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"Lange leben und aussterben": US-Bewegung wirbt für freiwilliges Aussterben der Menschheit

"Lange leben und aussterben": US-Bewegung wirbt für freiwilliges Aussterben der Menschheit
Wenn es nach der Voluntary Human Extinction Movement (VHEMT) geht, sollte es solche Momente nicht mehr geben.
Für die kontroverse Bewegung besteht die einzige Rettung für die Umwelt im Aussterben der Menschheit. Selbstmord oder Schlimmeres steht jedoch nicht auf dem Programm. Es ist die menschliche Vermehrung, um die es geht und die es demnach einzustellen gilt.

Vieles wurde schon, wenn auch halbherzig, versucht, um die Umwelt vor dem Kollaps zu bewahren. Von der Einschränkung des eigenen Konsums bis hin zum Recycling oder der Verringerung der Treibhausemissionen.

Eine US-Bewegung glaubt, die ultimative Lösung gefunden zu haben. Was das "Voluntary Human Extinction Movement" (Bewegung für das freiwillige Aussterben der Menschheit, VHEMT) fordert, klingt bizarr und ist es auch, zumindest für diejenigen, für die Kinder das Leben bereichern und lebenswert machen. Die Bewegung um Gründer Les Knight fordert das freiwillige Aussterben der Menschheit, und das nicht etwa durch freiwilliges Aus-dem-Leben-scheiden, sondern durch den Verzicht darauf, neues Leben in die Welt zu setzen – quasi der sanfte Abgang von der Weltbühne.

Wir ermutigen die Menschen zum Nachdenken, bevor sie sich fortpflanzen", erklärte der Gründer der Bewegung.

Die Bewegung, die nach eigener Aussage bewusst keine Organisation sein möchte, sieht im "freiwilligen Aussterben" der Menschheit "die humanitäre Alternative zu menschengemachten Katastrophen".

Seit fast drei Jahrzehnten vertritt die VHEMT-Bewegung die Meinung, dass die Erde nur durch den schrittweisen Abgang der Menschheit gesunden könne. Das bedeute aber noch lange nicht, auch auf den sexuellen Akt selbst zu verzichten. Sex ist ok, Kinder kriegen nicht.

Unser biologischer Trieb ist es, Sex zu machen, und nicht, Kinder zu kriegen“ heißt es auf der rudimentären Webseite der losen Bewegung ohne Netzwerk.

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Doch warum so radikal? Warum muss es gleich die eigene Auslöschung sein und nicht etwa eine rigorose Familienplanung? Um diese Frage zu beantworten, muss man den Hintergrund des Gründers Les Knight kennen. Zunächst kämpfte Knight Anfang der 1970er mit der Gruppe "Zero Population Growth" für die Beschränkung des Nachwuchses auf zwei Kinder. Doch Stagnation war dann doch nicht die Lösung. Nicht stagnieren sondern schrumpfen, lautete von nun an die Devise.

Wir sind keine Lachse, die sich vermehren und dann sterben", argumentierte Knight.

Für seine These bediente er sich demnach bei Klassikern der Überpopulationsliteratur, wie etwa Thomas Malthus’ Essay von 1798.

Bill Gates spricht auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

Sollte die Menschheit tatsächlich aus einer Laune der Natur heraus entstanden sein, die sie heute bereut, kann davon ausgegangen werden, dass sie dies selber korrigieren wird. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass einiges darauf hindeutet.

"Die absichtliche Zeugung eines weiteren menschlichen Wesens durch irgendwen, irgendwo kann nicht mehr gerechtfertigt werden", ist der selbsternannte Umweltbewahrer Knight überzeugt. 

Doch mindestens einen Punkt lässt Knight nicht in seine Ausführungen und Überlegungen einfließen. Es ist nicht "die Menschheit", die den Planeten an den Rand des Kollaps geführt hat. Dass trotzdem alle Menschen den Preis für das rapide Schwinden der Biodiversität zahlen sollen, erscheint als nicht ganz durchdachte Kopfgeburt.

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