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Hinweise verdichten sich: Tod von UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld war wohl Auftragsmord

Hinweise verdichten sich: Tod von UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld war wohl Auftragsmord
UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld trifft am 13. September 1961, nur wenige Tage vor seinem Tod durch einen Flugzeugabsturz, in Léopoldville (dem heutigen Kinshasa) im Kongo ein.
Seit dem Flugzeugabsturz vom 18. September 1961 gilt der Tod des UN-Generalsekretärs Dag Hammarskjöld als ein Unglück. Neue Untersuchungen und Dokumente legen einen anderen Schluss nahe. Mächtige Kräfte wollten dem Kongo nicht seine Bodenschätze überlassen.

Die DC-6 Albertina mit dem zweiten Generalsekretär in der Geschichte der Vereinten Nationen und 15 weiteren Personen an Bord befand sich gerade auf dem Landeanflug auf die Stadt Ndola im heutigen Sambia, das aber damals noch Nordrhodesien hieß und zur britischen Krone gehörte, als es zur Katastrophe kam. Der schwedische Diplomat Dag Hammarskjöld, der 1953 zum UN-Generalsekretär gewählt wurde, befand sich auf geheimer Mission im Kongo, der erst 1960 die Unabhängigkeit vom brutalen Kolonialregime der Belgier erreichte.

Im ressourcenreichen Südosten des Landes, in der Provinz Katanga, brach nach der Unabhängigkeit schnell eine Rebellion gegen die Regierung in Léopoldville (heutiges Kinshasa) unter der Führung von Moïse Tschombé aus. Katanga war und ist reich an verschiedensten Bodenschätzen, darunter auch Uranerz, woraus unter anderem das Uran für die US-amerikanischen Atombomben gewonnen wurde, die auf Hiroshima und Nagasaki abgeworfen wurden. Die von Ministerpräsident Patrice Lumumba verfolgte Politik der Verstaatlichung ausländischer Unternehmen, allen voran der belgischen Union Minière du Haut-Katanga, um den Reichtum im kongolesischen Boden seinem eigenen Volk zugutekommen zu lassen, stieß erwartungsgemäß auf massiven Widerstand der Belgier, Briten und US-Amerikaner. Deshalb unterstützten sie Rebellenführer Moïse Tschombé in seinem Kampf gegen die Regierung und lieferten ihm den gefangen genommenen Lumumba aus, wo er zu Tode gefoltert wurde.

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Tschombé hatte also mächtige Verbündete, die den Friedensbemühungen der Vereinten Nationen unter Generalsekretär Dag Hammarskjöld eher feindlich gegenüberstanden. Als der Schwede nach Ndola an der Grenze von Nordrhodesien zur Provinz Katanga reiste, bemühte er sich um einen Waffenstillstand zwischen Tschombés Truppen und einem kleinen Kontingent an UN-Friedenstruppen, die eingekesselt und unter Beschuss genommen worden waren.

Augenzeugen berichteten, ebenso auch der einzige Überlebende des Flugzeugunglücks, der aber fünf Tage nach der Tragödie seinen schweren Verletzungen erlegen war, dass sie zum Zeitpunkt des Unglücks ein Flackern am Himmel und dann das abstürzende Flugzeug gesehen haben. Die drei offiziellen Untersuchungskommissionen (Rhodesian Board of Investigation, Rhodesian Commission of Inquiry und die United Nations Commission of Investigation) konnten keine genaue Ursache des Flugzeugabsturzes ermitteln, der zum Tod der 16 Menschen einschließlich des UN-Generalsekretärs führte. Die Obduktion der Leichen ergab, dass zwei schwedische Bodyguards des Generalsekretärs Schusswunden aufwiesen, was aber auf eine Selbstauslösung ihrer Waffen nach der Explosion an Bord zurückgeführt wurde.

Doch für den ballistischen Experten Major C. F. Westell stand fest, dass diese Erklärung nicht haltbar ist. Seinen Untersuchungen zufolge können "detonierte Kugeln von Maschinengewehren und Pistolen den menschlichen Körper nicht durchdringen". Auch der norwegische Generalmajor Bjørn Egge, der als erster UN-Offizier die Leiche von Dag Hammarskjöld gesehen hatte, gab in einem Interview im Jahr 2005 mit der Zeitung Aftenposten zu, dass der Verstorbene ein Einschussloch in der Stirn hatte, dieses aber auf den folgenden Fotos wegretuschiert wurde.

Nebst den Zeugenaussagen deuten auch neue Untersuchungen und freigegebene Dokumente darauf hin, dass es sich tatsächlich um einen durch ein zweites Flugzeug verursachten Abschuss handeln könnte, der die Albertina in Flammen aufgehen ließ und alle Insassen tötete. Dr. Susan Williams, eine Wissenschaftlerin an der University of London, untersuchte den Fall anhand von neuen Dokumenten und neuen technischen Möglichkeiten erneut und verfasste dazu das Buch "Who Killed Hammarskjöld?"

Im Zuge ihrer Recherchen stieß sie auf die Aussagen eines ehemaligen US-Spions, der zum fraglichen Zeitpunkt Dienst auf der NSA-Station auf Zypern hatte und verschiedene Funksprüche des zweiten Flugzeugs über Ndola auffing. Aus diesen Funksprüchen geht eindeutig hervor, dass dieser Pilot es auf die DC-6 Albertina abgesehen hatte und am Ende aufgeregt sagt: "Ich habe sie getroffen. Da sind Flammen! Sie stürzt ab."

Dr. Williams grub auch ein bis dahin unter Verschluss gehaltenes Dokument des US-Botschafters im Kongo, Ed Gullion, aus, der "diese Operation" in seiner Depesche an das Außenministerium als einen möglichen Abschuss durch einen belgischen "Söldnerpiloten" bezeichnete. Und obwohl Gullion diese Depesche nur wenige Stunden nach dem Vorfall nach Washington kabelte, wusste er bereits den Namen des Piloten: "Vak Riesseghel".

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Die britische Zeitung The Guardian führte aufgrund der Ergebnisse von Dr. Susan Williams weitere Untersuchungen durch und identifizierte den belgischen Piloten als Van Risseghem, der im Dienst des Rebellenführers Moïse Tschombé stand. Risseghem wurde in Großbritannien zum Kampfpiloten der Royal Air Force ausgebildet, bevor er Anfang 1961 nach Katanga kam und dort die von Tschombé gewünschte Avikat-Schwadronen mitaufbauen sollte. Jahre später, nachdem Van Risseghem wieder nach Belgien zurückkehrte und dort einen Job als Pilot für Fallschirmspringer übernahm, erzählte er seinem jüngeren Kollegen Pierre Coppens von seinen Abenteuern in Afrika.

Bei einem dieser Gespräche über seine Zeit im Kongo kam Risseghem auch auf den 18. September 1961 und den Flugzeugabsturz des UN-Generalsekretärs zu sprechen. Er erzählte Coppens, dass er es war, der Dag Hammarskjöld getötet hat. Allerdings habe er nicht gewusst, wer in dem Flugzeug saß, das er abschießen sollte. Der jüngere Kollege hielt das "anfänglich für einen Witz", aber mit der Zeit kam er zur Überzeugung, dass Risseghem bei diesem Thema "absolut ernst" blieb. Er habe ihn auch mal gefragt, ob er es denn nicht bereue, 16 Menschenleben auf dem Gewissen zu haben. Die Antwort fiel exemplarisch für Menschen aus, die im Krieg gedient haben. Nur, dass der Belgier nicht im Krieg war, sondern für Geld tötete:

Nun, manchmal muss man im Leben Dinge tun, die man gar nicht tun möchte, die einem aber befohlen werden.

Die Vereinten Nationen haben nach der Veröffentlichung des Buches "Who Killed Hammarskjöld?" erneut eine offizielle Untersuchung eingeleitet, in deren Rahmen herausgefunden wurde, dass in jener Nacht vom 17. auf den 18. September 1961 mindestens ein US-Spionageflugzeug auf dem Rollfeld von Ndola stand. Allerdings hält die US-Regierung trotz mehrmaliger Anfragen des neuen UN-Untersuchungskommissars weiterhin sämtliche Auswertungen der gesammelten Daten zu dem Unglück zurück, bei dem der UN-Generalsekretär und 15 weiteren Menschen ums Leben kamen.

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