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Mitten in Venezuela-Krise: US-Sonderbeauftragter fällt auf entlarvenden Streich rein

Mitten in Venezuela-Krise: US-Sonderbeauftragter fällt auf entlarvenden Streich rein
Der US-Sonderbeaftragter Elliott Abrams am 26. Februar im UN-Sicherheitsrat während der Abstimmung zu Venezuela.
Die russischen Pranker Wowan und Lexus haben "im Namen" des Schweizer Präsidenten Ueli Maurer mit dem US-Sonderbeauftragten für Venezuela, Elliott Abrams, telefoniert. Damit wollten sie die Beteiligung der USA am Putschversuch in Venezuela journalistisch untersuchen.

Die Pranker haben im Februar und März mehrmals "im Namen" von Ueli Maurer, dem Bundespräsidenten der Schweiz und Vorsteher des Eidgenössischen Finanzdepartements, mit Abrams gesprochen. In den Telefonaten riet Abrams "Maurer" eindrücklich, die Konten venezolanischer Behörden in den Schweizer Banken zu sperren. Der schweizerische "Präsident" ist auf die Forderung "eingegangen" und besprach mit dem US-Amerikaner die Wege, auf welche die Einfrierungen der Konten juristisch zu bewerkstelligen sind. Alexej Stoljarow (Lexus), der das Gespräch geführt hat, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Sputnik:

Der nationale Sicherheitsberater John Bolton spricht bei einem Briefing im Brady Briefing Room des Weißen Hauses in Washingtonam 28. Januar 2019.

Wir haben um ein Gespräch mit Abrams über die Zusammenarbeit im Finanzbereich gebeten, dazu auch in Bezug auf die Krise in Venezuela. Am 19. Februar fand dieses statt. Wir haben Abrams darüber informiert, dass die Schweizer Banken Privatkonten für Personen aus dem inneren Maduro-Kreis sowie Konten venezolanischer Unternehmen wie der Öl-Staatsgesellschaft PDVSA besitzen. Zugleich haben wir betont, dass wir ihrerseits keine Rechtsbrüche entdeckt hätten.

Der Mann mit der Stimme von Elliott Abrams (im folgenden "Abrams" genannt) habe aber darauf bestanden, alle diese Konten – wie es in den Vereinigten Staaten bereits geschehen ist – vollständig zu sperren. Dass die Konten illegal seien, habe er nicht nachgewiesen, so Stoljarow.

Abrams sagte auch, er könnte nach der endgültigen Machtübernahme von Guaidó eine Klage gegen die Schweiz einreichen, sollte die Schweiz diese Konten nicht sperren und Maduros Geld das Land verlassen. Außerdem erklärte uns die amerikanische Seite, dass die Zusammenarbeit der Schweizer Banken mit der Regierung Maduros hohe Risiken für einen Reputationsverlust der Banken in sich bergen könnte", sagte der Pranker.

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Schweizer Präsident Ueli Maurer

So hätte "Maurer" sich unter dem Druck Abrams’ bereit erklärt, die Konten zu sperren, sobald er die notwendigen Unterlagen aus den USA bekäme. Daraufhin hätte Abrams den Prankern eine Liste von venezolanischen Funktionären und Personen aus dem engen Kreis Maduros gesandt, die unter US-Sanktionen stehen würden.

Ein Kassierer zählt Bolivars am Geldwechsel in Caracas, 24, Februar 2015.

Ein gewisser "Botschafter" der neuen venezolanischen Regierung, Carlos Vecchio, soll die Pranker daraufhin kontaktiert haben. "Als nächstes haben wir an Abrams und Vecchio eine Liste von venezolanischen Regierungsbeamten geschickt, deren Konten wir angeblich in den Schweizer Banken gefunden und sofort für Guaidó gesperrt haben. Wir haben ihnen auch die Millionenbeträge in den Konten zugeschrieben", kommentierte "Lexus" Stoljarow weiter. Die Figuren seien von den Prankern einfach aus der Sanktionsliste ausgewählt worden, die Abrams an sie geschickt hätte. "Darüber hinaus fügten wir unserer Liste die Namen der ausländischen Bürger bei, die angeblich hohe Beträge auf die Konten der sanktionierten Beamten überwiesen hatten." Darunter seien unter anderem die russische Fernsehmoderatorin und einstige Präsidentschaftskandidatin Xenia Sobtschak sowie der Anwalt Mark Feigin gewesen. Die Pranker hätten auch eine Bank erfunden, in der angeblich das Geld Nicolás Maduros lagerte — Lexus Vovanial Bank Ltd. Ihre Gesprächspartner fielen auf den Trick herein.

Fake-News bei Bloomberg

"Daraufhin schrieb Vecchio uns ständig", fährt Stoljarow fort. "Er fragte, ob wir Maduros private Konten in der Schweiz gefunden hätten. Wir erklärten, dass wir eine gewisse Nurlan Baidild Foundation Tender First (NurlanBaidilda Ltd.) gefunden hätten, in der sich Maduros persönliche Vermögenswerte befinden (Baidilda haben wir aufgrund zu aufdringlicher Werbung für seine Aktivitäten in sozialen Netzwerken zufällig ausgewählt). Wir informierten daraufhin den Botschafter, dass wir die Konten dieses Fonds aufgrund einiger rechtlicher Details derzeit nicht sperren könnten. Vecchio könne uns jedoch helfen, indem er diese Informationen in der Presse veröffentlicht, sagten wir".

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Mitten in Venezuela-Krise: US-Sonderbeauftragter fällt auf entlarvenden Streich rein
Aus dem Mailwechsel mit Vecchio

Vecchio habe daraufhin den Text für die Presse von den Prankern geschickt bekommen. Er habe sich mit Bloomberg in Kontakt gesetzt. Dann habe er die Pranker darüber informiert, wann der Artikel bei Bloomberg veröffentlicht werden würde, und habe seinen Text zur Bearbeitung geschickt.

Daraufhin hatte der Botschafter die Informationen über NurlanBaidilda Ltd. auf seinem Twitter-Account veröffentlicht. Kurze Zeit später erschien der Artikel bei Bloomberg. Dieser Artikel deute daraufhin, wie eng die Zusammenarbeit zwischen US-Regierung und Bloomberg ist, sagte der Pranker Stoljarow.

Der Text des Artikels bestätigt, dass die "Verhandlungen" mit Arbams und Veccio echt waren. Bis zum 6. März hieß der Artikel (unter web-archives auffindbar) "Opposition sagt, dass Maduro Millionen in Baidilda-Fonds inverstierte". Über das Fake-Unternehmen schrieb Bloomberg folgendes:

Nurlan Baidilda Ltd. verwaltet Investitionen für vermögende Privatpersonen und befindet sich im Besitz eines russischen Bürgers, der ursprünglich aus Kasachstan stammt, sagte Vecchio. Er lehnte es ab, Einzelheiten zu nennen und sagte, dass sie versuchen, die Vermögenswerte zu beschlagnahmen. Er hatte die Anschuldigungen bereits früher auf seinem Twitter-Account erhoben. Es gibt sehr wenig Informationen über Nurlan Baidilda Ltd. online.

Nach der Offenlegung des Telefonstreiches durch Pranker wurde der Text des Artikels unter dem gleichen Link komplett ausgetauscht. Es blieb nur eine kleine Meldung übrig: "Venezuelas Botschafter Vecchio ist unsicher, ob Maduro Geld in Fonds hat".

Ein Bild, oder auch zwei, sagen mehr als tausend Worte.

Militärbedrohung vorspielen

Laut Wladimir Kusnezow (Wowan) dauerte die Vorbereitung für den Streich etwa eine Woche.

Wir wollten Abrams nicht verulken — dies ist ein ernstes Thema. Vielmehr war es unsere eigene journalistische Untersuchung zur Beteiligung der USA an dem Putschversuch in Venezuela und den geplanten Aktionen des Außenministeriums", sagte Kusnezow gegenüber RIA Nowosti.

Kusnezow legte auch offen, dass er und sein Freund mit diesem Streich die Hauptaufgabe des Vorhabens erledigt hätten, nämlich herauszufinden, dass die USA keine militärische Intervention in Venezuela planen. Dies geht, wie Kusnezow sagt, aus dem zweiten Gespräch mit Elliott Abrams hervor. Die Anspielungen auf einen Militäreinsatz gegen Venezuela sind daher eher einer psychologischen Kriegsführung zuzurechnen. Laut dem US-Sonderbeauftragten sollte das venezolanische Militär durch das Bedrohungsszenario dauerhaft "nervös" sein. "Es wäre ein taktischer Fehler vonseiten der USA gewesen, dem venezolanischen Militär zu weitreichende Garantien zu geben, dass wir dies nicht tun würden", sagte Abrams. Er schloss aber nicht aus, dass solche "Verstoße" wie der Angriff auf die US-Botschaft eine Casus-Belli-Situation darstellen könnten.

Die USA unterstützen die Anti-Regierungs-Proteste in Nicaragua.

Der unternommene Kontakt mit dem hochrangigen US-Beamten, der für seine Teilnahme an zahlreichen geheimdienstlichen Operationen in Lateinamerika bekannt ist, legte weitere interessante Details über den Verlauf des Machtwechsels in Venezuela offen. So wusste Abrams schon vor der Abstimmung zur US-Resolution im UN-Sicherheitsart zur Venezuela-Krise ganz genau, dass neun Staaten für sie stimmen würden. Nur ob China sich enthalten oder dagegen stimmen würde, war für Abrams nicht sicher.   

Experte: "Die USA machen sich keine Mühe um Details"

Der Generaldirektor des lateinamerikanischen Hugo-Chávez-Zentrums, Jegor Lidowskoj, sagte gegenüber Sputnik, dass das Verhalten des EU-Sonderbeauftragten Abrams bei den "Verhandlungen" mit den Prankern erneut von den wahren Absichten der USA in der politischen Krise Venezuelas zeuge. Dem Experten zufolge will Washington Caracas vollständig kontrollieren und seine Politik vorantreiben.

Die USA haben mit Kontosperrungen gedroht, ohne jegliche Beweise dafür geliefert zu haben, dass die Aktivitäten der Regierung Maduro sie dazu berechtigt hätten. "Die USA dürften sich nicht besonders darum kümmern, was tatsächlich passiert", sagte Lidowskoj. Dem Experten zufolge setzen die Vereinigten Staaten ihre Politik "mit Gewalt, Druck und Einschüchterung" um.

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(rt deutsch/sputnik)

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