sie losfuhren.

Wenig später vermochte es die Polizei, mehrere mutmaßliche Angreifer festzunehmen. Vier Verdächtige befinden sich derzeit in Haft, darunter eine Frau. Öffentliche Einrichtungen bleiben abgeriegelt, während die Polizei Moscheen in anderen Städten drängt, ihre Türen für den Rest des Tages zu schließen.

"Ich möchte jedem sagen, der heute daran dachte, in eine Moschee irgendwo in Neuseeland zu gehen, nicht dort hinzugehen", erklärte der neuseeländische Kommissar Mike Bush.

Im Hauptsitz der neuseeländischen Nationalpolizei in Wellington findet derzeit ein Krisentreffen der nationalen Sicherheitsbehörden statt.

Polizisten sind zeitgleich damit beschäftigt, die Gebäude im Umfeld der angegriffenen Moscheen zu räumen, während Schulen in Christchurch geschlossen wurden. Ein anderer Zeuge sagte lokalen Medien, er habe "einen Mann in Handschellen gesehen, der von der Polizei weggeführt wurde". Ein Video auf Twitter zeigte die Festnahme einer Person, die als Teil der Zelle eingestuft wurde.

Ein Mann wurde wegen Mordes bei den Anschlägen von Christchurch bereits angeklagt und wird am Samstag vor Gericht erscheinen, teilte der neuseeländische Polizeipräsident Mike Bush am Freitag Reportern mit. Über die gegenwärtige Sicherheitslage fügte Kommissar Bush hinzu:

Lassen Sie uns nicht so tun, als ob es keine Gefahr mehr gibt.

Inzwischen erklärte der australische Premierminister Scott Morrison, dass es sich bei dem Angreifer um einen australischen Staatsbürger handelte. Er ergänzte:

Ich verurteile den gewalttätigen, extremistischen, rechtsgerichteten Terroranschlag, der so vielen unschuldigen Neuseeländern das Leben geraubt hat.

Der Pressesprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, drückte auf Twitter sein Beileid für die Opfer in Christchurch aus. Dabei unterstrich er:

Wir stehen Seite an Seite gegen solchen Terror.

Berichten zufolge wurde ein Live-Stream vom Angriff auf YouTube hochgeladen. Der Stream wurde von einem Nutzer auf YouTube veröffentlicht, der 2011 der Plattform beigetreten ist, aber nur das eine Video hochgeladen hat. Der Stream zeigt einen Schützen, der in ein Auto steigt, zu einer Moschee fährt und das Feuer auf eine Vielzahl von Personen eröffnet. Es wird angenommen, dass das Video von der Facebookseite des Attentäters stammt.

Während der Fahrt schaltete der Angreifer ein Lied namens "Kebab entfernen" ein, das von ethnischen Säuberungen handeln soll. Dann geht er in die Moschee und beginnt wahllos auf Menschen zu schießen. Zwischenzeitlich kehrt er zu seinem Auto zurück, um sich eine andere Waffe zu holen. Dann geht er zurück in die Moschee. Wieder wird auf Menschen geschossen, die sich in einer Ecke zusammenkauern, fasst das Portal heavydas verstörende Video zusammen.

"Wir hatten nicht einmal Zeit zum Zielen. Es gab so viele Ziele", sagt der Attentäter beiläufig im Video.

Fotos auf der Twitter-Seite des Angreifers, die inzwischen geschlossen wurde, zeigen Waffen, die mit denen des Videos übereinstimmen, mit den Namen berüchtigter Rechtsextremisten oder Persönlichkeiten von Kreuzzügen.

Auf den Magazinen sind Namen wie "Bohemund von Antiochia" geschrieben. Ab 1096 war dieser einer der Anführer des Ersten Kreuzzugs und ab 1098 Fürst von Antiochia. Auf einem anderen Bild wurde die Notiz "1683 Wien" vermerkt, die an die Zweite Wiener Türkenbelagerung im Jahr 1683 erinnert.

Terroranschlag in Neuseeland: Zahl der Todesopfer bei Moschee-Massaker steigt auf 49

Bekenntnis zum weißen, anti-muslimischen Rassismus

Das Manifest des bewaffneten Angreifers enthalte Propaganda für eine "weiße Vorherrschaft", erklärte Sicherheits- und Geheimdienstanalyst Paul Buchanan dem Sender 1NEWSNZ. Seiner Meinung nach sei es "eindeutig der Fall eines weißen Rassisten". Auf seinem 73-seitigen Manifest sagte er, er habe den Angriff zwei Jahre lang geplant und den Ort des Anschlags drei Monate vor dem heutigen Angriff festgelegt. Er bezeichnete sich selbst als "Öko-Faschist".

Ich war ein Kommunist, dann ein Anarchist und schließlich ein Liberaler, bevor ich ein Öko-Faschist wurde", schrieb er.

Er behauptet, einen kurzen Kontakt zu Anders Breivik gehabt zu haben, der ein rechtsextremer Terrorist war und im Jahr 2011 69 Menschen, vor allem Jugendliche, eines Sommerlagers auf der norwegischen Insel Utøya erschoss. Er tötete weitere acht durch eine Autobombe in Oslo.

Der Schütze schrieb auch darüber, wie er US-Präsident Donald Trump "als Symbol für eine erneuerte weiße Identität und gemeinsame Ziele" unterstützt, aber nicht als Politiker.

In einem abschreckenden Beitrag in einem Social-Media-Forum, der gestern Abend veröffentlicht wurde, erklärte der rechtsextremistische Attentäter:

Ich werde den Angriff gegen die Eindringlinge durchführen und angreifen und den Angriff sogar über Facebook live übertragen.

In seinem Posting vor dem Angriff schrieb er:

Wenn ich den Angriff nicht überlebe, lebt wohl, mit Gottes Segen, ich sehe euch alle in Walhalla!

In der nordischen Mythologie ist Walhalla eine "majestätische, riesige Halle in Asgard, die vom Gott Odin beherrscht wird".

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