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Trump beruhigt Israel nach Abzug aus Syrien: "Wir geben euch doch 4,5 Milliarden Dollar pro Jahr"

US-Präsident Trump hat den israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu auf seine unnachahmliche Art und Weise beruhigt: Der solle sich nach dem Truppenabzug der USA in Syrien keine Sorgen machen - schließlich bekäme Israel doch genug Geld.
Trump beruhigt Israel nach Abzug aus Syrien: "Wir geben euch doch 4,5 Milliarden Dollar pro Jahr"Quelle: Reuters © Carlos Barria

"Ich habe mit Bibi gesprochen [Benjamin Netanjahu]. Ich sagte Bibi: Du weißt, dass wir Israel 4,5 Milliarden Dollar pro Jahr geben. Und ihr seid sehr gut darin, euch zu verteidigen", sagte Trump Reportern auf seinem Rückweg aus dem Irak, wo er den dort stationierten US-Soldaten einen Überraschungsbesuch abgestattet hatte. "Wir werden uns sehr um Israel kümmern. Israel wird sicher sein", fügte der US-Präsident hinzu und beantwortete damit die Frage, wie sich der angekündigte Truppenabzug aus Syrien auf Israel auswirken wird.

Laut Reuters stieß der Überraschungsbesuch bei den Truppen im Irak nicht überall auf Gegenliebe. Einige irakische Politiker kritisierten den Besuch auf der Al Asad Airbase am Mittwoch als "Verletzung" diplomatischer Normen und der Souveränität des Irak, so Reuters. Trumps Besuch auf der Basis, die sich westlich von Bagdad befindet, war sein erster Besuch bei Truppen in einer Kampfzone als Präsident. Die kritischen Stimmen unter den irakischen Politikern sprachen gar von einem "Akt der Aggression" im Zusammenhang mit der unangekündigten Reise.

Der Führer des Parlamentsblocks von Islah, Sabah al Saadi, forderte das Parlament auf, "diese eklatante Verletzung der irakischen Souveränität zu diskutieren und diese aggressiven Aktionen von Trump zu stoppen, der seine Grenzen kennen sollte", berichtete Reuters. "Die US-Besetzung des Irak ist vorbei", fügte al Saadi angeblich hinzu. Islahs Rivale im Parlament, der Bina-Block, nannte den Besuch von Trump eine "flagrante und klare Verletzung diplomatischer Normen".

"Trump's Besuch... zeigt seine Verachtung und Feindseligkeit in seinen Beziehungen zur irakischen Regierung", sagte der Bina-Block in einer von Reuters zitierten Erklärung.

Trump sagte während seines Aufenthalts im Irak, dass er nicht plane, US-amerikanische Truppen aus dem Land abzuziehen. Gleichzeitig verteidigte er auf der Al Asad Airbase seine Entscheidung, Truppen aus Syrien abzuziehen.

"Ich denke, viele Leute werden zu meiner Denkweise kommen. Es ist Zeit für uns, unseren Kopf zu benutzen", so Trump. Und er fügte hinzu:

Tatsächlich könnten wir dies als Basis verwenden, wenn wir etwas in Syrien tun wollten.

Israel, bereits der größte Empfänger US-amerikanischer Auslandshilfe seit dem Zweiten Weltkrieg, gelang es schon während der Präsidentschaft von Barack Obama, sich für die nächsten 10 Jahre weitere 38 Milliarden Dollar an militärischer Hilfe zu sichern. Dieser Betrag lag jedoch unter den jährlichen 4,5 Milliarden Dollar, die Netanyahu angestrebt hatte. Im vergangenen Jahr belief sich die US-Hilfe für Israel auf fast 3,2 Milliarden Dollar und wird voraussichtlich steigen, sobald das neue Abkommen im Geschäftsjahr 2019 beginnt.

Im Laufe der Jahre hat Israel die US-amerikanischen Mittel zum Aufbau seiner militärischen Fähigkeiten verwendet und fühlt sich nun zuversichtlich, dass es seine Interessen in der Region schützen kann. "Wir stehen unerschütterlich auf unseren roten Linien in Syrien und überall sonst", sagte Netanjahu am Mittwoch und stellte fest, dass Israel "besondere Fähigkeiten" in Waffen und Verteidigungssystemen sowie Angriffsraketen entwickelt habe, die jedes Ziel zerstören könnten, selbst bei einem Rückzug der US-Truppen aus Syrien.

Letzte Woche überraschte der US-Präsident die Welt, als er ankündigte, dass er alle 2.000 US-Soldaten aus dem vom Krieg zerrissenen Land abziehen werde, so dass Israel die wahrgenommene iranische Bedrohung ganz allein angehen könne. Unbeirrt betonte Netanjahu, dass Israel "nicht bereit ist, die iranische militärische Verankerung in Syrien zu akzeptieren" und bestätigte, dass die Angriffe gegen das Nachbarland fortgesetzt werden.

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